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Bahnstadt

Stadtteil von Heidelberg, Baden-Württemberg, Deutschland

Die Bahnstadt ist ein neuer Stadtteil von Heidelberg auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs. Zur Zeit (Stand: 2016) ist er im Bau. Nach seiner Fertigstellung soll er die größte Passivhaussiedlung der Welt sein.[1][2] Es handelt sich bei dem Areal vorwiegend um eine Bahnbrache aus Rangier- und Güterbahnhofsflächen, die von der Deutschen Bahn aufgegeben worden war. Zwei technische Baudenkmäler, der Wasserturm am Czernyring sowie ein Bahnbetriebswerk mit Wasserturm, bleiben am Rande der Bahnstadt erhalten.

Wappen von Heidelberg
Bahnstadt
Stadtteil von Heidelberg
Lage des Stadtteils Bahnstadt in Heidelberg
Koordinaten 49° 24′ 8″ N, 8° 39′ 58″ OKoordinaten: 49° 24′ 8″ N, 8° 39′ 58″ O
Fläche 1,09 km²
Einwohner 2581 (2015)
Bevölkerungsdichte 2368 Einwohner/km²
Stadtteilnummer 015
Gliederung
Stadtbezirke
  • Bahnstadt-Ost (015 1)
  • Bahnstadt-West (015 2)
Quelle: Stadt Heidelberg (PDF; 88 kB)
Der Lange Anger in der Bahnstadt (2014)
Die Promenade als Begrenzung zu den Pfaffengrunder Feldern (2014)
Zollhofgarten fertig gestellt 2017
„Skylabs“ im Bau (2012)

Inhaltsverzeichnis

Lage, geplante GrößeBearbeiten

Das Areal der Bahnstadt beträgt 108,6 Hektar und erstreckt sich südwestlich des Hauptbahnhofes. Der 2011 neu geschaffene offizielle Stadtteil wurde aus Gebietsteilen der Stadtteile Weststadt, Pfaffengrund und Wieblingen gebildet und grenzt außerdem noch an die Stadtteile Bergheim und Kirchheim.

Der Stadtteil Bahnstadt wird – nach aktueller Konzeption – zwischen 5.000 und 6.000 Einwohner beherbergen können, daneben sollen etwa 7.000 neue Arbeitsplätze durch Ansiedlung von Gewerbe- und Dienstleistungsbetrieben geschaffen werden. Mit der Bebauung der Bahnstadt soll dem enormen Bedarf an Wohnflächen einheimischer und zugezogener Bürger nachgekommen werden, der ein Hauptproblem der kommunalen Politik Heidelbergs ist.

Der Einzug der ersten Bewohner der Bahnstadt war ursprünglich für den Jahreswechsel 2006/2007 geplant. Wegen grundsätzlicher Differenzen zwischen der Stadt und dem größten Grundstückseigentümer – dem Bahn-Immobilienunternehmen Aurelis – verzögerte sich das Projekt zunächst. Im Januar 2008 erwarb die Entwicklungsgesellschaft Heidelberg (EGH) rund 60 Hektar der ehemaligen Bahnflächen. Die Planung sieht darauf 15 Hektar Wohngebiet, 15 Hektar Gewerbegebiet, sechs Hektar Mischgebiet sowie 14 Hektar Grün- und Freiflächen vor.[3] Weitere 20 Hektar erwarb die Stadt Heidelberg. Insgesamt 40 Hektar sind noch in privatem Besitz oder werden von den amerikanischen Streitkräften genutzt.

Im Mai 2010 erfolgte der erste Spatenstich für das Wissenschaftsareal Campus II, das mit 60 Millionen US-Dollar von der Max-Jarecki-Stiftung gefördert wird.[4] Im Sommer 2012 zogen die ersten Bewohner in die Bahnstadt.[5]

Der Heidelberger Gemeinderat bestätigte 2011 die Bahnstadt als 15. Heidelberger Stadtteil. Einige Abschnitte im Osten verblieben auf Wunsch der dortigen Bewohner und Gewerbetreibenden jedoch bei der Weststadt und bei Kirchheim.[6][7] Im Juli 2014 wurde der erste Bauabschnitt der Bahnstadt eingeweiht. Zur Zeit (Mai 2016) laufen die Bauarbeiten der zweiten Bauphase.

WettbewerbeBearbeiten

Ein städtebaulicher Wettbewerb wurde durchgeführt und nach den dabei entwickelten Ideen durch den Gemeinderat eine Konzeption verabschiedet. Im Juli 2008 wurde ein Architektenwettbewerb zur Bebauung der ersten Baufelder ausgeschrieben.

Ein zweiter städtebaulicher Wettbewerb wurde im Februar 2009 ausgeschrieben, die Sieger wurden im Mai 2009 ermittelt und bekannt gegeben. Dieser Wettbewerb bezog sich auf das „Campus II“ benannte Areal, in dem unter anderem die Ansiedelung von Wissenschafts- und Forschungszentren projektiert ist.

StraßennamenBearbeiten

Im Dezember 2010 beschloss der Heidelberger Gemeinderat die Benennung der neu angelegten Straßen und Plätze in der Bahnstadt. Im Bereich des Campus tragen die Straßen den Namen von Wissenschaftlern und Nobelpreisträgern, die in der Stadt tätig waren. Im Wohngebiet wird hauptsächlich auf Heidelberger Partnerstädte Bezug genommen.[8]

Erschließung durch den öffentlichen NahverkehrBearbeiten

Die Bahnstadt wird zurzeit durch die Buslinie 33 der RNV und die Line 22 der Straßenbahn Heidelberg bedient. Die Straßenbahnlinie 26 soll zu einem späteren Zeitpunkt hinzu kommen. Die Bauarbeiten hierfür begannen 2016 und sollen 2018 abgeschlossen sein.[9] Beide werden die Bahnstadt, wie bereits die Buslinie 33, mit dem Heidelberger Hauptbahnhof (Südausgang) und der Innenstadt (Bismarckplatz) verbinden.

Bildungs- und ForschungseinrichtungenBearbeiten

SchulenBearbeiten

[10] 2017 soll die Grundschule des „Bildungs-, Betreuungs- und Bürgerhauses B³“ auf dem Gadamerplatz eröffnet werden.

InstituteBearbeiten

  • Skylabs

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

  • Der Bahnstadtlauf wird jedes Jahr im Juli ausgetragen.[11]
  • Das Sommerfest der Bahnstadt findet zeitgleich zum Bahnstadtlauf statt.

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Energiekonzept der Bahnstadt (Memento des Originals vom 24. Januar 2012 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.heidelberg-bahnstadt.de
  2. Größte Passivhaussiedlung der Welt entsteht in Deutschland. In: Wirtschaftswoche, 12. September 2016. Abgerufen am 12. September 2016.
  3. Pressemitteilung der Stadt Heidelberg vom 7. April 2008@1@2Vorlage:Toter Link/www.heidelberg.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  4. „SkyLabs ist beispielhaft für die dynamische Entwicklung in der Bahnstadt“ (Memento des Originals vom 20. September 2012 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/heidelberg-bahnstadt.de
  5. http://www.heidelberg.de/servlet/PB/menu/1224480_l1/index.html@1@2Vorlage:Toter Link/www.heidelberg.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  6. Stadt Heidelberg: Stadtteilgrenzen nach Beschluss des Gemeinderats 2012@1@2Vorlage:Toter Link/www.heidelberg.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., PDF, 44 KB
  7. Bericht auf den Seiten der Stadt Heidelberg (Memento des Originals vom 26. Mai 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.heidelberg.de
  8. Bahnstadt: Straßen haben jetzt Namen (Memento des Originals vom 15. Oktober 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/heidelberg-bahnstadt.de
  9. Straßenbahn in Heidelberger Bahnstadt: Gleisbau schreitet zügig voran. Rhein-Neckar-Zeitung vom 11. August 2016, abgerufen am 12. März 2017.
  10. (Memento des Originals vom 16. Oktober 2017 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/heidelberg-bahnstadt.de
  11. BAHNSTADTVEREIN – Stadtteilverein Bahnstadt e.V. – Heidelberg. Abgerufen am 7. Juni 2017.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Bahnstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien