Antoniów (Ozimek)

Siedlung in Polen

Antoniów (deutsch Antonia) ist eine Ortschaft in Oberschlesien. Antoniów liegt in der Gemeinde Ozimek (Malapane) im Powiat Opolski in der polnischen Woiwodschaft Oppeln.

Antoniów
Antonia
?
Antoniów Antonia (Polen)
Antoniów
Antonia
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Oppeln
Powiat: Oppeln
Gmina: Ozimek
Geographische Lage: 50° 41′ N, 18° 12′ OKoordinaten: 50° 41′ 25″ N, 18° 11′ 58″ O
Höhe: 178 m n.p.m.
Einwohner: 1171 (31. Okt. 2018[1])
Postleitzahl: 46-040
Telefonvorwahl: (+48) 77
Kfz-Kennzeichen: OPO
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DW 463 BierdzanZawadzkie
Nächster int. Flughafen: Katowice-Pyrzowice



GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Antoniów liegt drei Kilometer nordwestlich vom Gemeindesitz Ozimek (Malapane) und 18 Kilometer östlich von der Kreisstadt und Woiwodschaftshauptstadt Oppeln. Östlich des Dorfes fließt die Mała Panew (dt. Malapane).

Der Ort liegt südöstlich des Turawa-Stausees. Durch den Ort verläuft die Woiwodschaftsstraße Droga wojewódzka 463. Historische Ortsbelege: [2][3]

NachbarorteBearbeiten

Nachbarorte von Antoniów sind im Nordwesten Szczedrzyk (Sczedrzik), im Norden Dylaki (Dyloken) und im Südosten der Gemeindesitz Ozimek (Malapane).

GeschichteBearbeiten

Das Dorf wurde ab 1780 innerhalb der Friderizianischen Kolonisation unter Friedrichs dem Großen als Holzfällerkolonie für das Hüttenwerk Malapane gegründet.[4] Im Straßendorf wurden 40 Stellen mit Doppelhäusern für je zwei Familien geschaffen. Anfangs wurden Köhler aus „dem Nassauischen“ angeworben. Später wurden heimische Arbeiter aus Oberschlesien angesiedelt, daher dominierte im Ort die polnische Sprache.[5]

Die Namensvergabe erfolgte nach dem weiblichen Vornamen, eine konkrete Person ist aus den Einzelnachweisen nicht belegbar. Die Benennung nach männlichen oder weiblichen Vornamen war eine während der Kolonisation praktizierte Variante.[4] In bekannten Verordnungen zur Namensbeilegung wurde die namensgebende Person nicht genannt.[6]

Nach der Neuorganisation der Provinz Schlesien gehörte die Landgemeinde Antonia ab 1816 zum Landkreis Oppeln im Regierungsbezirk Oppeln. 1821 wurde eine katholische Schule gegründet, die neben den Schülern aus Antonia auch von Schülern aus Schodnia besucht wurde. 1845 bestanden im Dorf eine katholische Schule und 54 weitere Häuser. Im gleichen Jahr lebten in Antonia 358 Menschen, davon 37 katholisch und acht jüdisch.[7] 1874 wurde der Amtsbezirk Malapane gegründet, welcher aus den Landgemeinden Antonia, Hüttendorf, Königlich Karmerau, Kreuzthal und Schodnia und dem Gutsbezirk Malapane, Hüttenwerk bestand.[8] 1865 hatte der Ort 40 Kolonisten und 13 Häusler.[9] 1885 hatte der Ort 356 Einwohner.

Bei der Volksabstimmung in Oberschlesien am 20. März 1921 stimmten 189 Wahlberechtigte für einen Verbleib bei Deutschland und 105 für Polen.[10] Antonia verblieb beim Deutschen Reich. 1933 lebten im Ort 937 Einwohner. Am 1. April 1939 wurde Antonia nach Malapane eingemeindet. Bis 1945 befand sich der Ort im Landkreis Oppeln.[11][8]

1945 kam der bisher deutsche Ort unter polnische Verwaltung und wurde der Woiwodschaft Schlesien angeschlossen und zum 28. Juni 1948 in Antoniów umbenannt.[12] 1950 kam der Ort zur Woiwodschaft Oppeln. 1999 kam der Ort zum wiedergegründeten Powiat Opolski. 2011 lebten 1180 Menschen im Ort.[13]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Dreistöckige Glockenkapelle
  • Wegekreuz

VereineBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Norbert Schwierz: Ortschronik von Antonia (Antoniów). Düsseldorf/Dülmen 1998, ISBN 3-87595-309-6.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Einwohnerzahl Gmina Ozimek (polnisch), 1. Oktober 2018, abgerufen am 3. April 2019
  2. Antonia: In Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912 und alter Landkarte. meyersgaz.org
  3. Antonia, Antoniów im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie
  4. a b Herbert Schlenger: Geschichtlicher Atlas von Schlesien. Beiheft 1: Friderizianische Siedlungen rechts der Oder bis 1800. Thorbecke Verlag GmbH & Co., Sigmaringen; 2. Auflage 1985, S. 121, 158. ISBN 978-3799561952.
  5. Walter Kuhn: Siedlungsgeschichte Oberschlesiens. Oberschlesischer Heimatverlag, Würzburg. 1954. S. 206
  6. Vereinigung der heimatkundlichen Arbeitsgemeinschaften im Kreise Oppeln (Hrsg.): Friderizianische Kolonien erhalten ihren Namen. In: Oppelner Heimatblatt 10 (1934) Nr. 6, S. 4
  7. Johann Georg Knie: Alphabetisch-statistisch-topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preuss. Provinz Schlesien. Breslau 1845, S. 10.
  8. a b Territorial: Amtsbezirk Malapane/Hitlersee
  9. Vgl. Felix Triest: Topographisches Handbuch von Oberschlesien, Breslau 1865
  10. Vgl. Ergebnisse der Volksabstimmung in Oberschlesien von 1921 (Memento vom 24. Januar 2017 im Internet Archive)
  11. Michael Rademacher: Kreis Oppeln (poln. Opole). Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: treemagic.org.
  12. Verordnung vom 1. Juni 1948
  13. GUS 2011: Ludność w miejscowościach statystycznych według ekonomicznych grup wieku (polnisch), 31. März 2011, abgerufen am 3. April 2019