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B. J. Thomas (2012)

Billy Joe „B. J.“ Thomas (* 7. August 1942 in Hugo, Oklahoma) ist ein US-amerikanischer Pop- und Country-Sänger.

Leben und WerkBearbeiten

Thomas wuchs im US-Bundesstaat Texas auf, erst in der Umgebung von Houston, später in Rosenberg. Dort sang er im Kirchenchor und später auch im Highschool-Chor, den er sogar anführte. Daneben begann er mit 15 in einer Band namens The Triumphs mit Rockmusik und Auftritten in Clubs und im Lokalradio. Sie waren in Texas recht erfolgreich und bekamen auch einen Plattenvertrag. Mit dem selbstgeschriebenen Billy and Sue hatten sie einen ersten regionalen Hit. 1965 nahmen sie als ruhigere Nummer für ihr Rockalbum die Hank-Williams-Nummer I’m So Lonesome I Could Cry auf, eine Country-Nummer-1 aus dem Jahr 1949. Durch den Erfolg des Liedes wurde Scepter Records auf sie aufmerksam und brachte es als Single US-weit heraus. Als B. J. Thomas & the Triumphs hatten sie damit einen ersten Top-10-Hit in den Vereinigten Staaten.

Nach drei weiteren kleineren Hits trennte sich Thomas von den Triumphs und hatte 1968 mit Hooked on a Feeling gleich seinen ersten Solo-Top-10-Hit, der sich zudem über eine Million Mal verkaufte. Drei Jahre später machte Jonathan King daraus eine etwas eigenwillige Version, indem er die Indianergesänge („Ooga chacka“) aus dem Lied Running Bear von Johnny Preston einbaute. In England hatte er damit einen kleineren Hit, aber es war die schwedische Band Blue Swede, die 1974 die Ooga-chaka-Version in den USA bis auf Platz 1 brachte.

1969 bekam B. J. Thomas das Angebot, für den Filmsoundtrack der Western-Komödie Zwei Banditen den Song Raindrops Keep Fallin’ on My Head aufzunehmen. Die Komposition von Burt Bacharach und Hal David wurde daraufhin zu seinem größten Hit und ist bis heute ein Klassiker geblieben. In den USA war es nicht nur ein weiterer Millionenseller, er belegte auch für vier Wochen Platz 1 der Billboard-Charts.[1] Außerdem war es sein einziger internationaler Hit; er konnte sich auch in Großbritannien und Deutschland in den Hitparaden platzieren. Das Lied wurde bei der Oscarverleihung 1970 als „Bester Filmsong“ ausgezeichnet. Immer wieder taucht das Lied auch heute noch in Filmen auf, so zum Beispiel in Forrest Gump, 3 Engel für Charlie – Volle Power und Spider-Man 2.

Von 1970 bis 1972 hatte B. J. Thomas in den USA zahlreiche weitere Hits, darunter sechs Top-40-Singles, die bekannteste davon der Nummer-9-Hit I Just Can't Help Believing, die zudem auf Platz 1 der Adult-Contemporary-Charts landete. Ebenfalls eine Adult-Contemporary-Nummer-Eins war das Rock and Roll Lullaby, bei dem er Unterstützung von den Blossoms, Dave Somerville von den Diamonds und dem Gitarristen Duane Eddy bekam.

Als sich 1973 Scepter Records auflöste, machte Thomas auch einen einmaligen Ausflug ins Filmgeschäft als Darsteller eines Revolverhelden im US-Western Jory. Musikalisch kam er aber mit seinem Wechsel zu Paramount überhaupt nicht zurecht. Zwei Jahre vergingen, ohne dass er einen weiteren Hit landen konnte und erst 1975 mit einem Wechsel zu ABC Records kehrte der Erfolg zurück. Thomas, der schon immer in Richtung Country tendiert hatte, erreichte mit (Hey Won't You Play) Another Somebody Done Somebody Wrong Song sowohl in den Pop- als auch in den Country-Charts Platz 1. Und zum dritten Mal erhielt er für eine Single eine Goldene Schallplatte für eine Million verkaufte Exemplare. Als bester Country-Song bekam das Lied 1976 einen Grammy Award.

In der Folge war der Südstaatler immer seltener in den Popcharts anzutreffen und konzentrierte sich mehr und mehr auf Gospel-Musik. 1976 veröffentlichte er sein Album Home Where I Belong und von 1978 bis 1982 gewann er fünf Mal in Folge einen Gospel-Grammy, davon vier Mal für die beste Solo-Darbietung. Die 1980er Jahre standen dann wieder vermehrt im Zeichen der Country-Musik. 1981 wurde B. J. Thomas in die Grand Ole Opry aufgenommen. 1983 konnte er gleich zwei Titel auf Platz 1 der Country-Charts platzieren: Whatever Happened to Old Fashioned Love und New Looks from an Old Lover.

Ende der 1980er Jahre ließ sein Erfolg dann nach. Zudem hatte er Alkohol- und Drogenprobleme, mit denen er lange zu kämpfen hatte. Seit den 1990er Jahren ist er weiterhin regelmäßig auf Tour und veröffentlicht Platten. Über 70 Millionen Platten soll er bislang verkauft haben, viermal bekam er Gold.[2] 14 Lieder kamen in die Top 40 der Pop-, elf in die Top 40 der Country-Charts. B. J. Thomas lebt mit seiner Frau Gloria in Arlington in Texas und hat drei Kinder.

DiskografieBearbeiten

AlbenBearbeiten

Jahr Titel Chartplatzierungen[3][4][2] Anmerkungen
Vereinigte Staaten  US Vereinigte Staaten  Country
1969 On My Way
133
(12 Wo.)
300!
Greatest Hits, Volume 1
90
(28 Wo.)
300!
Best-of-Album
1970 Raindrops Keep Fallin’ on My Head
12
 Gold

(41 Wo.)
300!
Everybody’s Out of Town
72
(20 Wo.)
300!
Most of All
67
(24 Wo.)
300!
1971 Greatest Hits, Volume 2
92
(13 Wo.)
300!
Best-of-Album
1972 Billy Joe Thomas
145
(9 Wo.)
300!
1975 Reunion
59
(14 Wo.)
2
(18 Wo.)
Help Me Make It (To My Rockin’ Chair)
300! 26
(8 Wo.)
1977 B. J. Thomas
114
(12 Wo.)
39
(6 Wo.)
1983 New Looks
193
(3 Wo.)
13
(34 Wo.)
The Great American Dream
300! 27
(19 Wo.)
1984 Shining
300! 40
(22 Wo.)
2013 The Living Room Sessions
300! 39
(4 Wo.)

Weitere Alben

  • I’m so Lonesome I Could Cry (1966)
  • Tomorrow Never Comes (1966)
  • B. J. Thomas Sings for Lovers and Losers (1967)
  • Young and in Love (1969)
  • Longhorns & Londonbridges (1974)
  • Help Me Make It (To My Rockin’ Chair) (1975)
  • Home Where I Belong (1976, Dove Award)
  • Everybody Loves a Rain Song (1978)
  • Happy Man (1979)
  • You Gave Me Love (When Nobody Gave Me a Prayer) (1979)
  • Amazing Grace (1981, Dove Award)
  • As We Know Him (1982)
  • Miracle (1982)
  • Peace in the Valley (1982)
  • Love Shines (1983)
  • Throwin’ Rocks at the Moon (1985)
  • All Is Calm, All Is Bright (1985)
  • Night Life (1986)
  • Midnight Minute (1989)
  • Back Against the Wall (1992)
  • Wind Beneath My Wings (1993)
  • Precious Memories (1995)
  • I Believe (1997)
  • Love to Burn (2007)
  • Once I Loved (2010)

SinglesBearbeiten

Jahr Titel
Album
Chartplatzierungen[3][4][2] Anmerkungen
Deutschland  DE Osterreich  AT Vereinigtes Konigreich  UK Vereinigte Staaten  US Vereinigte Staaten  Country
1966 I’m so Lonesome I Could Cry
300! 300! 300! 8
(13 Wo.)
300!
Autor/Original: Hank Williams (1949)
Erstveröffentlichung: 1964; B. J. Thomas mit The Triumphs
Mama
300! 300! 300! 22
(8 Wo.)
300!
Autor: Mark Charron
Erstveröffentlichung: 1964
Billy and Sue
300! 300! 300! 34
(11 Wo.)
300!
Autor: Mark Charron
Erstveröffentlichung: 1964; B. J. Thomas mit The Triumphs
Bring Back the Time
300! 300! 300! 75
(4 Wo.)
300!
Autor: Mark Charron
Erstveröffentlichung: 1965
Tomorrow Never Comes
300! 300! 300! 80
(5 Wo.)
300!
Autoren: Johnny Bond, Ernest Tubb
Erstveröffentlichung: 1965
1945 ein Countryhit für Ernest Tubb
1967 I Can’t Help It (If I’m Still in Love with You)
300! 300! 300! 94
(1 Wo.)
300!
Autor/Original: Hank Williams (1951)
Erstveröffentlichung: 1965
1968 The Eyes of a New York Woman
300! 300! 300! 28
(14 Wo.)
300!
Autor: Mark James
Hooked on a Feeling
300! 300! 300! 5
 Gold

(16 Wo.)
300!
Autor: Mark James
auf Platz 84 der meistgespielten Songs des 20. Jahrhunderts in den USA (laut BMI)
1969 It’s Only Love
300! 300! 300! 45
(8 Wo.)
300!
Autoren: Mark James, Steve Tyrell
Pass the Apple Eve
300! 300! 300! 97
(3 Wo.)
300!
Autoren: Mark James, Johnny Christopher
Raindrops Keep Fallin’ on My Head
40
(2 Wo.)
11
(8 Wo.)
38
(4 Wo.)
1
 Gold

(22 Wo.)
300!
Musik: Burt Bacharach, Text: Hal David
aus dem Film Butch Cassidy and the Sundance Kid
Oscar (Bester Filmsong)
1970 Everybody’s Out of Town
300! 300! 300! 26
(9 Wo.)
300!
Musik: Burt Bacharach, Text: Hal David
I Just Can’t Help Believing
300! 300! 300! 9
(13 Wo.)
300!
Musik: Barry Mann, Text: Cynthia Weil
Most of All
300! 300! 300! 38
(10 Wo.)
300!
Autoren: Buddy Buie, J. R. Cobb
1971 No Love at All
300! 300! 300! 16
(11 Wo.)
300!
Autoren: Wayne Thompson, Johnny Christopher
Mighty Clouds of Joy
300! 300! 300! 34
(10 Wo.)
300!
Autoren: Buddy Buie, Robert Nix
Long Ago Tomorrow
300! 300! 300! 61
(7 Wo.)
300!
Musik: Burt Bacharach, Text: Hal David
1972 Rock and Roll Lullaby
300! 300! 300! 15
(11 Wo.)
300!
Autoren: Barry Mann, Cynthia Weil
Gitarre: Duane Eddy, Begleitsänger: Dave Sommerville, die Blossoms
That’s What Friends Are For
300! 300! 300! 74
(6 Wo.)
300!
Autor: Paul Williams (auch Begleitsänger)
Happier Than the Morning Sun
300! 300! 300! 100
(2 Wo.)
300!
Autor: Stevie Wonder (spielt auch Mundharmonika)
Begleitsänger: die Blossoms
1975 (Hey Won’t You Play) Another Somebody
Done Somebody Wrong Song
300! 300! 300! 1
 Gold

(18 Wo.)
1
(16 Wo.)
Autoren: Larry Butler, Chips Moman
Grammy (Country Song)
Help Me Make It (To My Rockin’ Chair)
300! 300! 300! 64
(9 Wo.)
37
(10 Wo.)
Autor: Bobby Gene Emmons
1977 Home Where I Belong
300! 300! 300! 300! 98
(1 Wo.)
Autor: Pat Terry
Grammy (Gospel)
Don’t Worry Baby
300! 300! 300! 17
(17 Wo.)
300!
Autoren: Brian Wilson, Roger Christian
1964 ein Hit für die Beach Boys
Still the Lovin’ Is Fun
300! 300! 300! 77
(4 Wo.)
300!
Autor: Chris Christian
1978 Everybody Loves a Rain Song
300! 300! 300! 43
(8 Wo.)
25
(13 Wo.)
Autor: Mark James, Chips Moman
1979 We Could Have Been the Closest of Friends
300! 300! 300! 300! 86
(3 Wo.)
Autoren: Steve Pippin, Johnny Slate
1981 Some Love Songs Never Die
300! 300! 300! 300! 27
(11 Wo.)
Autoren: Bob Morrison, Alice Keister, Johnny MacRae
I Recall a Gypsy Woman
300! 300! 300! 300! 22
(12 Wo.)
Autoren: Robert McDill, Allen Reynolds; Original: Don Williams (1973)
1983 Whatever Happened to Old-Fashioned Love
300! 300! 300! 93
(2 Wo.)
1
(21 Wo.)
Autor: Lewis Anderson
New Looks from an Old Lover
300! 300! 300! 300! 1
(21 Wo.)
Autoren: Red Lane, Gloria Thomas, Lathan Hudson
Two Car Garage
300! 300! 300! 300! 3
(21 Wo.)
Autoren: J. D. Martin, Gary Harrison
1984 The Whole World’s in Love When You’re Lonely
300! 300! 300! 300! 10
(19 Wo.)
Autoren: Dan Tyler, Fred Knobloch
The Girl Most Likely To
300! 300! 300! 300! 17
(19 Wo.)
Autoren: Steve Pippin, Wood Newton
1985 The Part of Me That Needs You Most
300! 300! 300! 300! 61
(11 Wo.)
Autoren: Mike Chapman, Nicky Chinn
1980 ein Hit für Jay Black
1986 America Is
300! 300! 300! 300! 62
(7 Wo.)
Autoren: Hal David, Joe Raposo
Night Life
300! 300! 300! 300! 59
(6 Wo.)
Autoren: Willie Nelson, Walt Breeland, Paul Buskirk
1963 ein Hit für Rusty Draper
2000 You Call That a Mountain
300! 300! 300! 300! 66
(1 Wo.)
Autoren: Michael Gavin, Bucky Jones

Weitere Singles

  • You’ll Never Walk Alone (1966)
  • Plain Jane (1966)
  • Treasure of Love (1967)
  • Human (1967)
  • The Girl Can’t Help It (1967)
  • Skip a Rope (1969)
  • Sweet Cherry Wine (1973)
  • Songs (1973)
  • Early Morning Hush (1973)
  • Play Something Sweet (1974)
  • Without a Doubt (1977)
  • I Want to Be More like Jesus (1978)
  • Sweet Young America (1978)
  • God Bless the Children (1979)
  • Happy Man (1979, Grammy)
  • What a Difference You’ve Made (1979)
  • He’s Got It All in Control (1979)
  • From the Start (1979)
  • Jesus on My Mind (1980)
  • The Faith of a Little Child (1980)
  • Walkin’ on a Cloud (1980)
  • Nothin’ Could Be Better (1980)
  • Everything Always Works Out for the Best (1980)
  • Unclouded Day (1981)
  • Satan, You’re a Liar (1982)
  • But Love Me (1982)
  • Pray for Me (1983)
  • Odessa Beggarman (1984)
  • As Long as We Got Each Other (mit Dusty Springfield, 1988)
  • Don’t Leave Love (Out There All Alone) (1989)
  • I Just Can’t Help Believing (mit Vince Gill, 2013)

AuszeichnungenBearbeiten

Grammy Awards

  • 1978: Best Inspirational Performance für Home Where I Belong
  • 1979: Best Inspirational Performance für Happy Man
  • 1980: Best Inspirational Performance für You Gave Me Love (When Nobody Gave Me a Prayer)
  • 1981: Best Gospel Performance, Contemporary or Inspirational für The Lord’s Prayer (mit weiteren Musikern)
  • 1982: Best Inspirational Performance für Amazing Grace

GMA Dove Awards[5]

  • 1977: Album by a Secular Artist für Home Where I Belong
  • 1982: Album by a Secular Artist für Amazing Grace

LiteraturBearbeiten

  • Home Where I Belong, 1978, B. J. Thomas und Jerry B. Jenkins, Autobiografie.
  • In Tune, 1983, B. J. Thomas und Gloria Thomas, Autobiografie.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Für nähere Informationen zu dem Titel siehe: Bronson, Fred: The Billboard Book of Number One Hits. 3. überarbeitete und erweiterte Aufl. New York City, New York: Billboard Publications, 1992, S. 266.
  2. a b c B. J. Thomas in der Gold-/Platindatenbank der RIAA (USA)
  3. a b Chartquellen: DE AT UK US
  4. a b US-Singles: Joel Whitburn's Top Pop Singles 1955-2006. Billboard Books, New York 2007, ISBN 0-89820-172-1. / US-Alben: The Billboard Albums von Joel Whitburn, 6th Edition, Record Research 2006, ISBN 0-89820-166-7.
  5. Liste der Gewinner der GMA Dove Awards, abgerufen am 9. März 2019

WeblinksBearbeiten