Asteroid Impact & Deflection Assessment

Asteroid Impact & Deflection Assessment (kurz AIDA; englisch für „Asteroiden Einschlag & Ablenkungs Bewertung“) ist eine gemeinsam von NASA und ESA geplante Mission zum Doppelasteroiden (65803) Didymos. Ziel der Mission ist es, nachzuweisen, dass die Bahn eines Asteroiden durch den Einschlag einer Raumsonde geändert werden kann. Die Mission soll aus zwei Raumsonden bestehen: der NASA-Sonde DART (Double Asteroid Redirection Test; englisch für „Doppel-Asteroiden Umleitungs-Test“) und der ESA-Sonde Hera.[4] DART soll frühestens Mitte 2021 starten, Hera 2023.Vorlage:Zukunft/In 3 Jahren

Asteroid Impact & Deflection Assessment

DART-Sonde
Missions­ziel (65803) Didymos
Auftrag­geber NASA und ESA
Verlauf der Mission
Startdatum Juli 2021 – Februar 2022 (DART)[1]
Oktober 2023 (Hera)[2][3]

PlanungBearbeiten

Im Februar 2015 stellte die NASA die Konzeptstudie der AIDA-Mission zum erdnahen Doppelasteroiden (65803) Didymos als Gemeinschaftsprojekt mit der ESA vor, wobei die NASA-Sonde DART (Double Asteroid Redirection Test) auf dem kleineren der beiden Asteroiden einschlagen soll und die ESA-Sonde AIM (Asteroid Impact Mission) dies beobachtet und die Asteroiden vermisst.[5] Die ESA konkretisierte im Oktober 2015 die Pläne zur Raumsonde AIM, die es etablieren solle, die Daten per Laserkommunikation zur optischen Bodenstation der ESA auf Teneriffa zu senden, wodurch die Übertragung gegenüber bisheriger Funkkommunikation um ein Vielfaches schneller verlaufen würde. Die 39,3 Kilogramm schwere Sonde werde RUAG Space in der Schweiz designen.[6]

Im Dezember 2016 beschloss der ESA-Ministerrat – eine Ministerkonferenz aller 22 ESA-Mitgliedsstaaten – als oberstes Gremium für AIM keine Finanzmittel zu bewilligen. Hierzu wären 100 Millionen Euro nötig gewesen. Dies bedeutet de facto den Rückzug der ESA aus dem Projekt.[7][8] Die NASA gab im Anschluss an diese Tagung bekannt, dass sie am AIDA-Konzept festhalten und die DART-Raumsonde im Zweifel auch ohne den ESA-Pendanten starten wolle. Der Einschlag wäre dann nur von Bodenstationen beobachtet wurden. Ende Juni 2017 bestätigte die NASA die AIDA-Mission, indem sie sie von einer Konzeptstudie zur vorläufigen Design-Phase hochstufte.[9]

Die ESA-Mitgliedstaaten nahmen ihre Pläne für eine Beteiligung an AIDA wieder auf und beschlossen im November 2019 die Durchführung der Hera-Mission.[10]

MissionszieleBearbeiten

Hauptziel ist es zu überprüfen, ob die Umlaufbahn eines mittelgroßen Asteroiden durch den Einschlag einer Raumsonde verändert werden kann. Dies wäre der erste Schritt einer planetaren Verteidigung gegen Erdbahnkreuzer, um diese bei Kollisionsgefahr mit der Erde von ihrem Kurs abzubringen. Der Meteor von Tscheljabinsk von 2013 mit rund 1500 Verletzten zeigte die Notwendigkeit. Didymos gehört wie dieser zum Apollo-Typ der Asteroiden – erdnahe Asteroiden, die die Erdbahn kreuzen können. Didymos wird die Erdbahn in absehbarer Zeit aber nicht kreuzen.[11]

Durch die AIM-Raumsonde sollten detaillierte topografische Karten der Asteroiden, sowie Kenntnisse über den inneren Aufbau und die Umlaufbahn des kleineren Asteroiden um den größeren gewonnen werden.

Technisch soll die Laserkommunikation zur Bodenstation und ein Inter-Satelliten-Netzwerk zwischen AIM-Raumsonde, CubeSats und MASCOT-2-Lander erprobt werden. CubeSats sind kleine, nur ein Kilogramm schwere Minisatelliten, die bei der Mission neue Kommunikationstechnologien testen sollen.

Ablauf der MissionBearbeiten

AIM sollte im Oktober 2020 mit einer Ariane 621 von Französisch-Guayana aus starten und den Doppelasteroiden Didymos 18 Monate später in 16 Millionen Kilometer Entfernung erreichen. An Bord wäre neben einer hochauflösende Kamera, eine Infrarotkamera und ein Radar zur Oberflächenuntersuchung gewesen. Für die Laserkommunikation zur Bodenstation sollten mehrere Mini-Satelliten, sogenannte CubeSats dienen. Auérdem war für AIM der MASCOT-2-Lander des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) geplant, der die chemische Bodenzusammensetzung untersuchen sollte. Im späteren Missionsverlauf sollte die Sonde in sicheren Observierungsabstand gehen.

DART soll frühestens im Juli 2021 gestartet werden und nach einem Vorbeiflug am Asteroiden (3361) Orpheus im Oktober 2022Vorlage:Zukunft/In 2 Jahren eintreffen. Didymos wäre zu diesem Zeitpunkt ungefähr 11 Millionen Kilometer entfernt. Die NASA-Sonde soll mit sechs Kilometer pro Sekunde auf dem kleineren, informell als „Didymoon“ (offiziell Didymos B) bezeichneten Asteroiden einschlagen, der einen Durchmesser von 170 Meter hat. Darauf soll geklärt werden, ob sich die Umlaufbahn von Didymoon durch den Einschlag verändert.[12][13]

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1 Entgegen der englischsprachigen ESA-Internetseite sollte laut deutschsprachiger eine Sojus-Rakete verwendet werden

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Fiscal Year 2021 Congressional Justification, Seiten LSO-71, LSO-74 und PS-14. NASA, 10. Februar 2020. (PDF, 12 MB)
  2. Hera Mission. (PDF) ESA, 2017, abgerufen am 11. Mai 2019.
  3. Hera mission status. (PDF) ESA, 2018, abgerufen am 11. Mai 2019.
  4. Asteroid Impact & Deflection Assessment (AIDA) collaboration. ESA, abgerufen am 16. Februar 2020.
  5. AIDA: Asteroid Impact and Deflection Assessment Mission Under Study at ESA And NASA. (PDF) ESA, abgerufen am 8. Juli 2017 (englisch).
  6. Licht wird auf eine mehrere Millionen Kilometer lange Reise geschickt. ESA, abgerufen am 8. Juli 2017.
  7. Europas Zukunft in der Raumfahrt. ESA, abgerufen am 8. Juli 2017.
  8. Europas Zukunft in der Raumfahrt. In: Euronews. Abgerufen am 8. Juli 2017.
  9. NASA’S First Asteroid Deflection Mission Enters Next Design Phase. NASA, abgerufen am 8. Juli 2017 (englisch).
  10. Asteroiden-Abwehr und eigene Mond-Mission. tagesschau.de, 30. Dezember 2019.
  11. Nasa will Asteroidenabwehr testen. In: Telepolis. Abgerufen am 8. Juli 2017.
  12. Asteroid Impact Mission. ESA, abgerufen am 8. Juli 2017 (englisch).
  13. Esa will Einschlag auf einem Asteroid live beobachten - und vorher darauf landen. In: Augsburger Allgemeine. Abgerufen am 8. Juli 2017.