Hauptmenü öffnen

Die Zentrale Zürichbergbahn (ZZB) war eine Strassenbahngesellschaft in der Schweiz, die auf dem Stadtgebiet von Zürich verkehrte. Sie wurde 1894 gegründet und war eine von acht Vorgängergesellschaften der heutigen Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ). Die ZZB erschloss die am Westhang des Zürichbergs gelegenen Quartiere Fluntern und Oberstrass. 1905 wurde sie kommunalisiert, ihre Infrastruktur ging im Zürcher Strassenbahnnetz auf.

GeschichteBearbeiten

1893 erhielt ein Komitee aus Fluntern die Konzession für den Bau einer Strassenbahn zugesprochen, woraufhin sich die ZZB konstituierte. Ihre Ziele waren eher philanthropischer Natur: Das etwas abseits gelegene Dorf sollte als Wohnstandort attraktiver werden und der Zürichberg als Naherholungsgebiet für Stadtbewohner besser erreichbar sein.[1] Pläne spekulativer Art hatte hingegen das Bauunternehmen Grether & Co.: Es hatte an Hanglage oberhalb des Dorfes Oberstrass grosse Grundstücke erworben, fand aber nicht genügend Interessenten für den Bau von Wohnhäusern. Eine neue Tramlinie sollte das Gebiet mit der Stadt verbinden und für potenzielle Käufer interessant machen. 1894 erhielt Grether & Co. eine entsprechende Konzession. Die Stadt Zürich, mit der die Gemeinden Fluntern und Oberstrass im selben Jahr fusioniert hatten, drängte das Unternehmen dazu, sich an der ZZB zu beteiligen.[2]

Die Bauarbeiten begannen im Oktober 1894. Am 16. Februar 1895 wurde die erste meterspurige Strecke mit einer Länge von 2,0 km eröffnet: Vom Pfauen führte sie über die Platte (Kreuzung Zürichberg-/Plattenstrasse) zur Kirche Fluntern. Die ZZB nutzte auch das im Jahr zuvor von der Elektrischen Strassenbahn Zürich eröffnete kurze Teilstück Pfauen – Bellevue. Am 1. November 1895 folgte die Eröffnung des 1,2 km langen Teilstücks von der Platte nach Oberstrass (ungefähr bei der heutigen Haltestelle Winkelriedstrasse). Hinzu kam ein kurzer Abzweig in der Tannenstrasse zur Bergstation der Polybahn, der jedoch nur bis zum 1. August 1896 in Betrieb war. Ihren Strom bezog die ZZB aus einem eigenen Kohlekraftwerk neben dem Depot in Fluntern, das leistungsfähig genug war, um von 1899 bis 1902 auch die Strecke Leonhardsplatz – Kreuzplatz der Städtischen Strassenbahn Zürich (StStZ, heutige VBZ) zu versorgen.[3]

Von Beginn weg war die ZZB defizitär, so dass sie ab 1896 Subventionen von der Stadt erhielt und ab 1899 vom Bellevue bis zum Paradeplatz verkehren durfte. Grether & Co. plante eine Verlängerung der Tramlinie von Oberstrass durch die steile Rigistrasse auf den Germaniahügel, um die bis anhin schleppend verlaufende Überbauung des Entwicklungsgebietes voranzutreiben. Die Fluntermer Aktionäre, welche die Mehrheit besassen, befürchteten noch grössere Defizite und wehrten sich gegen dieses Vorhaben. Stattdessen errichteten Grether & Co. und die Erschliessungsgesellschaft Rigiviertel AG auf eigene Kosten die Seilbahn Rigiblick. Die Eröffnung dieser Standseilbahn erfolgte am 4. April 1901. Die ZZB begnügte sich damit, eine rund 300 Meter lange Anschlussstrecke zur Talstation zu bauen, die am selben Tag eröffnet wurde.[1] Mit der Standseilbahn setzte eine intensive Bautätigkeit im Rigiviertel ein, von der auch die Strassenbahn profitierte. Als die ZZB deswegen 1904 erstmals einen kleinen Gewinn erwirtschaftete, wollte die Stadt die Subventionen streichen. Die nachfolgenden Verhandlungen führten schliesslich zur Übernahme der ZZB durch die StStZ per 1. Januar 1906.[4]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Hans-Rudolf Galliker: Tramstadt – Öffentlicher Nahverkehr und Stadtentwicklung am Beispiel Zürichs. Chronos Verlag, Zürich 1997, ISBN 3-905312-02-6, S. 104.
  2. Galliker: Tramstadt. S. 102–103.
  3. Die Zentrale Zürichbergbahn (ZZB), 1894–1905. Tram-Museum Zürich, 12. Oktober 2003, archiviert vom Original am 1. September 2011; abgerufen am 13. Mai 2014.
  4. Galliker: Tramstadt. S. 105.