Wolfgang Reinhart

deutscher Politiker (CDU), MdL
Wolfgang Reinhart

Wolfgang Reinhart (* 3. Mai 1956 in Bad Mergentheim) ist ein deutscher Politiker (CDU). Von April 2005 bis zum 12. Mai 2011 war er Minister für Bundes-, Europa- und internationale Angelegenheiten sowie Bevollmächtigter des Landes Baden-Württemberg beim Bund, zuvor ab 15. Juli 2004 Staatssekretär im Finanzministerium Baden-Württemberg. Seit Mai 2016 ist er Vorsitzender der CDU-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg.

LebenBearbeiten

 
Wolfgang Reinhart besucht Schülerzeitungsredakteure der Financial T(’a)ime an seiner ehemaligen Schule (2014)

Reinhart besuchte die Kaufmännische Schule Tauberbischofsheim und machte dort 1976 sein Abitur am Wirtschaftsgymnasium.[1][2] Er studierte Jura, Wirtschaftswissenschaften und politische Wissenschaft. Seine erste juristische Staatsprüfung legte Reinhart 1981 ab. Anschließend war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Mannheim. 1984 erfolgte seine Promotion. Die zweite juristische Staatsprüfung legte Reinhart 1985 ab. Seit 1985 ist er als Rechtsanwalt in Tauberbischofsheim tätig. Daneben war er ab 1987 Lehrbeauftragter für Arbeits- und Wirtschaftsrecht an der Hochschule Heilbronn und ist seit Juni 1998 Honorarprofessor.

Von Juli 2004 bis April 2005 war er Staatssekretär im Finanzministerium Baden-Württemberg, dann wurde er als Nachfolger von Rudolf Köberle im April 2005 Bundesratsminister und Bevollmächtigter des Landes Baden-Württemberg beim Bund mit Stimmrecht in der Regierung, sowie Koordinator der unionsgeführten Bundesländer in Berlin. Am 4. Juni 2008 wurde Reinhart Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie Chef des Staatsministeriums bis Februar 2010, sowie Bevollmächtigter des Landes Baden-Württemberg beim Bund. Am 24. Februar 2010 wurde Reinhart erneut Minister für Bundes-, Europa- und internationale Angelegenheiten und Bevollmächtigter des Landes Baden-Württemberg beim Bund. Gleichzeitig war er bis zum 12. Mai 2011 Koordinator aller 16 Bundesländer im Vermittlungsausschuss in Berlin, sowie zusätzlich Medienminister in den Jahren 2008 bis 2011.

Reinharts politische Karriere begann 1979, als er Mitglied des Kreistags im Main-Tauber-Kreis und des Regionalverbands der Region Heilbronn-Franken wurde. Seit April 1992 ist er ununterbrochen Mitglied des Landtags von Baden-Württemberg; seit 2008 gehört er als Mitglied, bzw. stellvertretendes Mitglied dem Ausschuss der Regionen der Europäischen Union an.[3]

Von 2005 bis 2011 war er Bezirksvorsitzender der CDU Nordwürttemberg.[4][5] Zwischen 2004 und Mai 2011 begleitete Reinhart als Wirtschafts- und Finanzexperte zahlreiche Gremien: Die MFG Medien- und Filmgesellschaft BW mbH, die Flughafen Stuttgart GmbH sowie der Staatlichen Toto-Lotto GmbH Baden-Württemberg jeweils als Aufsichtsratsvorsitzender, die Baden-Württembergische Bank, die Landesstiftung Baden-Württemberg gGmbH jeweils als Aufsichtsratsmitglied, die LBBW Landesbank Baden-Württemberg, den Südwestrundfunk jeweils als Verwaltungsratsmitglied.

 
Wolfgang Reinhart auf einer Podiumsdiskussion zur Zukunft der Bildung im Main-Tauber-Kreis (2012)

Aktuell ist Reinhart Präsidiumsmitglied der Oskar-Patzelt-Stiftung und Aufsichtsrat der Volksbank Main-Tauber eG. Reinhart ist Vorsitzender des Verwaltungsrats der Kurverwaltung Bad Mergentheim und Präsident der Gesellschaft zur Förderung des Fechtsports in Tauberbischofsheim. Seit Mai 2016 gehört Reinhart dem Aufsichtsrat der Baden-Württemberg Stiftung gGmbH und seit letztem Quartal 2016 dem Aufsichtsrat der L-Bank an. Ferner ist er seit dem Sommerquartal 2016 Aufsichtsrat der SV Sparkassenversicherung Beirat Süd.

Reinhart ist als Wirtschaftsanwalt Mitbegründer der Anwaltskanzlei Reinhart Kober Großkinsky mit heute insgesamt elf Rechtsanwälten und 45 Mitarbeitern.[6] Seit Juni 2011 ist Reinhart wieder mit Lehrauftrag als Honorarprofessor an der Hochschule Heilbronn tätig.[7] Beim Bundesverband Mittelständische Wirtschaft (BVMW) war Reinhart von Dezember 2014 bis Januar 2016 als „Bundesgeschäftsführer Politik“ tätig.[8] Dieses Amt gab er wie vorgesehen mit Beginn des Wahlkampfes zur Landtagswahl 2016 ab.

Mit Beginn der Legislaturperiode des 16. Landtags wurde Reinhart im Mai 2016 von der seitdem zweitgrößten Fraktion im Landtag, der CDU-Landtagsfraktion, zum Vorsitzenden gewählt. Bei der internen Wahl setzte er sich dabei mehrheitlich gegen Willi Stächele durch.[9] Die CDU-Fraktion stellt gemeinsam mit der Fraktion von Bündnis90/Die Grünen die Regierungskoalition im Landtag von Baden-Württemberg. Reinhart gehört durch seine Funktion als CDU-Fraktionsvorsitzender dem Landesvorstand der CDU Baden-Württemberg an und sitzt zudem im Präsidium des Landtags von Baden-Württemberg[10].

Reinhart ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er lebt mit seiner Familie in Tauberbischofsheim.

SchriftenBearbeiten

  • Deutschland, beweg dich! Die Spätzle-Botschaft als Plädoyer für mehr Freiheit und Zusammenarbeit. Hohenheim, Stuttgart 2005, ISBN 3-89850-138-8.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. 75 Jahre Kaufmännische Schule Tauberbischofsheim, StieberDruck GmbH, 113 Seiten, TBB 1997, S. 48.
  2. Fränkische Nachrichten: Erinnerung. Zwei Hochkaräter berichteten von ihrer Schulzeit an Wirtschaftsgymnasien im Landkreis. Fleischsalatbrötchen und zwei Fünfen. 3. Dezember 2018. Online unter www.morgenweb.de. Abgerufen am 7. Dezember 2018.
  3. Liste der Mitglieder der deutschen Delegation im Ausschuss der Regionen (Memento vom 16. Juli 2011 im Internet Archive)
  4. Liste der Bezirksvorsitzenden bei der CDU Nordwürttemberg (abgerufen am 8. Februar 2016)
  5. SWR: Bilger führt CDU-Bezirk Nordwürttemberg 1. Oktober 2011
  6. Homepage der Kanzlei Reinhart Kober Großkinsky
  7. Vorlesungsverzeichnis der Ringvorlesung an der Hochschule Heilbronn (Memento des Originals vom 27. Februar 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hs-heilbronn.de (PDF; 112 kB)
  8. Geschäftsführer des BVMW (Memento vom 27. Februar 2015 im Internet Archive)
  9. Stuttgarter Zeitung, Stuttgart, Germany: CDU-Fraktionschef Wolfgang Reinhart: Der Gegenspieler. In: stuttgarter-zeitung.de. (stuttgarter-zeitung.de [abgerufen am 17. Januar 2017]).
  10. Landtag von Baden-Württemberg: Präsidium. In: www.landtag-bw.de. Abgerufen am 17. Januar 2017.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Wolfgang Reinhart – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien