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Das SD-Hauptamt war die oberste Führungsstelle des Sicherheitsdienstes des Reichsführers SS (SD), des Nachrichtendienstes der SS.

Organisation und GeschichteBearbeiten

Der Sicherheitsdienst der SS wurde im Herbst 1931 gegründet: In dieser Frühphase nutzte die Führung der Organisation Räume im Braunen Haus, dem Parteihauptquartier der NSDAP in München, sowie in Privatwohnungen. Nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten im Frühjahr 1933 wurde der Ausbau der Organisation weiter vorangetrieben, so dass um die Jahreswende 1933/34 mit dem Aufbau einer zentralen Leitungsorganisation begonnen werden konnte.

Bis ins Jahr 1934 koordinierte der Chef des SD, Reinhard Heydrich, die Führung seiner Organisation von München aus, wo er zum einen die Büros der Bayerischen Politischen Polizei (BPP), als deren Chef er seit März 1933 fungierte, und zum zweiten das Hauptquartier des SD-Oberabschnitts Süd in der Leopoldstraße 10, als Zentralstellen zur Leitung des SD nutzte. Nachdem es der SS-Führung im Frühjahr 1934 gelungen war, die Kontrolle über die Geheime Staatspolizei zu übernehmen, wurde Heydrich im April 1934 in Personalunion zum Chef des Geheimen Staatspolizeiamtes in Berlin und des SD ernannt. Am 9. Juni 1934 wurde dem SD offiziell der Status des einzigen Nachrichtendienstes innerhalb der NSDAP verliehen. Zu dieser Zeit begann Heydrich – ebenso wie die SS-Gesamtführung unter Heinrich Himmler – den organisatorischen Schwerpunkt des SD nach Berlin zu verlegen.

In Analogie zu anderen oberen Führungsbehörden von Teilbereichen der SS wurde der nun gebildeten zentralen Führungsstelle des SD der Name Hauptamt verliehen. Das so entstandene SD-Hauptamt war zu dieser Zeit neben dem Rasse- und Siedlungshauptamt (1935 in diesen Rang erhoben) und dem SS-Hauptamt eines von drei Hauptämtern, die in der SS bestanden.[1] In späteren Jahren kamen zu diesen das Hauptamt Verwaltung und Wirtschaft (1939), das SS-Personalhauptamt (1939), das Hauptamt SS-Gericht (1939), das SS-Führungshauptamt (1940) und das Hauptamt Nationalpolitische Erziehung (1941) hinzu.

Als Quartier in Berlin bezog die SD-Führung im November 1934 das Prinz-Albrecht-Palais (Wilhelmstraße 102) in unmittelbarer Nähe zum Gestapo-Hauptquartier in der ehemaligen Kunstgewerbeschule (Prinz-Albrecht-Straße 8; beide Gebäude sind nicht erhalten).[2] Das Hauptamt wurde zunächst in militärischer Weise in eine Adjutantur, Stabsabteilung und Zentralabteilung gegliedert. In den folgenden Jahren wurde die Organisation systematisch verfeinert: So wurden immer neue Abteilungen geschaffen was sich äußerlich in dem Umstand niederschlug, dass zwischen 1934 und 1939 ein umfassender Umbau des Prinz-Albrecht-Palais durchgeführt wurde: Die über sechs Meter hohen und saalartig gestreckten Räume des Gebäudes wurden mit Zwischendecken und Zwischenwänden versehen, um so eine Vielzahl kleiner Büroräume zu schaffen.

Das SD-Hauptamt stand in der pyramidalen Gliederungshierarchie des SD an der Spitze: Ihm unterstellt waren in drei Gliederungsstufen die SD-Oberabschnitte, die SD-(Leit)abschnitte und SD-Außenstellen, die sich als nachrichtendienstliches Netz über das ganze Reichsgebiet erstreckten.

GeschäftsverteilungspläneBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Shlomo Aronson: Reinhard Heydrich und die Frühgeschichte von Gestapo und SD, 1971.
  • Ulrich Herbert: Best: Biographische Studien über Radikalismus, Weltanschauung und Vernunft, 2016. (insbesondere Organigramm auf S. 601)
  • Carsten Schreiber: Elite im Verborgenen. Ideologie und regionale Herrschaftspraxis des Sicherheitsdienstes der SS und seines Netzwerkes am Beispiel Sachsens, 2008.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Isabel Heinemann: Rasse, Siedlung, deutsches Blut: Das Rasse- und Siedlungshauptamt der SS, 2013, S. 76.
  2. Matthias Bath: Der SD in Dänemark 1940-1945: Heydrichs Elite und der "Gegenterror", 2015, S. 17.