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Świętajno (Powiat Szczycieński)

Dorf in Polen

Świętajno [ɕfjɛnˈtai̯nɔ] (deutsch Schwentainen, 1938 bis 1945 Altkirchen) ist eine Ortschaft im Powiat Szczycieński (Ortelsburger Kreis) der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Sie hat ca. 1.600 Einwohner und ist Sitz der Landgemeinde Świętajno.

Świętajno
Wappen von Świętajno
Świętajno (Polen)
Świętajno
Świętajno
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Powiat: Szczytno
Geographische Lage: 53° 33′ N, 21° 13′ OKoordinaten: 53° 33′ 0″ N, 21° 13′ 0″ O
Einwohner: 1600
Postleitzahl: 12-140
Telefonvorwahl: (+48) 89
Kfz-Kennzeichen: NSZ
Wirtschaft und Verkehr
Schienenweg: Olsztyn–Pisz



Geographische LageBearbeiten

Der Ort liegt 14 Kilometer östlich der Stadt Ortelsburg (Szczytno) an zwei Seen. Der südliche der beiden Seen fließt in den nördlichen ab, der seinerseits einen Abfluss zum Haaßnen-Fluss hat.[1]

GeschichteBearbeiten

 
Dorfkirche (bis 1945 evangelisch), heute katholische St.-Andreas-Bobola-Kirche
 
Häuser im Dorf

Ursprünglich Schwentainen genannt, wurde das Dorf in Masuren am 15. Mai 1686 vom Schulzen Kaspar Bieber gegründet.[2] Seit 1818 gehörte es zum Landkreis Ortelsburg. Im Jahre 1908 wurde eine eigene Kirche gegründet. Vorher zählte der Ort zum evangelischen Kirchspiel Klein Jerutten.

Der Ort wurde am 22. August 1914 durch russische Truppen fast völlig zerstört, danach aber unter anderem mit Unterstützung des Kriegerhilfsvereins Deutschwehr aus Berlin-Friedenau samt einer neuen Kirche und einer neuen Schule wieder aufgebaut.

Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags stimmte die Bevölkerung im Abstimmungsgebiet Allenstein, zu dem Schwentainen gehörte, am 11. Juli 1920 über die weitere staatliche Zugehörigkeit zu Ostpreußen (und damit zu Deutschland) oder den Anschluss an Polen ab. In Schwentainen stimmten 1253 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen, auf Polen entfielen keine Stimmen.[3]

Im März 1929 brannten im Dorf fünf Wohnhäuser und sieben Wirtschaftsgebäude ab.[4] Am 16. Juli 1938 wurde Schwentainen in Altkirchen umbenannt.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte die Rote Armee die Region. Im Frühjahr 1945 wurde Altkirchen – wie das ganze südliche Ostpreußen – unter polnische Verwaltung gestellt. Soweit die Einwohner nicht geflohen waren, wurden sie in der darauf folgenden Zeit vertrieben und durch Polen ersetzt. Das deutsche Dorf Altkirchen wurde in Świętajno umbenannt.

Durch eine Verwaltungsreform kam der Ort 1975 zur neu gegründeten Woiwodschaft Olsztyn. Nach deren Auflösung war der Ort ab 1999 wieder Teil der Woiwodschaft Ermland-Masuren.

EinwohnerzahlenBearbeiten

  • 1910: 1.672 (Dezember 1910)[5]
  • 1933: 1.767[6]
  • 1939: 1.661[6]

KircheBearbeiten

Söhne und TöchterBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Paprotta: Nachrichten über den von den Russen gänzlich zerstörten Ort Schwentainen bei Ortelsburg und seinen Wiederaufbau. Deutschwehr, Berlin-Friedenau 1915.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Świętajno – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Vaterländisches Archiv für Wissenschaft, Kunst und Industrie. Band 13, Königsberg 1835, S. 427.
  2. ostpreussen.net Swietajno - Schwentainen/Altkirchen
  3. Herbert Marzian, Csaba Kenez: „Selbstbestimmung für Ostdeutschland – Eine Dokumentation zum 50 Jahrestag der ost- und westpreussischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920“; Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 98
  4. Preußische Provinzial-Blätter. Band 1, Königsberg 1929, S. 592.
  5. gemeindeverzeichnis.de Landkreis Ortelsburg
  6. a b Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. ortelsburg.html#ew33ortlaltkirche. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).