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Herkunft und FamilieBearbeiten

Seckendorff stammt aus dem alten fränkischen Adelsgeschlecht derer von Seckendorff–Aberdar. Seckendorff war eines von 14 Kindern des Wilhelm Johann Friedrich von Seckendorff-Aberdar und der Sophia Friederica Henriette von Lüchau. Der Dichter Karl Siegmund von Seckendorff war einer seiner Brüder.[1]

Seckendorff heiratete am 3. März 1775 Karoline Stiebar von Buttenheim, mit der er zwei Töchter und drei Söhne hatte, die das Erwachsenenalter erreichten:

  • Franz Karl Leopold (1775–1809)
  • Julie Karoline Henriette (1778–1837) ⚭ Karl Alexander Sigmund von Seckendorff–Aberdar
  • Maximilian Friedrich (1780–1841) ⚭ Julie Flora Leopoldine Maria von Delaing
  • Maria Anna Therese Sophie (1783–1838) ⚭ Karl Christian Ernst von Bentzel-Sternau
  • Ludwig Carl (1787–1834) ⚭ 1830 Leonore Sophie Charlotte Oertel (1803–1873)

LebenBearbeiten

1768 bis 1770 absolvierte er seine höhere Ausbildung mit juristischen und kameralistischen Studien an der Universität Straßburg.[2]

In Diensten des Markgrafen von Brandenburg-AnsbachBearbeiten

1770 trat er in die Dienste des Markgrafen Karl Alexander von Brandenburg-Ansbach, der ihn 1773 zum Geheimen Regierungsrat ernannte. Während einer Studienreise nach England schloss er für den Markgrafen 1776 einen Subsidienvertrag mit dem Königreich England ab. Der Markgraf überließ den Engländern zwei Regimenter gegen Entgelt. Die Truppen wurden im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg eingesetzt und hatten hohe Verluste — insbesondere in der Schlacht bei Yorktown.

Aufgrund seine Kenntnisse im Finanz- und Kameralwesen wurde er 1781 zum „untergebürgischen“ Kammer- und Regierungspräsidenten und im Oktober 1786 zum wirklichen geheimen Minister mit Sitz und Stimme ernannt. Es gelang ihm die zerrütteten Finanzen des Landes in Ordnung zu bringen.[3]

Nachdem 1787 Elizabeth Craven als dessen Mätresse zum Markgrafen nach Ansbach gezogen war, kam es zu Konflikten und Seckendorff wurde aus den Diensten des Markgrafen entlassen.[4][5] In ihren 1826 erschienenen Memoiren beschuldigte Craven Seckendorff der Unterschlagung von Geldern aus dem Subsidien-Handel mit England.[6] Seckendorff zog sich zunächst auf sein Gut Wonfurt zurück, suchte aber nach einer Anstellung als Diplomat.

Württembergischer Gesandter in RegensburgBearbeiten

Im April 1788 trat er in die Dienste des Herzogs Karl Eugen von Württemberg als württembergischen Komitialgesandter beim Reichstag in Regensburg bis September 1803. Neuer württembergischer Gesandter wurde Johann Karl Christoph von Seckendorff.[7] Am 2. März 1790 erhielt er den Churfürstlich-Württembergischen Grossen Ritter-Orden.[8]

In badischen DienstenBearbeiten

Im Dezember 1804 kehrte er als nunmehr badischer Gesandter nach Regensburg zurück, wo er Nachfolger von Johann Eustach von Görtz wurde. Aufgrund früherer anti-österreichischer Äußerungen Seckendorffs holte sich die badische Regierung vor seiner Berufung jedoch erst noch das Einverständnis des österreichischen Außenministers Graf Johann Ludwig von Cobenzl ein.[9]

Er nutzte seine Verbindungen am Hof um seinem Schwiegersohn, Karl Christian Ernst von Bentzel-Sternau, eine Anstellung in badischen Diensten zu verschaffen.[10]

Im Mai 1806 wurde Seckendorff nach Karlsruhe berufen, um an Stelle des bei Napoleon in Ungnade gefallenen Markgrafen Ludwig die Leitung des Finanzministeriums zu übernehmen. Aufgrund des Widerstands am Hof gegen seine Reformpläne verzichtete er aber auf dieses Amt schon nach wenigen Wochen.[11]

Seckendorff unterzeichnete nach Gründung des Rheinbundes am 1. August 1806 für Baden die Erklärung der Rheinbundes-Staaten über ihren Austritt aus dem Reiche die gleichzeitig von den Reichstagsgesandten der anderen Rheinbundstaaten unterzeichnet wurde.[12] und wirkte nach der Konstituierung des Rheinbundes als großherzoglicher Gesandter beim Bundestage in Frankfurt am Main und am Hof des Fürstprimas Karl Theodor von Dalberg. „Einer erneuten Einladung zum Eintritte in das badische Ministerium, die in der Krisis des Frühjahres 1809 an ihn erging, leistete er keine Folge, sondern verblieb auf seinem Frankfurter Posten bis zum Zusammenbruche der napoleonischen Herrschaft ....“[13] Im Februar 1814 übernahm er auf Wunsch des Großherzogs Karl noch einmal als Staats- und Finanzminister die Führung der badischen Finanzverwaltung. Unzufrieden mit der Behandlung seiner Reformvorschläge durch den Großherzog trat Seckendorff jedoch schon im Mai 1815 wieder zurück.[14]

Er zog sich auf sein Gut in Wonfurt zurück, wo er am 5. September 1834 verstarb.

Der ReichsritterhauptmannBearbeiten

Durch den Besitz des Rittergutes Wonfurt gehörte Seckendorff zum Ritterkanton Baunach des fränkischen Ritterkreises der Reichsritterschaft. Von 1790 bis zu dessen Mediatisierung im Jahr 1806 war er dessen letzter Ritterhauptmann. Der Ritterkreis Franken erklärte mit seinen sechs Kantonen am 20. Januar 1806 dem Reichstag in Regensburg seine Auflösung nachdem zuvor bayerische Truppen die ritterschaftlichen Territorien besetzt hatten.

WerkeBearbeiten

  • Die bekannten Schlüsse der französischen Nationalversammlung : (Rede an die Reichsversammlung), Regensburg 1791 Digitalisat

LiteraturBearbeiten

  • Karl Obser: Seckendorff-Aberdar, Christoph Albrecht Freiherr von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 54, Duncker & Humblot, Leipzig 1908, S. 292–294.
  • Karl Obser: Politische Correspondenz Karl Friedrichs von Baden, Band V, S. XXV und passim. — im Internet-Archive
  • Karl Obser: Briefe der Frau Sophie von Schardt an den Freiherrn Christoph Albrecht von Seckendorff. In: Goethe-Jahrbuch, Band XXV, S. 68–81. im Internet-Archive
  • Karol Fryderyk Glave-Kolbielski: Germania im Jahr 1795. Aus den Himmeln herabgesandt den 6 Nivose des Jahres 4, und ehrerbietigst gewidmet Seiner hochreichsfreiherrlichen Excellenz dem hochwohlgebohrnen, hochweisen, hochgelahrten, hocherfahrnen, hochuneigennüzzigen, und hochdemokratischen Herrn Christoph Albrecht Reichsfreiherrn von Seckendorf Herrn zu Markt Sugenheim ... Digitalisat

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Eintrag auf ww-person.com
  2. Die alten Matrikeln der Universität Straßburg
  3. siehe Obser (ADB)
  4. Michael Puchta: Mediatisierung »mit Haut und Haar, Leib und Leben«: Die Unterwerfung der Reichsritter durch Ansbach-Bayreuth (1792–1798) (= Schriftenreihe der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Band 85). Vandenhoeck & Ruprecht, 2012, ISBN 978-3-647-36078-2, S. 155 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5. Leo von Seckendorf: Korrespondenzen der Goethezeit, S. 16
  6. Memoirs of the margravine of Anspach, S. 368–369 im Internet Archive
  7. Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, A 205 II Bü 526
  8. Albert Raff: Verleihungsliste: Die Ritter des herzoglich württembergischen Ritterordens von der Jagd (1702–1806).
  9. siehe Obser: Politische Correspondenz Karl Friedrichs von Baden, S. 173
  10. Carl-Maria-von-Weber-Gesamtausgabe. Digitale Edition
  11. siehe Obser (ADB)
  12. Erklärung der Rheinbundes-Staaten über ihren Austritt aus dem Reiche, abgerufen am 10. Dezember 2017
  13. Obser (ADB)
  14. siehe Obser: Politische Correspondenz Karl Friedrichs von Baden, S. XXV