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Alfred Freyberg

deutscher Rechtsanwalt und Politiker (NSDAP)
Alfred Freyberg (um 1938)

Bruno Erich Alfred Freyberg (* 12. Juli 1892 in Harsleben; † 18. April 1945 in Leipzig) war ein deutscher Jurist, NSDAP-Politiker, SS-Gruppenführer und von 1939 bis 1945 Oberbürgermeister von Leipzig.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Nach dem Schulbesuch in Harsleben und Halberstadt studierte Freyberg Jura an den Universitäten Genf, Königsberg, München und Halle. 1918 legte er das Referendarexamen ab; 1922 bestand er die Juristische Staatsprüfung. Im Ersten Weltkrieg hatte er sich 1914 als Kriegsfreiwilliger gemeldet, 1917 wurde er zum Leutnant der Reserve befördert.

Freyberg heiratete am 11. Juli 1920 Magdalena Schwanneke (* 16. Februar 1896; † 18. April 1945 in Leipzig), mit der er zwei Kinder hatte, Wilhelm Friedrich (* 23. September 1923 in Quedlinburg; † wahrscheinlich 25. Juli 1944 in Staryj-Bychow (heutiges Weißrussland)) und Barbara (* 2. September 1925 in Quedlinburg; † 18. April 1945 in Leipzig).[1]

Von 1923 bis 1926 war er Regierungsrat in der Reichsfinanzverwaltung, im Jahr 1926 ließ er sich als Rechtsanwalt in Quedlinburg nieder. Ab 1929 war er zudem als Notar tätig. Schon im Mai 1925 war er der Ortsgruppenleiter der NSDAP (Mitgliedsnummer 5.880) in Quedlinburg geworden. Ab 1929 war er Stadtverordneter und Fraktionsvorsitzender der NSDAP im Quedlinburger Stadtrat.

Nachdem die NSDAP in der Landtagswahl vom 24. April 1932 mit 41,67 Prozent der abgegebenen Stimmen stärkste Partei geworden war,[2] wurde Freyberg am 21. Mai 1932 zum neuen Ministerpräsidenten des Freistaats Anhalt gewählt. Damit war er der erste nationalsozialistische Ministerpräsident eines Landes in der Weimarer Republik.

Ab 1936 war Freyberg Abgeordneter im – in der Zeit des Nationalsozialismus bedeutungslosen – Reichstag. Seit 1938 arbeitete er im SD-Hauptamt mit.[3] In der SS (Mitgliedsnummer 113.650) wurde er am 12. Juli 1942 zum SS-Gruppenführer im Sicherheitsdienst des Reichsführers SS befördert.[3] Vom 21. August 1939 bis zu seinem Suizid war Freyberg Oberbürgermeister der Stadt Leipzig. Kurz vor Kriegsende wohnte er privat in der repräsentativen Villa Girbardt im Leipziger Musikviertel, unweit des Neuen Rathauses.

Am 18. April 1945, einen Tag bevor US-Truppen Leipzig einnahmen, starb Freyberg im Neuen Rathaus zusammen mit Ehefrau und Tochter durch Suizid. Im eigentlichen Amtszimmer Freybergs wurde Kurt Lisso, Stadtkämmerer und Stellvertreter des Oberbürgermeisters, mit seiner Ehefrau und Tochter tot aufgefunden. Diese Szenerie wurde von Bildreportern der US-Army zahlreich fotografiert und zeitweise Freyberg zugeordnet. Von Freyberg selbst, der sich in einem Nebenzimmer tötete, existieren keine bildlichen Nachweise. Sein Vorgänger Walter Dönicke starb am 19. April ebenfalls im Neuen Rathaus durch Suizid.

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Leipziger Stadtgeschichte: Jahrbuch 2011" herausgegeben von Markus Cottin, Detlef Döring, Gerald Kolditz. Seite 231 (ganz unten)
  2. Freistaat Anhalt: Wahl zum 6. Landtag, Ergebnisse der Wahl am 24. April 1932
  3. a b Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-596-16048-0, S. 165.