Żaklin Nastić

deutsche Politikerin (Die Linke), MdB

Żaklin Jadwiga Sarah Nastić (geb. Grinholc; * 29. Januar 1980 in Gdynia, Polen) ist eine polnisch-deutsche Politikerin (Die Linke) und Mitglied des Deutschen Bundestags.

Żaklin Nastić, 2019

BiografieBearbeiten

Żaklin Nastić kam 1990 aus Polen nach Hamburg und lebte einige Zeit in Unterkünften für Geflüchtete im Hamburger Hafen. Im Jahr 2000 machte sie Abitur in Hamburg an der Geschwister-Scholl-Schule und studierte danach Slawistik.[1]

Ihre Familie hat nach eigenen Angaben polnische, deutsche, kaschubische und jüdische Wurzeln. Nastić besitzt neben der deutschen auch weiterhin die polnische Staatsbürgerschaft. Żaklin Nastić lebt in Hamburg und ist laut eigenen Angaben von 2017 verheiratet.[2][3] Sie hat zwei Kinder.[4]

Politik und ParteiBearbeiten

Nastić trat der Partei Die Linke im Jahr 2008 bei. 2011 konnte Nastić ein Mandat der Bezirksversammlung Eimsbüttel erringen, der sie bis 2017 angehörte. Von 2016 bis 2018 war sie Landessprecherin (entspricht dem Landesvorsitz) ihrer Partei in Hamburg.

2017 rückte sie für die aus gesundheitlichen Gründen ausgeschiedene Inge Hannemann in die Hamburgische Bürgerschaft nach. Bei der Bundestagswahl 2017 erhielt sie als Direktkandidatin im Bundestagswahlkreis Hamburg-Eimsbüttel 10,4 % der Stimmen. Da sie bei der Bundestagswahl ein Mandat über die Landesliste errang, legte sie ihr Bürgerschaftsmandat nieder.[5]

Seit 2018 ist Nastić Mitglied im Bundesvorstand der Linken und wurde im Oktober 2020 erneut zur Landessprecherin der Partei Die Linke Hamburg gewählt.[6]

Im 19. Deutschen Bundestag wurde Nastić ordentliches Mitglied im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe und Menschenrechtspolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke. Zudem gehört sie als stellvertretendes Mitglied dem Ausschuss für Inneres und Heimat sowie dem Unterausschuss Vereinte Nationen, Internationale Organisationen und Globalisierung an. Des Weiteren ist Nastić stellvertretende Vorsitzende der Deutsch-Polnischen sowie der Deutsch-Südosteuropäischen Parlamentariergruppe.[7]

Im 20. Deutschen Bundestag bestimmte die Fraktion Die Linke sie erneut zur Sprecherin für Menschenrechte, außerdem ist sie Obfrau im Verteidigungsausschuss.[4][8]

Politische PositionenBearbeiten

Nastić gehörte zu den Mitunterzeichnern einer Erklärung, welche den Vereinigten Staaten eine maßgebliche Verantwortung für den Russischen Überfall auf die Ukraine 2022 zuschreibt. Der außenpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion der Linken Gregor Gysi zeigte sich angesichts des Briefs entsetzt über die völlige Emotionslosigkeit hinsichtlich des Angriffskrieges und warf den Politikern vor, nur daran interessiert zu sein, ihre alte Ideologie in jeder Hinsicht zu retten.[9]

PublikationenBearbeiten

Żaklin Nastić ist Mitautorin des Buches Rente und Respekt: Das rot-rote Buch fürs Älterwerden (Hrsg. Diether Dehm, Christian Petry et al.), erschienen 2020 im Eulenspiegel-Verlag.

WeblinksBearbeiten

Commons: Zaklin Nastic – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Marco Carini: Die Aufsteigerin, taz.de 24. März 2021 (abgerufen am 24. März 2021).
  2. Jens Meyer-Wellmann: Thema: Zu den Personen. Hamburger Abendblatt, 25. Oktober 2017.
  3. Żaklin Nastić, Fraktionsvorsitzende (nach dem 26. November 2013), abgerufen am 2. Mai 2022.
  4. a b Żaklin Nastić. Die Linke im Bundestag, abgerufen am 2. Mai 2022.
  5. Dr. Kurt Duwe ist neuer Vizepräsident der Hamburgischen Bürgerschaft, hamburgische-buergerschaft.de 8. November 2017 (abgerufen am 9. November 2017).
  6. Nastic und Taheri neue Landessprecher der Hamburger Linken, rtl.de 18. Oktober 2020 (abgerufen am 28. Oktober 2020).
  7. Deutscher Bundestag – Abgeordnete. Abgerufen am 16. Oktober 2020.
  8. Żaklin Nastić, Die Linke, Angehörigenpflegerin. Deutscher Bundestag, abgerufen am 3. Mai 2022.
  9. »Liebe Sahra, ich bin über eure Erklärung entsetzt«. Abgerufen am 9. März 2022 (deutsch).