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Weihnachtsstern (Symbol)

Brauchtum

Der Weihnachtsstern (auch als Adventsstern bezeichnet) ist ein christliches Symbol, das den Stern von Betlehem darstellen soll. Dieser Stern führte nach der Darstellung des Matthäusevangeliums (Mt 2,1-12 EU) die Weisen aus dem Morgenland zu dem Haus in Betlehem, in dem Jesus geboren worden war.

Elektrische Adventssterne in einem Ladenfenster in Schweden.

Inhaltsverzeichnis

TraditionBearbeiten

Der Weihnachtsstern als Weihnachtsschmuck wird in der Weihnachtszeit in und an Wohnhäusern aufgehängt bzw. auf die Spitze des Weihnachtsbaums gesteckt. Dort bleibt er in der Regel bis zum Fest der Erscheinung des Herrn am 6. Januar. Als wegweisendes Symbol wurde er in der Tradition neben Weihnachtsengel und Weihnachtskrippe zu einem wichtigen Element des Weihnachtsschmucks, das einen direkten Bezug zum Christentum aufweist.[1] Er dient auch als Vorbild für kleinere Elemente beim Christbaumschmuck. Der Weihnachtsstern gilt als Symbol für die biblische Geschichte von Weihnachten.[2]

Entstehung und erste DatierungenBearbeiten

Schon 1862 annoncierte die Pommersche Brüderanstalt aus Züllchow bei Stettin in der Allgemeinen Zeitung München: Die Spitze des Baumes schmückt ein großer Weihnachtsstern, der sich durch die gegebene Vorrichtung ganz von selbst dreht, sobald die Lichter des Baumes brennen, und an dessen zwölf Strahlen Engel hängen, die den Baum umschweben und an die Menge der himmlischen Heerschaaren erinnern. Auf Grund des großen Interesses der schon ein Jahr zuvor gezeigten Baumspitze bot die Brüderanstalt den Weihnachtsstern mit zwölf großen Wachsengeln im Karton für 8 Taler zur Verwendung an großen Weihnachtsbäumen in hohen Zimmern, Kirchen und Anstaltssälen an.[3] Ferdinand Gregorovius erwähnt 1845, dass ein Junge seinen Weihnachtsstern an einem Stock hat.[4] Um 1870 sollen in Wohnstuben von Webern in Sebnitz selbstgebaute Leuchtsterne in der Form flacher Sterne mit pyramidalen Zacken gehangen haben,[5] im Erzgebirge dagegen gab es erst um 1900 Sterne als Advents- und Weihnachtsschmuck.[5]

BeispieleBearbeiten

  • Der Herrnhuter Stern der Herrnhuter Brüdergemeine ist wohl der bekannteste Weihnachtssterntyp und international weit verbreitet.[6]
  • Der Annaberger Faltstern wurde 1924 von Karl Friedrich in Annaberg erfunden und 1926 patentiert.[7] Im Jahr 1996 übernahm die Buchbinderei Kraft[8] die Herstellung von den Nachkommen Friedrichs.[7]
  • Der Ehrenfriedersdorfer Adventsstern wurde ursprünglich vom VEB Verpackungsmittelwerke Ehrenfriedersdorf im Rahmen der Konsumgüterproduktion hergestellt.
  • Der Hartensteiner Weihnachtsstern aus Hartenstein geht auf ein Musterexemplar von Oswald Härtel aus dem Jahr 1908 zurück und wurde 1948 von dessen Sohn erstmals auf einer Messe der Öffentlichkeit vorgestellt. Die in 14 Farbkombinationen erhältlichen Sterne der Buchbinderei Härtel, die einen Durchmesser von 68 Zentimetern haben[9], zeichnen sich dadurch aus, dass sie durch Streifen gegliedert sind und so das Strahlen von Sternen als Effekt erzeugt werden soll.[10]
  • Der Haßlauer Weihnachtsstern wurde 1985 von Matthias Wild aus Wilkau-Haßlau entworfen. Der Grundkörper ist ein Pentagondodekaeder, also ein von zwölf Fünfecken gebildeter Körper, der mit einem Durchmesser von 60, 65 oder 70 Zentimetern hergestellt wird. Im Gegensatz zum Herrnhuter Stern haben alle zwölf aufgesteckten Sternspitzen die gleiche Größe und Form.[11] Sie laufen – im Gegensatz zum Hartensteiner Stern – weiß aus.[9]
  • Der Sebnitzer Weihnachtsstern entstand in Sebnitz.[12] Der heutige noch in Sebnitz produzierende Hersteller beschreibt den typischen Sebnitzer Weihnachtsstern als einen flachen Leuchtstern mit sechs, acht oder zehn pyramidenförmigen Zacken.[13]

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Luminous christmas stars – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Nils-Eric Schumann: Von Wladiwostok bis Mail. Mitteldeutsche Zeitung Web.de; abgerufen am 6. Dezember 2013.
  2. Entstehungsgeschichte der Herrnhuter Sterne
  3. Allgemeine Zeitung München, Beilage zu Nr. 334 vom 30. November 1862, S. 5514 Digitalisat
  4. Ferdinand Gregorovius: Werdomar und Wladislav aus der Wüste Romantik, Band 1, Verlag der Universitätsbuchhandlung, Königsberg 1845, S. 136 Digitalisat
  5. a b Manfred Blechschmidt: Weihnachtliches Brauchtum im Erzgebirge, Altis-Verlag, Friedrichsthal 2010, ISBN 978-3-910195-60-8, S.30
  6. Adventsschmuck mit Tradition. Märkische Oderzeitung.de; abgerufen am 6. Dezember 2013.
  7. a b Manfred Blechschmidt: Weihnachtliches Brauchtum im Erzgebirge. Altis, Friedrichsthal 2010, ISBN 978-3-910195-60-8, S. 30.
  8. Homepage der Buchbinderei
  9. a b Viola Martin: Ähnlich und doch nicht gleich. In: Freie Presse. 10. Dezember 2016, S. 14; abgerufen am 12. Dezember 2016.
  10. Homepage Hartensteiner Sterne
  11. Homepage Haßlauer Weihnachtsstern
  12. Weihnachtsstern, PDF-Datei, S. 4
  13. Homepage Sebnitzer Weihnachtsstern