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Großes Emblem der 150. Schützendivision
Truppenfahne der 150. Schützen­division

Die 150. Schützendivision (russisch 150-я стрелковая Идрицко-Берлинская ордена Кутузова дивизия 150-ja strelkowaja Idrizko Berlinskaja ordena Kutusowa diwisija) war eine Infanteriedivision der Roten Armee im Zweiten Weltkrieg.

GeschichteBearbeiten

Eine 1. und 2. Formation der 150. Division wurde zu Beginn des Vaterländischen Krieges zweimal vernichtet und aufgelöst. Die 3. Formation der 150. Schützen-Division wurde vom 8. bis 17. September 1943 im Raum Staraja Russa durch Vereinigung der 127., 144. und 151. Schützen-Brigade neu aufgestellt. Im September 1943 wurde sie dem 96. Schützenkorps zugeteilt und war Teil der 34. Armee. Am 11. November 1943 wurde sie im Raum Welikije Luki per Bahn nach Newel gebracht und der 6. Gardearmee unterstellt. Die Division wurde der 3. Stoßarmee (Generalleutnant Juschkewitsch) im Raum Idritza zugeteilt. Ab dieser Zeit gehörte die Division zum 79. Schützenkorps (Generalleutnant Perewjortkin) und bestand aus dem 469., 674. und 756. Schützen-Regiment.

Im Zuge der Reschiza-Dwinsker Operation wurde im Rahmen der neu übergeordneten 2. Baltischen Front Sebesch zurückerobert und bei Rēzekne die Grenze nach Lettland überschritten. Am Höhepunkt der Baltischen Operation stand die 150. Schützendivision im Oktober 1944 vor Riga. Zu Jahresende 1944 verlegte die Division in den Raum östlich von Warschau als Reserve an die Weichsel.[1] Im Rahmen der 1. Weißrussischen Front nahm die Division unter General Schatilow im Abschnitt der 3. Stoßarmee (Generaloberst Kusnezow) an der Schlacht an der Oder (16.–19. April 1945) teil. Bekannt wurde der Großverband durch die Eroberung des Reichstagsgebäudes bei der Schlacht um Berlin Ende April 1945. Im Dezember 1946 wurde die Division als Teil der sowjetischen Streitkräfte in Deutschland aufgelöst. Eine Kopie der Divisionsfahne wird bei Militärparaden anlässlich des Tages des Sieges zusammen mit der russischen Staatsflagge gezeigt.

Die Division wurde 2016 unter der Bezeichnung 150-я мотострелковая Идрицко-Берлинская ордена Кутузова дивизия (150-ja motostrelkowaja Idrizko-Berlinskaja ordena Kutusowa diwisija) von den russischen Streitkräften mit derselben Nummer und Stab in Nowotscherkassk als Motschützendivision wieder aufgestellt, bestehend aus zwei Panzer- und zwei Motschützenregimentern.[2]

DivisionskommandeureBearbeiten

  • Generalmajor Sergei Alexejewitsch Knjazkow (1939–1940)
  • Generalmajor Alexander Iwanowitsch Pastrewitsch (1940)
  • Generalmajor Josif Iwanowitsch Chorun (17. Januar – 26. Oktober 1941)
  • Generalmajor Danil Grigorjewitsch Jegorow (27. Oktober 1941 – 25. Mai 1942)
  • Generalmajor Oberst Nikolaj Olimpjewitsch Gus (April - September 1943)
  • Oberst Leonid Wasiljewitsch Jakowlew (8. September 1943 – April 1944)
  • Generalmajor Wassili Mitrofanowitsch Schatilow (Mai 1944 – Mai 1945)[3]

LiteraturBearbeiten

  • W. M. Schatilow (Василий Митрофанович Шатилов): Знамя над рейхстагом. Wojenisdat, Moskau 1975. (russisch)

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Tony Le Tissier: Der Kampf um Berlin, Bechtermünz Verlag 1997, S. 215
  2. Минобороны сформировало «дивизию 21-го века». Iswestija, 4. August 2017, S. 6.
  3. ПЕРИОДА ВЕЛИКОЙ ОТЕЧЕСТВЕННОЙ ВОЙНЫ 1941 — 1945 гг. ИЗДАНИЕ ВОЕННОЙ АКАДЕМИИ имени М. В. ФРУНЗЕ Москва — 1964