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Andreas W. Daum ist ein deutscher Historiker.

Andreas Daum studierte in Köln und legte 1990 den Magister in München ab. Sein akademischer Lehrer war Thomas Nipperdey. In München wurde er 1995 mit einer Studie über die Popularisierung der Naturwissenschaften in Deutschland zwischen 1848 und 1914 promoviert. Die Arbeit wurde zunächst von Nipperdey, nach dessen Tod von Laetitia Boehm, Wolfgang Hardtwig und Gerhard A. Ritter betreut. Daum war wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Historischen Institut in Washington und John F. Kennedy Fellow am Center for European Studies der Harvard University. Seit 2003 lehrt Daum als Professor für Geschichte an der State University of New York at Buffalo. Im Jahr 2012 hat er einen Ruf an die Universität der Bundeswehr München auf eine W3-Professur für Neueste Geschichte und Zeitgeschichte abgelehnt.

Daums Forschungsschwerpunkte sind die deutsche, europäische und transatlantische Geschichte vom 18. bis 20. Jahrhundert. Er veröffentlichte zahlreiche Studien über die Geschichte der Wissenschaftspopularisierung, das deutsche Bürgertum und die deutsch-amerikanischen Beziehungen. Seine Biographie Alexander von Humboldts, zu dem er ausgiebig publiziert hat,[1] erschien 2019 und deutet Humboldt als historische „Epochengestalt“.[2]

Daum gehörte zu den Herausgebern der Fachzeitschriften German Studies Review und ist Mitherausgeber der Berichte zur Wissenschaftsgeschichte. Er war Mellon Resident Fellow der American Philosophical Society, Research Fellow des National Endowment for the Humanities und Baird Resident Scholar an der Smithsonian Institution in Washington, DC.[3] Er wurde 2018 von der Alexander-von-Humboldt-Stiftung mit dem Carl Friedrich von Siemens-Forschungspreis ausgezeichnet.[4]

Schriften (Auswahl)Bearbeiten

Monografien

  • Wissenschaftspopularisierung im 19. Jahrhundert. Bürgerliche Kultur, naturwissenschaftliche Bildung und die deutsche Öffentlichkeit, 1848–1914. 2. ergänzte Auflage. Oldenbourg, München 2002, ISBN 3-486-56551-6, zugl. München, Universität, Dissertation, 1995, Rezension.
  • Kennedy in Berlin. Politik, Kultur und Emotionen im Kalten Krieg. Schöningh, Paderborn 2003, ISBN 3-506-71991-2 (Rezension) (englische Übersetzung: Kennedy in Berlin. übersetzt von Dona Geyer. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 2007, ISBN 978-0-521-85824-3).
  • Alexander von Humboldt. C.H. Beck, München 2019, ISBN 978-3-406-73435-9.

Herausgeberschaften

  • mit Lloyd C. Gardner, Wilfried Mausbach: America, the Vietnam War and the World: Comparative and International Perspectives. Cambridge University Press, Cambridge 2003, ISBN 0-521-81048-5.
  • mit Christof Mauch: Berlin – Washington, 1800–2000. Capital Cities, Cultural Representation, and National Identities. Cambridge University Press, Cambridge 2005, ISBN 978-0-521-84117-7. (Rezension)
  • mit Hartmut Lehmann, James J. Sheehan: The Second Generation. Émigrés from Nazi Germany as Historians. With a biobibliographical guide. Berghahn, New York, u. a. 2016, ISBN 978-1-78238-985-9.

WeblinksBearbeiten

AnmerkungenBearbeiten

  1. Vgl. dazu Andreas W. Daum: Die Ironie des Unzeitgemäßen. Anmerkungen zu Alexander von Humboldt. In: Zeitschrift für Ideengeschichte. Band 4, 2010, S. 5–23.
  2. Andreas W. Daum: Alexander von Humboldt. München 2019, S. 2.
  3. University at Buffalo. Department of History.
  4. Neuer Humboldt-Preisträger am Lehrstuhl für Zeitgeschichte, Ludwig-Maximilians-Universität München, 11. Februar 2019.