Anton Hubert Konrad

deutscher Verleger

Anton Hubert Konrad, auch Anton H. Konrad (* 31. Mai 1937 in Illertissen),[1] ist ein deutscher Verleger und Gründer des Verlags Anton H. Konrad in Weißenhorn.

Leben und WirkenBearbeiten

Anton Konrad besuchte das Kolleg der Schulbrüder in seiner Geburtsstadt Illertissen und legte 1956 dort sein Abitur ab. Anschließend absolvierte er eine Lehre beim Verlag W. Kohlhammer in Stuttgart. Nach einem mehrmonatigen Aufenthalt als Trainee beim Verlag Allen & Unwin in London begann er ein Studium der Kunstgeschichte, Archäologie und Historischen Hilfswissenschaften in München und Würzburg. Im Jahr 1961 gründete Konrad in Neu-Ulm den nach ihm benannten Verlag Anton H. Konrad. 1964 verlegte er den Sitz des Unternehmens nach Weißenhorn im Landkreis Neu-Ulm, wo er auch eine eigene Buchhandlung betreibt.

Das Verlagsprogramm umfasst Werke zur Orts- und Heimatgeschichte, Bücher über Klöster und Kirchen sowie Monographien zu Künstlern des Barock und Rokoko. Die Texte für zahlreiche Kunst- und Kirchenführer und Hefte der Serie „Schwäbische Kunstdenkmäler“ verfasste Konrad selbst. Für seine Kataloge zur historischen Kartografie arbeitete er mit der Bayerischen Staatsbibliothek in München und der Staatsbibliothek zu Berlin zusammen. Zu seinen bedeutenden Publikationen zählt der Verleger einen von der Wissenschaftlerin Angelika Marsch zusammengestellten fast 700 Seiten starken Band mit historischen Stadtansichten aus ganz Europa von Friedrich Bernhard Werner (1690–1776) und eine großformatige Faksimile-Ausgabe des Reisebilderbuches des Pfalzgrafen Ottheinrich, der in den Jahren 1536/1537 von einem mitreisenden Künstler alle Städte auf seinem Reiseweg von Neuburg an der Donau nach Krakau und Berlin zeichnen ließ.

Im Rahmen der Presseberichterstattung anlässlich seines 80. Geburtstags im Mai 2017 gab Konrad bekannt, dass er derzeit an seiner vor 50 Jahren unvollendet gebliebenen Doktorarbeit arbeite. Hierbei handelt es sich um eine umfangreiche Monographie über den aus Weißenhorn stammenden Rokokomaler Franz Martin Kuen, die bis zu den Feierlichkeiten zum 300. Geburtstag des Künstlers Ende 2019 fertiggestellt sein soll.

Ehrenamtliche TätigkeitBearbeiten

Neben seinem Beruf engagierte sich Konrad von 1964 bis 1988 als Vorsitzender des Heimat- und Museumsvereins seiner Wahlheimatstadt Weißenhorn. Seit 1970 ist er zudem ehrenamtlich als Kreisheimatpfleger im Landkreis Neu-Ulm tätig. Für sein vielfältiges und langjähriges Engagement wurde Konrad mehrfach geehrt.

EhrungenBearbeiten

Veröffentlichungen (Auswahl)Bearbeiten

  • 1965 Die Reichsabtei Elchingen: Ihr Bild im Wandel d. Jahrhunderte
  • 1966 Franz Reissenauer, Josef Weizenegger, Anton H. Konrad: Der Landkreis Günzburg: Ein Porträt seiner Geschichte u. Kunst Unter Mitw. von Paul Auer [u. a. Hrsg. im Auftrag des Landkreises Günzburg]
  • 1972 Joseph Götsch: ein bayerischer Bildhauer des Rokoko aus Tirol. ISBN 3-87437-081-X.
  • 1980 Kellmünz: eine Marktgemeinde im Illertal; 650 Jahre Markt 1330-1980. ISBN 3-87437-169-7.
  • 1991 Arthur Haseloff u. a.: Hohenstaufische Erinnerungen in Apulien: Memorie Sueve in Puglia (Schriften zur staufischen Geschichte und Kunst), ISBN 3-87437-314-2.
  • 2000 Angelika Marsch (Hrsg.): Die Reisebilder Pfalzgraf Ottheinrichs aus den Jahren 1536/37. Von seinem Ritt von Neuburg a.d. Donau über Prag nach Krakau und zurück über Breslau, Berlin, Wittenberg und Leipzig nach Neuburg. 2 Bände, ISBN 3-87437-440-8.
  • 2010 Angelika Marsch: Friedrich Bernhard Werner 1690-1776. Corpus seiner europäischen Städteansichten, illustrierten Reisemanuskripte und der Topographien von Schlesien und Böhmen-Mähren, ISBN 978-3-87437-534-4.
  • 2011 Schloss Erbach. ISBN 978-3-87437-053-0.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ein Verleger mit Geschichte. In: openpr.de. 29. Mai 2017, abgerufen am 2. Juni 2017.