Wachenhausen

Ort der Gemeinde Katlenburg-Lindau

Wachenhausen ist ein Ortsteil der Gemeinde Katlenburg-Lindau im niedersächsischen Landkreis Northeim.

Wachenhausen
Wappen von Wachenhausen
Koordinaten: 51° 40′ 0″ N, 10° 5′ 45″ O
Höhe: 138 m ü. NHN
Fläche: 7,67 km²[1]
Einwohner: 525 (1. Jul. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 68 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 37191
Vorwahl: 05552
Wachenhausen (Niedersachsen)
Wachenhausen

Lage von Wachenhausen in Niedersachsen

GeographieBearbeiten

Der Ort liegt unmittelbar südlich von Katlenburg (Katlenburg-Lindau) und grenzt westlich an das Naturschutzgebiet Rhumeaue/Ellerniederung/Gillersheimer Bachtal.

GeschichteBearbeiten

Wachenhausen wurde erstmals 1105 bei der Gründung des Katlenburger Klosters urkundlich belegt. Sein mittelalterliches Zentrum befand sich entlang der Beeke, einem heute teilweise verrohrten Bach. Es besaß im Mittelalter eine Kirche sowie mindestens zwei Tore, was auf eine Umzäunung hindeutet. Zur Zeit Heinrich des Löwen im 12. Jahrhundert war das adlige Geschlecht derer zu Haien, welche ihren Stammsitz auf dem Klawenberge besaßen. Sie hatten von dem Welfen Güter in der Region, darunter auch das Dorf Wachenhausen, als Lehen empfangen. Als später sich das Geschlecht in verschiedene Linien aufteilte, bekam jener das Dorf Wachenhausen zugeschlagen, der sich nach seinem Sitz in Suterode von Suterode nannte.[2] Aus der Zeit des Spätmittelalters wird angegeben, dass sich in Wachenhausen eine Kommende des Lazarus-Ordens befand. Da Wenck sich jedoch auf einen Verkauf der Herren von Plesse beruft, die 1322 dem Bischof von Hildesheim Ländereien um Bilshausen übergaben, wo der Deutsche Orden begütert war, ist das Vorhandensein einer einstigen Ordenkommende der Lazarusritter eher unwahrscheinlich.[3] Nach dem Dreißigjährigen Krieg gingen die Wachenhausener in die Kirche auf dem Burgberg, der Kirchhof befand sich jedoch bis ins 19. Jahrhundert im Gänsewinkel. In Wachenhausen gab es einige größere Bauernhöfe, für die neben dem Ackerbau der Flachsanbau Bedeutung hatte. Viele Wachenhausener wurden Handwerker oder Arbeiter, die auswärts eine Stelle fanden und die Landwirtschaft im Nebenbetrieb führten.

Wachenhausen hatte um 1914 ungefähr 500 Einwohner, die Volkszählung am 29. Oktober 1946 ergab 1094 Einwohner, von denen am 1. September 1939 502 schon in Wachenhausen wohnten, 107 in den Westzonen, 21 in der Sowjetzone und Berlin, 335 in den Oder-Neiße-Gebieten und 129 im Ausland. 1969 gab es bei 138 Wohnhäusern 227 Haushalte mit 703 Einwohnern, davon waren 521 Einheimische, 161 Flüchtlinge und 21 Evakuierte. Diese 703 Einwohner verteilten sich auf 17 Eine-Generation-Haushalte, 64 Haushalte waren Zwei-Generationen-, 52 Drei-Generationen- und fünf Vier-Generationen-Haushalte.[4]

Die Großgemeinde Katlenburg-Lindau wurde am 1. März 1974 aus den bis dahin selbständigen Gemeinden Katlenburg-Duhm, Lindau, Gillersheim, Berka, Elvershausen, Wachenhausen und Suterode gebildet.[5]

PolitikBearbeiten

OrtsratBearbeiten

Der Ortsrat von Wachenhausen setzt sich aus 8 Ratsmitgliedern der folgenden Parteien zusammen:[6]

(Stand: Kommunalwahl 11. September 2016)

OrtsbürgermeisterBearbeiten

Der Ortsbürgermeister ist Ralf Schwarz (CDU). Seine Stellvertreter sind Gabriele Nendel (parteilos) und Marc Schwaiger (parteilos).[6]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Silber auf grünem Dreiberg, belegt mit einem goldenen Sonnenrad, zwischen zwei grünen Eichenheistern mit je zwei goldenen Eicheln, eine blaue Pflugschar.“[7]
Wappenbegründung: Das Pflugeisen und die Eichenheister deuten auf den noch stark ausgeprägten landwirtschaftlichen Charakter des Ortes und seine waldreiche Umgebung hin, der Dreiberg und das Radkreuz sollen die in der Gemarkung Wachenhausen gefundenen Hügelgräber und vorgeschichtlichen Funde symbolisieren.

LiteraturBearbeiten

  • Gerd Berkenbrink: Wandlungsprozesse einer dörflichen Kultur – Wachenhausen, Kreis Northeim. Hrsg.: Helmut Plath und Kurt Ranke (= Niedersächsische Landesstelle für Volkskunde am Seminar für deutsche Volkskunde Göttingen [Hrsg.]: Schriften zur Niederdeutschen Volkskunde. Band 6). Otto Schwartz & Co. Verlag, Göttingen 1974, ISBN 3-509-00734-4.

WeblinksBearbeiten

 Commons: Wachenhausen – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Zahlen, Daten, Fakten. In: Webseite Gemeinde Katlenburg-Lindau. 1. Juli 2018, abgerufen am 29. November 2019.
  2. Ernst Friedrich Mooyer: Zur Genealogie der Grafen von Spiegelberg. In: Zeitschrift des Historischen Vereins für Niedersachsen. 1953, S. 180.
  3. Helfrich Bernhard Wenck: Hessische Landesgeschichte. Des zweiten Bandes zweite und letzte Abtheilung. Varrentrap und Wenner, Frankfurt am Main/Leipzig 1797, S. 790 Anm. x.
  4. Gerd Berkenbrink: Wandlungsprozesse einer dörflichen Kultur – Wachenhausen, Kreis Northeim. Hrsg.: Helmut Plath und Kurt Ranke (= Niedersächsische Landesstelle für Volkskunde am Seminar für deutsche Volkskunde Göttingen [Hrsg.]: Schriften zur Niederdeutschen Volkskunde. Band 6). Otto Schwartz & Co. Verlag, Göttingen 1974, ISBN 3-509-00734-4, S. 2 ff.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 214.
  6. a b Mitglieder des Ortsrates Wachenhausen. In: Webseite Gemeinde Katlenburg-Lindau. Abgerufen am 29. November 2019.
  7. Wappen Wachenhausen. In: Webseite Gemeinde Katlenburg-Lindau. Abgerufen am 29. November 2019.