Wałęsa. Der Mann aus Hoffnung

Film von Andrzej Wajda (2013)

Wałęsa. Der Mann aus Hoffnung (Originaltitel: Wałęsa. Człowiek z nadziei) ist ein polnischer biografischer Film des Regisseurs Andrzej Wajda über das Leben von Lech Wałęsa, der Solidarność-Anführer und Präsident Polens war. Der Film aus dem Jahre 2013 schließt Wajdas Film-Triptychon über den Kampf eines Mannes gegen das totalitäre kommunistische System nach Der Mann aus Marmor (1976) und Der Mann aus Eisen (1981).[1]

Filmdaten
Deutscher TitelWałęsa. Der Mann aus Hoffnung
OriginaltitelWałęsa. Człowiek z nadziei
Wałęsa filmmaking (1).JPG
ProduktionslandPolen
OriginalsprachePolnisch
Erscheinungsjahr2013
Länge119 Minuten
Stab
RegieAndrzej Wajda
DrehbuchJanusz Głowacki
MusikPaweł Mykietyn
KameraPaweł Edelman
SchnittMilenia Fiedler, Grażyna Gradoń
Besetzung
Wałęsa. Der Mann aus Hoffnung bei der polnischen Filmpremiere am 21. September 2013 im Teatr Wielki in Warschau

HandlungBearbeiten

Lech Wałęsa, ein Elektriker der Lenin-Werft in Danzig, nahm 1970 an den Demonstrationen in Danzig teil.[2] Während er die blutige Niederschlagung der Proteste in Erinnerung behält, konzentriert er sich auf seine alltäglichen Pflichten. Zehn Jahre später finden erneute Streiks in der Danziger Werft statt und er wird ein unerwarteter, charismatischer Führer der streikenden Werftarbeiter.[3] Das ist der Beginn einer neuen Bürgerbewegung, die dem kommunistischen Regime erfolgreich stand hält. Wałęsa wird in die Rolle gedrängt, das arbeitende Volk Polens zu repräsentieren. Die Sowjetunion, bisher als zu furchteinflößend geltend, als dass man ihre Politik kritisierte, hatte sich ins eigene Fleisch geschnitten. Die Polen exempluieren mit der Solidarność-Bewegung, dass man sich nur etwas trauen muss, um dem totalitären Regime des Kommunismus etwas entgegenzusetzen. Damit lösten sie Hoffnungen überall in den Ostblockstaaten aus und verursachten einen Dominoeffekt. Die Bürger der DDR z. B. folgten dem polnischen Beispiel und begannen mit den Montagsdemonstrationen 1989/90 und erreichten die Deutsche Wiedervereinigung durch die Wende und friedliche Revolution in der DDR. Die Sowjetunion löst sich auf, genauso wie der sozialistische Vielvölkerstaat Jugoslawien. Während Europa wieder umgestaltet wird, bleibt das neue Polen nach 1989 stabil und friedlich. Trotzdem entwickelt sich im polnischen Parlament eine gewaltige Zahl an Parteien, was Polen an den Rand der Unregierbarkeit brachte, wie Deutschland einst in der späten Weimarer Republik. Lech Wałęsa nahm des Volkes Bitte an, sich als Präsidentschaftskandidat zur Verfügung zu stellen und wurde mehrheitlich zum Präsidenten des neuen, demokratischen Polens gewählt. Doch nun glaubt das Volk, dass Wałęsas Bildungsstand für das Amt nicht ausreiche.[4] Die von solchen Gedanken Getriebenen suchen nun nach Wegen ihn abzusetzen, bis sie schließlich so tief im Leben Wałęsas wühlen, dass sie zweifelhafte Entscheidungen finden, die Wałęsa einst während seiner Zeit als Elektriker traf, als er infolge hoher Erwartungen seines Volkes ihm gegenüber sich um alle Hoffnungen sorgte und zeitweise daran zerbrach.

KritikenBearbeiten

Im April 2011 berichtete Andrzej Wajda The Guardian, er beabsichtige einen Film zu machen, der Lech Wałęsa in ein neues Licht rücken würde.[5] Der Drehbuchautor Janusz Głowacki wurde zitiert mit The film is not just going to be romanticism. There will be irony, too. Don't worry. Später erklärte Wajda in einer Pressekonferenz, der Nobelpreisträger und polnische Ex-Präsident Wałęsa hätte sein Projekt einfach stillschweigend hingenommen.[6] Er erklärte auch, dass er die Dreharbeiten zu diesem Film als schwierigste Herausforderung seiner bisherigen Karriere empfand.[7] Dabei konnte Wajda nicht anders, als den berühmten Slogan seines Freundes Lech Wałęsa zu zitieren: Nie chcę, ale muszę (Ich möchte nicht, ich muss).[8]

Bei der Oscarverleihung 2014 wurde der Film als polnischer Beitrag für den Preis als Best Foreign Language Film eingereicht,[9] erhielt jedoch keine Nominierung.

AuszeichnungenBearbeiten

  • Polnisches Filmfestival der USA in Chicago 2013: Publikumspreis, „Srebrny Hugo“
  • Bilet, Nagroda Stowarzyszenia „Kina Polskie“ 2013 – Złoty Bilet
  • Polnisches Filmfestival 2014: Nominierung in den Kategorien Beste Szenografie, Bestes Kostüm, Bester Schnitt, Beste Hauptdarstellerin, Bester Hauptdarsteller

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Wałęsa. Człowiek z nadziei – Weltpremiere des Films von Andrzej Wajda in Venedig Meldung des Polnischen Institut Düsseldorfs
  2. Gdansk hosts Walesa biopic. Polskie Radio. 12. Januar 2012. Zugriff: 14. März 2014
  3. Wałęsa. Man of hope (Memento des Originals vom 12. Oktober 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.akson-studio.pl. Akson Studio. Zugriff: 14. März 2014
  4. Helmer’s solid look at Solidarity (Memento vom 28. Juli 2012 im Webarchiv archive.today). In: Chicago Tribune. Zugriff: 14. März 2014
  5. Borger, Julian (4. April 2011): Andrzej Wajda film will shine new light on Lech Walesa. In: The Guardian. Zugriff: 14. März 2014
  6. Director Andrzej Wajda begins shooting Lech Walesa film. CTV, 24. November 2011. Zugriff: 14. März 2014
  7. Wajda To Make Walesa Biopic. 25. November 2011. Zugriff: 14. März 2014
  8. Scislowska, Monika (24. November 2011). Oscar-winning director starts film on Lech Walesa. In: The Washington Times. Zugriff: 14. März 2014
  9. Roxborough, Scott (18. September 2013). Oscars: Poland Nominates Andrzej Wajda’s ‚Walesa‘ in Foreign-Language Category. In: The Hollywood Reporter. Zugriff: 14. März 2014