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Alfons Nowack

deutscher Historiker und Archivar

Alfons Maria Adalbert Nowack (* 8. August 1868 in Groß Strehlitz, Oberschlesien; † 13. März 1940 in Breslau) war ein deutscher Landeshistoriker und Archivar sowie Direktor des Erzbischöflichen Diözesanarchivs in Breslau.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Seine Eltern waren Anton Nowack, ein Postmitarbeiter in Groß Strehlitz, und Hedwig Nowack geborene Wontrobka. Er besuchte die Volksschule und schloss im Jahr 1887 das Königliche Johanneum Gymnasium in Groß Strehlitz mit dem Reifezeugnis ab. Im Jahr 1887 begann er das Studium der Theologie an der Universität Breslau und besuchte die Vorlesungen von Colmar Grünhagen und Georg Hüffer. In den Jahren 1890–1891 studierte er am Priesterseminar zu Breslau und empfing am 23. Juni 1891 in der Kreuzkirche zu Breslau die Priesterweihe – die feierliche Primitz fand am 2. Juli 1891 in seinem Heimatort Groß Strehlitz statt.

Nach der Priesterweihe wurde er zum Kaplan in Friedland berufen und im Jahr 1894 nach Sohrau als Religionslehrer versetzt. Am 1. Februar 1895 erhielt er nach einer Prüfung die Lehrerlaubnis für Religion und Hebräische Sprache in den Oberklassen der Mittelschule. In den Jahren 1896–1918 lehrte er als Religionslehrer am Städtischen Gymnasium in Neustadt und schrieb mehrere Artikel für die lokale Neustädter Zeitung.

Als Anerkennung für seine Verdienste auf dem Gebiet der Kultur und Geschichte dieser Region wurde er am 20. Dezember 1909 zum Ehrenprofessor ernannt und am 17. Februar 1910 zum Studienrat erhoben. Am 16. Oktober 1918 wurde Alfons Nowack erzbischöflicher Archivdirektor, Museumsdirektor und Verwalter der Bibliothek des Metropolitankapitels ad Joannum in Breslau. In seinen Veröffentlichungen beschäftigte er sich überwiegend mit der Geschichte seiner oberschlesischen Heimat. Am 19. September 1923 promovierte er zum Doktor der Philosophie mit der Dissertation Geschichte der katholischen Pfarrei Groß Strehlitz bis zum Jahre 1795.

Krankheitsbedingt ist er am 1. Januar 1940 in den Ruhestand gegangen und am 13. März 1940 im Krankenhaus der Elisabethschwestern in Breslau verstorben.

VeröffentlichungenBearbeiten

  • Die Stadtpfarrkirche zum hl. Philippus und Jakobus in Sohrau OS. Neustadt 1900.
  • Die Reichsgrafen Colonna auf Groß-Strehlitz, Tost und Tworog. Groß Strehlitz 1902.
  • Lubowitzer Tagebuchblätter Joseph von Eichendorff. Groß Strehlitz 1907.
  • Fahrten und Wanderungen der Freiherren Josef und Wilhelm v. Eichendorff (1802–1814). Groß Strehlitz 1907.
  • Gedenkschrift zur feierlichen Benediktion der kath. Pfarrkirche SS. Trinitatis in Friedland, Bez. Oppeln. am 23. November 1909 … Neustadt 1909.
  • Studien zur Geschichte der Neustädter Gegend. Erinnerung an die Befreiungskriege. Neustadt 1909.
  • Joseph und Luise v. Eichendorffs letzte Lebenstage. 1907.
  • Geschichte der Landpfarreien des Archipresbyterats Sohrau OS. Verlag des Oberschlesischen Geschichtsvereins, Oppeln 1912.
  • Geschichte des Klosters der Barmherzigen Brüder in Neustadt OS. Selbstverlag 1916.
  • Die Pfarrkirche zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit in Birawa, Kreis Cosel OS. Breslau 1920.
  • mit Georg Rasel (Illustrator): Franziskaner-Kloster St. Josef im Walde bei Neustadt OS. Neustadt 1920.
  • Studien zur Geschichte der Neustädter Gegend. Die Neustädter Gegend im Zweiten Schlesischen Kriege. Neustadt 1921.
  • Die Bergkapelle zur Schmerzhaften Muttergottes bei Neustadt OS. Neustadt 1924.
  • Geschichte der Pfarrei Groß Strehlitz OS. Dissertation, Groß Strehlitz 1924.
  • Burgen und Kapellen, Berge und Wälder der Neustädter und Zuckmantel Gegend. Neustadt 1928.
  • Lebensbilder schlesischer Priester, Teil 1. Breslau 1928. / Teil 2. Breslau 1939.
  • Briefwechsel des Kardinals Diepenbrock mit Gräfin Ida Hahn-Hahn vor und nach ihrer Konversion. München 1931.
  • Ungedruckte Briefe von und an Kardinal Melchior von Diepenbrock. Nach dem im Erzbischöflichen Diözesanarchiv zu Breslau vorhandenen Material. (mit Imprimatur des A. Kardinal Bertram Erzbischof von Breslau) Breslau 1931.
  • Führer durch das Erzbischöfliche Diözesanmuseum. Breslau 1932.
  • Fürstbischof Heinrich Förster und Karl von Holtei. Unter Benutzung ungedruckter Briefe aus dem Erzbischöflichen Diözesanarchiv und der Staats- und Universitätsbibliothek zu Breslau. (Imprimatur des Erzbischöflichen Generalvikariats, Blaeschke) Breslau 1932.
  • Briven van Conscience an Melchior Baron von Diepenbrock, prinsbisschop van Breslau. Breslau 1932.
  • Gedenkblätter an Kardinal Diepenbrock. Breslau 1934.
  • Dichtungen von Karl Ignatius Lorinser auf seine in Oppeln am 26. Februar 1840 verstorbene Gemahlin. Breslau 1934.
  • Die Priester der Zisterzienserabtei Rauden OS. 1682–1810. (1856) 106 Lebensskizzen nach dem handschriftlichen Catalogus des Stiftes. Breslau 1935.
  • Die Nüchternheitsbestrebungen in Oberschlesien bis zum Eingreifen Fietzeks in Februar 1844. Sonderdruck 1936.
  • Schlesische Wallfahrtsorte älterer und neuer Zeit im Erzbistum Breslau. Breslau 1937.
  • Die Einsiedeleien in Schlesien und der Grafschaft Glatz vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Breslau 1939.

Weiter folgten noch ca. 150 Artikel in Zeitschriften und Zeitungen.

LiteraturBearbeiten

  • Kurt Engelbert: Alfons Nowack. In: Archiv für schlesische Kirchengeschichte (ASKG). 5, 1940, S. 271.
  • Josef Pater: Vergessen oder Verschwiegen?. Zur Biographie des Archivdirektors Alfons Nowack (1868–1940). In: Archiv für schlesische Kirchengeschichte (ASKG). 46, 1988, S. 119.
  • Bibliographie der Arbeiten Nowacks. In: Archiwum Archidiecezjalne we Wrocławiu AAWIIIc20 VIb21.
  • Robert Volz: Reichshandbuch der deutschen Gesellschaft. Das Handbuch der Persönlichkeiten in Wort und Bild. Band 2: L–Z. Deutscher Wirtschaftsverlag, Berlin 1931, DNB 453960294, S. 1341.
  • Franz Heiduk: Oberschlesisches Literaturlexikon. Band 2, Mann, Berlin 1990.
  • Wolfgang Leesch: Die deutschen Archivare 1500–1945. Band 2: Biographisches Lexikon. Saur, München u. a. 1992, ISBN 3-598-10605-X.

WeblinksBearbeiten