Wleń

Stadt in Polen

Wleń ['vlɛɲ] (deutsch Lähn) ist eine Stadt im Powiat Lwówecki (Bezirk Löwenberg) in der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen. Sie ist zugleich Sitz der gleichnamigen Stadt- und Landgemeinde.

Wleń
Wappen von Wleń
Wleń (Polen)
Wleń
Wleń
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Niederschlesien
Powiat: Lwówek Śląski
Fläche: 7,18 km²
Geographische Lage: 51° 1′ N, 15° 40′ OKoordinaten: 51° 1′ 0″ N, 15° 40′ 0″ O
Einwohner: 1759
(30. Jun. 2019)[1]
Postleitzahl: 59-610
Telefonvorwahl: (+48) 75
Kfz-Kennzeichen: DLW
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Breslau
Gmina
Gminatyp: Stadt- und Landgemeinde
Gminagliederung: 12 Schulzenämter
Fläche: 86,00 km²
Einwohner: 4225
(30. Jun. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 49 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0212053
Verwaltung (Stand: 2017)
Bürgermeister: Artur Zych
Adresse: Plac Bohaterów Nysy 7
59-610 Wleń
Webpräsenz: www.wlen.pl



Geographische LageBearbeiten

 
Lähn nördlich von Hirschberg auf einer Landkarte von 1905.

Die Kleinstadt liegt am Fluss Bober, 15 km südöstlich der Kreisstadt Lwówek Śląski (Löwenberg) und 15 km nördlich von Jelenia Góra (Hirschberg).

GeschichteBearbeiten

 
Blick von der Burg auf das Stadtgebiet.
 
Rathausplatz mit Rathaus
 
Pfarrkirche
 
Schloss Lehnhaus (16. Jahrhundert)
 
Schloss Kleppelsdorf

Lähn wurde im Jahre 1214 von Herzog Heinrich I. und seiner Gemahlin Hedwig von Andechs als Stadt gegründet. Oberhalb der Stadt befindet sich die 1646 zerstörte Burg Lähnhaus. Unterhalb der Ruine befanden sich die Hedwigskapelle von 1662 und das Barockschloss mit Park. Am 18. August 1813 wurde Lähn von italienischen Söldnern, die den Russen unter Kaiserow weichen mussten, bis auf die Kirchen und wenige Häuser niedergebrannt. Gegen Ende des ersten Quartals des 19. Jahrhunderts hatte der Ort 171 Häuser.[2][3] Am Anfang des 20. Jahrhunderts hatte Lähn eine evangelische Kirche, eine katholische Kirche, ein Pädagogium, ein Amtsgericht, Sandsteinbrüche und einige mittelständische gewerbliche Betriebe.[4]

Die Stadt Lähn gehörte 1945 zum Landkreis Löwenberg im Regierungsbezirk Liegnitz der preußischen Provinz Niederschlesien des Deutschen Reichs.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Lähn zusammen mit fast ganz Schlesien von der sowjetischen Besatzungsmacht unter polnische Verwaltung gestellt und von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde in Wleń umbenannt, abgeleitet von der Erwähnung des Ortes als Wlan in einer päpstlichen Urkunde von 1155 (siehe Knoblich 1863, S. 10). Die einheimische deutsche Bevölkerung wurde, soweit sie nicht schon vorher geflohen war, 1945/46 vertrieben.

Von 1975 bis 1998 gehörte die Stadt zur Woiwodschaft Jelenia Góra (Hirschberg).[5]

Im Juni 2014 fand in der Stadt eine Gedenkfeier anlässlich ihres 800-jährigen Bestehens statt.[6]

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr Einwohner Anmerkungen
1825 0826 davon 184 Katholiken[2]
1829 0800 davon 164 Katholiken[3]
1840 0 942 davon 690 Evangelische[7]
1890 1.094 vorwiegend Evangelische, 258 Katholiken[8]
1900 1.062 meist Evangelische[4]
1933 1.433 [8]
1939 1.460 [8]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Rathaus auf dem Marktplatz
  • Burg Lehnhaus (Zamek Wleński Gródek) bei Łupki (Wleń) (Schiefer), Burgruine aus dem 10. Jahrhundert
  • Schloss Lehnhaus (Pałac Lenno) aus dem 16. Jahrhundert
  • Schloss Kleppelsdorf (Pałac Książęcy) aus dem 16. Jahrhundert[9]
  • Wehrkirche im Ortsteil Strzyżowiec (Tschischdorf)

GemeindeBearbeiten

Die Gemeinde hat eine Flächenausdehnung von 86 km², davon werden 55 % landwirtschaftlich genutzt und 39 % sind bewaldet.[10]

Zugehörige OrtsteileBearbeiten

Zur Stadt- und Landgemeinde Wleń gehören neben der Stadtgemeinde weitere 12 Ortsteile (deutsche Namen amtlich bis 1945)[11][12][13] mit einem Schulzenamt (polnisch Sołectwo)[14]:

  • Bełczyna (Süssenbach)
  • Bystrzyca (Wiesenthal)
  • Klecza (Ober Hußdorf, 1935–1945 Hußdorf)
  • Łupki (Schiefer)
  • Modrzewie (Gießhübel)
  • Marczów (Märzdorf a. Bober)
  • Nielestno (Waltersdorf)
  • Pilchowice (Mauer)
  • Przeździedza (Dippelsdorf)
  • Radomice (Wünschendorf)
  • Strzyżowiec (Tschischdorf)
  • Tarczyn (Kleppelsdorf)
  • Eine weitere Ortschaft der Landgemeinde ist Wleński Gródek (Lehnhaus).
  • In Pilchowice (Mauer) befindet sich die Staumauer der Bobertalsperre.

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Karl August Müller: Vaterländische Bilder, in einer Geschichte und Beschreibung der alten Burgfesten und Ritterschlösser Preussens. Glogau 1837, S. 398–412.
  • A. Knoblich: Chronik von Lähn und Burg Lähnhaus am Bober. Urkundliche Beiträge zur Geschichte der Städte, Ritterburgen, Fürsten und Adelsgeschlechter Schlesiens. Breslau 1863 (E-Kopie).
  • Thomas Feldmann: Lähn am Bober. Eine Durchsicht alter Postkarten. In: "Löwenberger Heimatgrüße", 10/2007, S. 21–23.
  • Izabela Taraszczuk: Bürgerinitiative zum Errichten einer Gedenktafel zur evangelischen Kirche im niederschlesischen Lähn/Wleń. In: „Löwenberger Heimatgrüße“, hrsg. vom Goldammer Verlag in Rothenburg ob der Tauber, 1/2014, S. 13–14.

WeblinksBearbeiten

Commons: Wleń – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2019. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF-Dateien; 0,99 MiB), abgerufen am 24. Dezember 2019.
  2. a b Johann Georg Knie: Alphabethisch-Statistisch-Topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preuß. Provinz Schlesien, mit Einschluß des jetzt ganz zur Provinz gehörenden Markgrafthums Ober-Lausitz und der Grafschaft Glatz; nebst beigefügter Nachweisung von der Eintheilung des Landes nach den verschiedenen Zweigen der Civil-Verwaltung. Breslau 1830, S. 951–952.
  3. a b Johann Georg Knie: Kurze geographische Beschreibung von Preußisch-Schlesien, der Grafschaft Glaz und der Preußischen Markgrafschaft Ober-Lausitz oder der gesamten Provinz Preußisch-Schlesien: Zum Gebrauch für Schulen. Erstes Bändchen. Breslau 1831. Seite 164–165 von Kapitel I: Bezirk der königl. Regierung zu Breslau (S. 352-353 der E-Kopie der Bibliothek Gyfrowa).
  4. a b Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 12, Leipzig/Wien 1908, S. 58.
  5. Dz.U. 1975 nr 17 poz. 92 (polnisch) (PDF; 802 kB)
  6. Hinweis auf das Stadtjubiläum und Programmbeschreibung
  7. Johann Georg Knie: Alphabetisch-statistisch-topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preusz. Provinz Schlesien. 2. Auflage, Breslau 1845, S. 848–849.
  8. a b c Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. loewenberg.html#ew39lwbglaehn. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  9. Schloss Kleppelsdorf – Geschichte (abgerufen am 12. Juni 2016)
  10. regioset.pl abgerufen am 22.Sep.2009
  11. Das Genealogische Orts-Verzeichnis
  12. [1]
  13. http://www.wlen.org.pl/mapy/mapy.html
  14. [2] (polnisch)