Wolfgang Milde

deutscher Handschriftenwissenschaftler und Bibliotheksdirektor

Wolfgang Milde (* 3. Juli 1934 in Allenstein; † 23. Juli 2011 in Wolfenbüttel) war ein deutscher Bibliothekar und Handschriftenwissenschaftler.

LebenBearbeiten

Milde studierte Germanistik, Theologie und Bibliothekswissenschaft in Jena, Frankfurt am Main und Berlin. 1966 wurde er an der Freien Universität Berlin zum Dr. phil. promoviert, der Titel seiner Dissertation lautet Der Bibliothekskatalog des Klosters Murbach aus dem 9. Jahrhundert.

Er war in den Jahren 1966 bis 1997 Leiter der Handschriftenabteilung der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel. Er wirkte maßgeblich daran mit, die Bibliothek, die im 17. Jahrhundert als die größte in Europa galt, zu einer modernen, international anerkannten Studien- und Forschungsstätte für das Mittelalter und die frühe Neuzeit auszubauen. Unter anderem gelang es ihm, 1983 das Evangeliar Heinrichs des Löwen zu erwerben.

Seine internationale Forschertätigkeit führte ihn als Vortragsredner nach Italien, Polen, Belgien und in die USA (A.S.W. Rosenbach Lectures in Bibliography der University of Pennsylvania Libraries in Philadelphia, Pennsylvania im Jahre 1992 über das Thema The Gospel of Henry the Lion[1]) sowie als Gastprofessor nach Cincinnati, Ohio (1974). 1979 war er Gastdozent an der Freien Universität Berlin und seit 1986 Honorarprofessor ebendieser, sowie seit 1992 auch Honorarprofessor der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald. Außerdem hatte er Lehraufträge an der Technischen Universität Braunschweig (seit 1986) und an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Milde veröffentlichte zahlreiche Werke zur Buch-, Handschriften- und Bibliotheksgeschichte, zu den Werken Gotthold Ephraim Lessings und zum Evangeliar Heinrichs des Löwen.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. The Rosenbach Lectures, 1931-present. In: www.library.upenn.edu. University of Pennsylvania Libraries, abgerufen am 2. Juli 2014 (englisch).