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Volk und Wissen Verlag

deutscher Verlag
(Weitergeleitet von Volk und Wissen)
VOLK UND WISSEN VERLAG GMBH & CO.

Volk und Wissen/Kamp-Verlag

Logo
Rechtsform GmbH
Gründung 1991
Sitz Berlin
Mitarbeiterzahl mehr als 1000 (an allen drei Standorten der Cornelsen Holding)
Website cornelsen.de/volk-und-wissen

Der Volk-und-Wissen-Verlag (Eigenschreibweise Volk und Wissen Verlag (VWV)) ist ein deutscher Verlag, der bis zur deutschen Wiedervereinigung als Volk-und-Wissen Volkseigener Verlag Berlin nahezu alle Schulbücher in der DDR verlegte. Er gehörte zu den Herausgebern der Mathematischen Schülerbücherei. Nach der Wende, im Jahr 1991 übernahm der Cornelsen-Verlag Volk und Wissen mit vielen angestammten Mitarbeitern. Eine weitere Fusion erfolgte 1995 mit dem Kamp-Verlag.

GeschichteBearbeiten

 
Altes Logo des Volk-und-Wissen Verlages
 
Stand von Volk und Wissen bei der Leipziger Buchmesse 1951

Gegründet wurde der Verlag 1945 in Berlin und Leipzig. Der Volk-und-Wissen-Volkseigener Verlag Berlin brachte neben den Schulbüchern für alle Bezirke der DDR auch die Fachzeitschriften Die Neue Schule und Neue Erziehung im Kindergarten heraus. Heinrich Deiters, Wilhelm Heise und Erwin Marquardt begründeten 1947 die Pädagogische Bibliothek des Verlages. Cheflektor von 1946 bis 1958 war Hans Friedrich (I.M.) Lange (1891–1972)(selbst Autor von Büchern).[1][2] Chefredakteurin war u. a. Doris Wetterhahn.

Die politische Wende 1989/90 brachte dem Verlag den größten Auftrag seiner Geschichte. Da die bestehenden (ebenfalls vom Volk-und-Wissen-Verlag produzierten) Schulbücher durchgängig die Ideologie der SED vertraten und daher nach der Umwandlung des Bildungssystems der DDR nicht mehr verwendbar waren, wurden 1990 insgesamt 26,5 Millionen Schulbücher mit neutralen Darstellungen gedruckt.[3] Vorhandene Bestände alter Schulbücher wurden makuliert.

Im Frühjahr 1991 erfolgte die Privatisierung durch die Cornelsen-Verlagsgruppe, die Gruppe trat nun unter der Bezeichnung Cornelsen. Volk und Wissen auf dem Markt auf. Der Verlag gehört seitdem zu den größten Schulbuchverlagen in Deutschland und ist Marktführer in den fünf neuen Bundesländern. 1995 erwarb der Verlag den nordrhein-westfälischen Kamp-Schulbuchverlag und heißt seitdem Volk und Wissen/Kamp Verlag.

Volk-und-Wissen wurde als Verlagsmarke des Cornelsen-Verlages beibehalten, zu denen weitere Verlagsmarken gehören. Geschäftssitze der Holding befinden sich in Berlin, München und Mülheim an der Ruhr.[4]

 
Bis 2004 Sitz des Verlages

2004 erfolgte die räumliche Integration des Verlages in den Cornelsen-Verlag, seitdem arbeiten beide Verlage gemeinsam in Berlin-Wilmersdorf. Das bisher in Berlin-Mitte genutzte Gebäude wurde von der Simbabwischen Botschaft bezogen.

Das Verlagsprogramm umfasst Schulbücher und weitere Bildungsmedien für fast alle Schulformen und Unterrichtsfächer in Deutschland.

Im Jahr 2019 verbot das Sächsische Bildungsministerium die Verwendung des Themenaufgabenheftes Naturwissen­schaften: Biologie, Chemie, Physik - Farben. Das 1998 vom Volk und Wissen/Kamp Verlag herausgegebene Werk enthielt rassistische Formulierungen wie negrid, europid und mongolide Rassekreise, war aber seit einigen Jahren nicht mehr im Buchhandel verfügbar.[5]

EhrungenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Volk und Wissen Verlag – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. I. M. Lange, Horst F. Schötzki: Die deutsche Revolution von 1848/49 und ihre Vorgeschichte, Lehrhefte für den Geschichts-Unterricht in der Oberschule, 1948, Verlag Volk-und-Wissen Berlin; abgerufen am 14. Januar 2017.
  2. I. M. Lange, Horst Schreck: Die Zeit trägt einen roten Stern, Aufbau-Verlag, Berlin, 1960; abgerufen am 14. Januar 2017.
  3. Hans-Werner Fuchs: Bildung und Wissenschaft seit der Wende, 1997, ISBN 3-8100-1811-2, S. 95–96.
  4. a b Über Volk und Wissen auf der Homepage von Cornelsen.de; abgerufen am 14. Januar 2017.
  5. Ministerium in Sachsen zieht rassistisches Schulbuch aus dem Verkehr. Auf www.spiwegel.de, abgerufen am 27. Januar 2019.
  6. Berliner Zeitung, 6. Oktober 1965, S. 4.