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Willi Paul Adams

deutscher Amerikanist und Historiker

Willi Paul Adams (* 16. Januar 1940 in Leipzig; † 3. Oktober 2002 in Berlin) war ein deutscher Amerikanist und Historiker.

LebenBearbeiten

Willi Paul Adams verbrachte als Siebzehnjähriger ein Schuljahr im Staat New York. Er studierte an der Universität Bonn und seit 1962 an der Freien Universität Berlin Geschichte. 1965/66 führte ihn ein Forschungsstipendium nach Yale. 1968 wurde er an der Freien Universität Berlin bei Gerald Stourzh und Hans Rudolf Guggisberg promoviert. 1970 hatte er eine Gastprofessur an der University of Chicago. 1972 folgte die Habilitation. Er lehrte seit 1972 als Professor für Amerikastudien an der Universität Frankfurt und war seit 1977 Professor für nordamerikanische Geschichte am John-F.-Kennedy-Institut für Nordamerikastudien der FU Berlin, zeitweilig auch Sprecher des Instituts. Schwerpunkte seiner Arbeit waren die amerikanische Revolution, amerikanische Verfassungsgeschichte und deutsche Emigration nach Amerika. Die Summe seiner Forschungen mündeten in die beide im Jahr 2000 erschienen Darstellungen Die USA vor 1900 und Die USA im 20. Jahrhundert. Adams Werk bezeichnete der Verfassungshistoriker John Phillip Reid als „den Klassiker der Verfassungsgeschichte der Einzelstaaten“. Nach seiner Ansicht würden seine Forschung und Analyse wohl „jahrzehntelang nicht überholt werden“.[1]

1976 erhielt er für seine Dissertation Republikanische Verfassung und bürgerliche Freiheit. Die Verfassungen und politischen Ideen der amerikanischen Revolution den Bicentennial-Jubiläumspreis der American Historical Association für die beste Darstellung über die amerikanische Revolution in nicht-englischer Sprache. Zu seinen Ehren verleiht die Organization of American Historians seit 2003 alle zwei Jahre den Willi Paul Adams Award für das beste, nicht in englischer Sprache erschienene Buch über amerikanische Geschichte.

Gemeinsam mit seinem Kollegen Knud Krakau war Adams Herausgeber der Studien zu Geschichte, Politik und Gesellschaft Nordamerikas.

 
Grabstätte

Adams starb nach vierjähriger Tumorerkrankung im Alter von 62 Jahren. Vier Monate nach seinem Tod starb auch seine Frau Angela. Er ist auf dem Waldfriedhof Dahlem bestattet.

SchriftenBearbeiten

  • Das Gleichheitspostulat in der amerikanischen Revolution. In: Historische Zeitschrift. Bd. 212, 1971, S. 59–99.
  • Republikanische Verfassung und bürgerliche Freiheit. Die Verfassungen und politischen Ideen der amerikanischen Revolution (= Politica. Bd. 37). Luchterhand, Darmstadt u. a. 1973, ISBN 3-472-74537-1.
  • als Herausgeber: Die Vereinigten Staaten von Amerika (= Fischer Weltgeschichte, Bd. 30). Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1977, ISBN 3-596-60030-8.
  • Die Geschichte Nordamerikas in Berlin. In: Reimer Hansen, Wolfgang Ribbe (Hrsg.): Geschichtswissenschaft in Berlin im 19. und 20. Jahrhundert. Persönlichkeiten und Institutionen (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission zu Berlin. Bd. 82, Publikationen der Sektion für die Geschichte Berlins.). Walter de Gruyter, Berlin u. a. 1992, ISBN 3-11-012841-1, S. 595–601.
  • Die USA vor 1900 (= Oldenbourg Grundriss der Geschichte, Bd. 28). Oldenbourg, München 2000, ISBN 3-486-53081-X.
  • Die USA im 20. Jahrhundert (= Oldenbourg Grundriss der Geschichte, Bd. 29). Oldenbourg, München 2000, ISBN 3-486-56439-0.

LiteraturBearbeiten

  • Gerald Stourzh: Nekrolog: Willi Paul Adams 1940–2002. In: Historische Zeitschrift. Bd. 276, 2003, S. 548–551.

WeblinksBearbeiten

AnmerkungenBearbeiten

  1. Gerald Stourzh: Nekrolog: Willi Paul Adams 1940–2002. In: Historische Zeitschrift. Bd. 276, 2003, S. 548–551, hier: S. 549.