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Bahnhof Lyon-Perrache

Bahnhof in Lyon, Frankreich
(Weitergeleitet von Bahnhof Lyon Perrache)

Lyon Perrache
Lyon-gare de Perrache.jpg
Eingangsbereich des Bahnhofs mit dem durch das Empfangsgebäude führenden Fußgängersteg
Daten
Lage im Netz Knotenbahnhof
Bahnsteiggleise 17
Eröffnung 1857
Architektonische Daten
Architekt Alexis Cendrier
Lage
Stadt/Gemeinde Lyon
Département Rhône
Region Auvergne-Rhône-Alpes
Staat Frankreich
Koordinaten 45° 44′ 54″ N, 4° 49′ 32″ OKoordinaten: 45° 44′ 54″ N, 4° 49′ 32″ O
Meter über Meer 174 m
Eisenbahnstrecken
Liste der Bahnhöfe in Frankreich

Der Bahnhof Lyon-Perrache ist nach dem Bahnhof Lyon-Part-Dieu der zweitwichtigste Bahnhof der französischen Metropole Lyon. Der auf gemauerten Viaduktbögen errichtete Trennungsbahnhof wurde 1857 dem Verkehr übergeben und war lange Zeit der Hauptbahnhof der Stadt.

Inhaltsverzeichnis

LageBearbeiten

Der Bahnhof liegt in der Nähe des Stadtzentrums im gleichnamigen 2. Arrondissement. Seine Gleisanlagen durchschneiden die zwischen der Rhone und der Saône gelegene Halbinsel Presqu’île von Nordwesten nach Südosten, mit einem im Jahr 2000 eröffneten Abschnitt nach Süden hin, der dem Verkehr in Richtung Saint-Étienne dient. Das Empfangsgebäude befindet sich auf der Nordseite des Gleisfeldes.

GeschichteBearbeiten

 
Empfangsgebäude vor 1914
 
Gleisseite von Nordwesten, rechts die Halle Saint-Étienne, um 1910
 
Bahnsteige in der Haupthalle
 
Centre d’échanges an der Nordseite des Empfangsgebäudes

Am 12. November 1845 wurde seitens des zuständigen Ministeriums das Stadtviertel Perrache als Standort des zukünftigen Lyoner Bahnhofs bestimmt. Er wurde zwischen April 1855 und Juni 1857 vom Architekten François-Alexis Cendrier für die Compagnie du chemin de fer de Paris à Lyon (PL) errichtet.[1] Aufgrund seiner zentralen Lage avancierte er zum Hauptbahnhof der Stadt und erhielt mit den Streckeneröffnungen nach Grenoble und Genf für den Personenverkehr die Funktion eines Knotenpunkts. Als solcher bedurfte er bald zusätzlicher Gleise und einer Vergrößerung des Empfangsgebäudes, wofür es bereits 1863 erste Vorschläge gab. Der Güterverkehr konzentrierte sich hingegen nach der Eröffnung des Caluire-Tunnels auf die Bahnhöfe Lyon-Brotteaux und Lyon-Saint-Clair.[1]

Neben der ersten Bahnhofshalle von 1857 wurde 1890 die 25 m breite Halle Saint-Étienne errichtet und zwei Personentunnel zu den Bahnsteigen angelegt. In den Jahren 1913, 1921, 1922 und 1926 wurde des Empfangsgebäude erweitert. 1928/29 wurden die Hallen unterfangen und auf gemeinsame eiserne Pfeiler gestützt. Der Bau einer Auskragung auf der Südseite ermöglichte die Anlage von drei weiteren Gleisen und eines fünften Bahnsteigs.

1955 wurde für die Handelsmesse Foire de Lyon ein Empfangspavillon gebaut und 1976 nördlich des Empfangsgebäudes mit dem Centre d’échanges ein Umsteigepunkt eröffnet, der zunächst neben einem Parkhaus eine Autobahnanschlussstelle und einen Busbahnhof umfasste.[2] 1978 erhielt das Centre d’échanges Anschluss an das U-Bahn-Netz der Stadt und ist seitdem Ausgangspunkt deren Linie A. 1980/81 wurde der über die Gleise führende Fußgängersteg beidseitig, dabei durch das Empfangsgebäude hindurch zum Centre d’échanges, verlängert. Um den bislang notwendigen Fahrtrichtungswechsel der Züge von und nach Saint-Étienne zu vermeiden, entstanden im Jahr 2000 in Nord-Süd-Richtung neue Gleise und Bahnsteige.[1]

2001 kam eine Straßenbahnhaltestelle einschließlich einer Endschleife hinzu,[2] 2005 wurde die Straßenbahnlinie T1 unter dem Viadukt des Bahnhofs hindurch in Richtung Südspitze der Halbinsel verlängert.

VerkehrBearbeiten

In den 1950er-Jahren wurde unter anderem der Schnellzug Mistral eingeführt, der Paris über Lyon-Perrache und Avignon (heute Avignon-Centre) mit Marseille-Saint-Charles verband und für die schnellste Verbindung zwischen Südfrankreich und der Hauptstadt sorgte.

Am 27. Oktober 1981 wurde am Bahnhof das TGV-Zeitalter eingeläutet, der Bahnhof wurde Endpunkt der Hochgeschwindigkeitslinie aus Paris. Doch nur zwei Jahre später nahm die Bedeutung rapide ab, als im Osten der Stadt der Bahnhof Part-Dieu eröffnet wurde. Die meisten TGV-Verbindungen wurden zu diesem Bahnhof transferiert, bis heute verblieben in Perrache nur endende und beginnende Verbindungen von und nach Paris, die Part-Dieu ebenfalls anfahren.

Seit 1983 hat die verkehrstechnische Bedeutung stark abgenommen, trotzdem wird er weiterhin von einigen TGV-Zügen am Tag bedient. Früher besaß er mit dem TEE Mont-Cenis gar eine internationale Verbindung nach Turin und Mailand – die als Ersatz eingeführten TGV-Züge fahren heute über den Bahnhof Lyon-Saint-Exupéry TGV. Die internationalen Direktverbindungen Perraches beschränken sich auf die Regionalexpresszüge zum Gare de Cornavin in Genf.

EisenbahnBearbeiten

 
Straßenbahntunnel unter dem Bahnhof mit Zug der Straßenbahnlinie T1

Neben TGV-Verbindungen verkehren auch Corail Intercité-Verbindungen, zudem ist er ein wichtiger Regionalknoten.

  • TGV Lyon Perrache–Lyon Part-Dieu–Paris/Nantes/Rennes/Lille/Arras
  • Corail Bordeaux/Straßburg/Nantes–Lyon Perrache

Die TER Rhône-Alpes verbindet den Bahnhof mit Genf, Grenoble, Saint-Etienne, Evian und Bourg-en-Bresse.

StadtverkehrBearbeiten

Der neben dem Bahnhof in den 1970er-Jahren erstellte Nahverkehrsknoten ist mit zahlreichen Linien diverser Verkehrssysteme erschlossen. Nebst 14 Buslinien bedienen auch die Metrolinie A und die Straßenbahnlinien T1 und T2 den Bahnhof Perrache. Die Linie T1 verkehrt umsteigefrei zum Bahnhof Part-Dieu.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Bahnhof Lyon-Perrache – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Gare de Lyon-Perrache bei culture.gouv.fr, abgerufen am 28. Januar 2018
  2. a b Le centre d’échanges de Perrache bei millenaire3.com, abgerufen am 28. Januar 2018