Asteroid Impact & Deflection Assessment

Raumfahrtmission

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DART

Künstlerische Darstellung der DART-Sonde
Missions­ziel (65803) DidymosVorlage:Infobox Sonde/Wartung/Missionsziel
Auftrag­geber National Aeronautics and Space AdministrationNASA NASA / Europäische WeltraumorganisationESA ESAVorlage:Infobox Sonde/Wartung/Auftraggeber
Träger­rakete Falcon 9 Block 5Vorlage:Infobox Sonde/Wartung/Traegerrakete
Aufbau
Startmasse ca. 500 kgVorlage:Infobox Sonde/Wartung/Startmasse
Verlauf der Mission
Startdatum 24. November 2021, 06:21 UTC[1]Vorlage:Infobox Sonde/Wartung/Startdatum
Startrampe Vandenberg SFB, SLC-3EVorlage:Infobox Sonde/Wartung/Startrampe
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24. November 2021 Start
 
26. September 2022 Einschlag auf Dimorphos
Hera

Künstlerische Darstellung von Hera im Orbit um Didymos
Missions­ziel (65803) DidymosVorlage:Infobox Sonde/Wartung/Missionsziel
Auftrag­geber National Aeronautics and Space AdministrationNASA NASA / Europäische WeltraumorganisationESA ESAVorlage:Infobox Sonde/Wartung/Auftraggeber
Träger­rakete Ariane 62 AstrisVorlage:Infobox Sonde/Wartung/Traegerrakete
Aufbau
Startmasse 1050 kgVorlage:Infobox Sonde/Wartung/Startmasse
Verlauf der Mission
Startdatum 2024 (geplant)[2]Vorlage:Infobox Sonde/Wartung/Startdatum
Startrampe Centre Spatial Guyanais, ELA-4Vorlage:Infobox Sonde/Wartung/Startrampe

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Asteroid Impact & Deflection Assessment (kurz AIDA; englisch für „Asteroiden-Einschlag- & Ablenkungs-Bewertung“) ist eine gemeinsame Mission von NASA und ESA zum Doppelasteroiden (65803) Didymos. Ziel der Mission ist es, nachzuweisen, dass die Bahn eines Asteroiden durch den Einschlag einer Raumsonde geändert werden kann.

Die Mission soll aus zwei Raumsonden bestehen: der NASA-Sonde DART (Double Asteroid Redirection Test; englisch für „Doppel-Asteroiden-Umleitungs-Test“) und der ESA-Sonde Hera.[3] Der Start von DART fand am 24. November 2021 statt[4][1], der der Hera ist für das Jahr 2024 vorgesehen.[2] Hera soll die Auswirkungen des Aufpralls genauer untersuchen.

PlanungBearbeiten

Im Februar 2015 stellte die NASA die Konzeptstudie der AIDA-Mission zum erdnahen Doppelasteroiden (65803) Didymos als Gemeinschaftsprojekt mit der ESA vor, wobei die NASA-Sonde DART (Double Asteroid Redirection Test) auf dem kleineren der beiden Asteroiden einschlagen soll und die ESA-Sonde AIM (Asteroid Impact Mission) dies beobachtet und die Asteroiden vermisst.[5] Die ESA konkretisierte im Oktober 2015 die Pläne zur Raumsonde AIM, die es etablieren solle, die Daten per Laserkommunikation zur optischen Bodenstation der ESA auf Teneriffa (Teil des Observatorio del Teide) zu senden, wodurch die Übertragung gegenüber bisheriger Funkkommunikation um ein Vielfaches schneller verlaufen würde. Die 39,3 Kilogramm schwere Sonde werde RUAG Space in der Schweiz designen.[6]

Im Dezember 2016 beschloss der ESA-Ministerrat – eine Ministerkonferenz aller 22 ESA-Mitgliedsstaaten – als oberstes Gremium für AIM keine Finanzmittel zu bewilligen. Hierzu wären 100 Millionen Euro nötig gewesen. Dies bedeutet de facto den Rückzug der ESA aus dem Projekt.[7][8] Die NASA gab im Anschluss an diese Tagung bekannt, dass sie am AIDA-Konzept festhalten und die DART-Raumsonde im Zweifel auch ohne den ESA-Pendanten starten wolle. Der Einschlag wäre dann nur von Bodenstationen beobachtet worden. Ende Juni 2017 bestätigte die NASA die AIDA-Mission, indem sie sie von einer Konzeptstudie zur vorläufigen Design-Phase hochstufte.[9]

Die ESA-Mitgliedstaaten nahmen ihre Pläne für eine Beteiligung an AIDA wieder auf und beschlossen im November 2019 die Durchführung der Hera-Mission.[10]

Am 15. September 2020 gab die ESA bekannt, dass sie einen Auftrag in Höhe von 129,4 Mio. Euro an ein Konsortium unter Führung des Unternehmens OHB, erteilt hat. Der Start von Hera sei nun für 2024 geplant.[2]

MissionszieleBearbeiten

Hauptziel ist es zu überprüfen, ob die Umlaufbahn eines mittelgroßen Asteroiden durch den Einschlag einer Raumsonde verändert werden kann. Dies wäre der erste Schritt einer planetaren Verteidigung gegen Erdbahnkreuzer, um diese bei Kollisionsgefahr mit der Erde von ihrem Kurs abzubringen. Der Meteor von Tscheljabinsk von 2013 mit rund 1500 Verletzten zeigte die Notwendigkeit. Didymos gehört wie dieser zum Apollo-Typ der Asteroiden – erdnahe Asteroiden, die die Erdbahn kreuzen können. Didymos wird die Erdbahn in absehbarer Zeit aber nicht kreuzen.[11]

Durch die AIM-Raumsonde sollten detaillierte topografische Karten der Asteroiden, sowie Kenntnisse über den inneren Aufbau und die Umlaufbahn des kleineren Asteroiden um den größeren gewonnen werden.

Technisch soll die Laserkommunikation zur Bodenstation und ein Inter-Satelliten-Netzwerk zwischen AIM-Raumsonde, CubeSats und MASCOT-2-Lander erprobt werden. CubeSats sind kleine, nur ein Kilogramm schwere Minisatelliten, die bei der Mission neue Kommunikationstechnologien testen sollen.

Ablauf der MissionBearbeiten

Die inzwischen gestrichene AIM sollte von Französisch-Guayana aus starten und den Doppelasteroiden Didymos 18 Monate später in 16 Millionen Kilometer Entfernung erreichen. An Bord wäre neben einer hochauflösende Kamera, eine Infrarotkamera und ein Radar zur Oberflächenuntersuchung gewesen. Für die Laserkommunikation zur Bodenstation sollten mehrere Mini-Satelliten, sogenannte CubeSats dienen. Außerdem war für AIM der MASCOT-2-Lander des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) geplant, der die chemische Bodenzusammensetzung untersuchen sollte. Im späteren Missionsverlauf sollte die Sonde in sicheren Observierungsabstand gehen.

DART startete am 24. November 2021 auf einer Falcon-9-Trägerrakete von der Vandenberg Space Force Base in Kalifornien,[1] und soll nach einem Vorbeiflug am Asteroiden (3361) Orpheus im Oktober 2022 eintreffen. Didymos (mit etwa 800 Meter Durchmesser) wäre zu diesem Zeitpunkt ungefähr 11 Millionen Kilometer entfernt. Die NASA-Sonde soll mit sechs Kilometer pro Sekunde auf dem kleineren Begleiter von Didymos, Dimorphos (informell als Didymoon bezeichnet) einschlagen, der einen Durchmesser von 170 Meter hat. Anschließend soll geklärt werden, ob und wie sich die Umlaufbahn von Dimorphos (um Didymos) durch den Einschlag verändert.[12]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Launch Schedule. spaceflighnow.com, 17. November 2021.
  2. a b c ESA: Industry starts work on Europe’s Hera planetary defence mission. ESA, 15. September 2020, abgerufen am 16. September 2020 (englisch).
  3. Asteroid Impact & Deflection Assessment (AIDA) collaboration. ESA, abgerufen am 16. Februar 2020.
  4. SpaceX: Double Asteroid Redirection Test (DART) Mission. SpaceX, 24. November 2021, abgerufen am 24. November 2021 (englisch).
  5. AIDA: Asteroid Impact and Deflection Assessment Mission Under Study at ESA And NASA. (PDF) ESA, abgerufen am 8. Juli 2017 (englisch).
  6. Licht wird auf eine mehrere Millionen Kilometer lange Reise geschickt. ESA, abgerufen am 8. Juli 2017.
  7. Europas Zukunft in der Raumfahrt. ESA, abgerufen am 8. Juli 2017.
  8. Europas Zukunft in der Raumfahrt. In: Euronews. Abgerufen am 8. Juli 2017.
  9. NASA’S First Asteroid Deflection Mission Enters Next Design Phase. NASA, abgerufen am 8. Juli 2017 (englisch).
  10. Asteroiden-Abwehr und eigene Mond-Mission. tagesschau.de, 30. Dezember 2019.
  11. Nasa will Asteroidenabwehr testen. In: Telepolis. Abgerufen am 8. Juli 2017.
  12. Esa will Einschlag auf einem Asteroid live beobachten – und vorher darauf landen. In: Augsburger Allgemeine. 23. April 2015, abgerufen am 8. Juli 2017.