Verkehrsbetriebe St. Gallen

ÖV-Unternehmen in der Stadt St. Gallen
Verkehrsbetriebe St. Gallen
Logo
Basisinformationen
Unternehmenssitz St. Gallen
Webpräsenz www.vbsg.ch
Betriebsleitung Ralf Eigenmann
Verkehrsverbund Tarifverbund Ostwind
Mitarbeiter 285 (2018)
Linien
Trolleybus 3 (6 ab Dezember 2020)
Bus 12
Sonstige Linien Mühleggbahn
(Standseilbahn)
Anzahl Fahrzeuge
Trolleybusse 17 Gelenkwagen
7 Doppelgelenkwagen
Omnibusse 8 Midibusse
10 Solowagen
26 Gelenkwagen
Sonstige Fahrzeuge 1 Standseilbahnwagen
Statistik
Fahrgäste 69'300 täglich (2018)[1]
Haltestellen ca. 200
Einwohner im
Einzugsgebiet
0,07 Mio.
Netzplan
Liniennetzplan St. Gallen ab 15. Dezember 2019

Die Verkehrsbetriebe St. Gallen (VBSG), früher Verkehrsbetriebe der Stadt St. Gallen, sind verantwortlich für den regionalen Personenverkehr in der schweizerischen Stadt St. Gallen. Das Verkehrsunternehmen wurde 1897 als Trambahn der Stadt St. Gallen (TStG) gegründet, die heutige Bezeichnung führt es seit dem 1. Mai 1950.[2]

Das Unternehmen betrieb ursprünglich die am 20. Mai 1897 eröffnete Strassenbahn St. Gallen, die zwischen 1950 und 1957 sukzessive durch den heute aus vier Linien bestehenden Trolleybus St. Gallen ersetzt wurde. Ergänzt wird der elektrische Verkehr durch diverse Autobus-Linien, die teilweise auch angrenzende Gemeinden bedienen, heute neun an der Zahl. Daneben betreiben die VBSG auch die Mühleggbahn, eine Standseilbahn, die vom Kloster nach St. Georgen führt.

Die VBSG sind eine Dienststelle der Technischen Betriebe der Stadt St. Gallen,[3] haben also keinen eigenständigen Rechtsstatus. 2008 wurde begonnen die Fahrzeuge nicht mehr mit Verkehrsbetriebe St. Gallen, sondern mit st.gallerbus anzuschreiben.

Die Verkehrsbetriebe St. Gallen sind, seit Gründung des Verbundes, Mitglied im Tarifverbund Ostwind. Das Netz der VBSG befindet sich in den Tarifzonen 210 und 211. Am 1. Dezember 2006 übernahm Ralf Eigenmann die Unternehmensleitung der VBSG von Thomas Romer.

Am 9. Dezember 2018 wurde eine weitgehende Reform des Liniennetzes durch die VBSG vorgenommen, wobei sowohl die Linienführung als auch die Nummerierung erneuert wurde.

Bis Ende 2020 sollen drei Viertel der Fahrgäste elektrisch befördert werden. Dafür werden neue Oberleitungen gebaut und Hess-Batterietrolleybusse angeschafft.[4]

LinienBearbeiten

Linien bis Dezember 2018Bearbeiten

TrolleybusBearbeiten

AutobusBearbeiten

  • 2 St. Georgen – Bahnhof – Ahorn – Bahnhof Haggen – Hinterberg
  • 6 Bahnhof – Schoren
  • 7 St. Josefen – Abtwil – Bahnhof – Neudorf via Wilen Achslen
  • 8 St. Georgen – Bahnhof – Ahorn – Rosenbüchel – Wendeplatz Stocken
  • 9 Bahnhof Nord – Rotmonten – Heiligkreuzstrasse – Neudorf – Gallusmarkt – Schuppis Nord
  • 10 Oberhofstetten – Bahnhof – St. Fiden – Heiligkreuzstrasse – Abacus-Platz (Integration der Linie 12 per 15. Dezember 2013)
  • 11 Bahnhof – Kirche Mörschwil
  • 151 Bahnhof – Erlachstrasse – Arena – Mettendorf – Gossau Bhf (Gemeinsam mit der Regiobus AG)
  • Bäderbus Bahnhof – Marktplatz – Dreilinden (Fährt nur im Sommer und bei schönem Wetter).

Linien ab Dezember 2018Bearbeiten

Mit dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2018 wurde der Streckenplan radikal umgestellt, bis auf die Linien 1 und 5 haben sowohl die Nummern als auch die Kursläufe geändert. Auf 3 Linien, die derzeit mit Dieselbussen betrieben werden, sollen bis Dezember 2020 neue Batteriebusse eingesetzt werden, dazu werden zusätzliche Streckenabschnitte elektrifiziert.[4]

  • 1 Winkeln – St.Gallen Bahnhof – Stephanshorn (Trolleybuslinie)
  • 2 Wolfganghof – St.Gallen Bahnhof – Guggeien (Trolleybuslinie)
  • 3 Abtwil St. Josefen – St.Gallen Bahnhof – Heiligkreuz (Dieselbusse, geplant zum Ausbau für Batterietrolleybusse)
  • 4 Säntispark – St.Gallen Bahnhof – Wittenbach Bahnhof (Dieselbusse, geplant zum Ausbau für Batterietrolleybusse)
  • 5 Riethüsli – St.Gallen Bahnhof – Rotmonten (Trolleybuslinie)
  • 6 Bach St.Georgen – St.Gallen Bahnhof – Heiligkreuz (Dieselbusse, geplant zum Ausbau für Batterietrolleybusse)
  • 7 Hinterberg – St.Gallen Bahnhof – Neudorf (Dieselbusse)
  • 8 Wendeplatz Stocken – St.Gallen Bahnhof – Neudorf (Dieselbusse)
  • 9 Hölzli – St.Gallen Bahnhof – Schuppis Nord (Kurze Dieselbusse)
  • 10 Oberhofstetten – St.Gallen Bahnhof – Oberhofstetten (Kurze Dieselbusse)
  • 11 Abacus-Platz – St.Gallen Bahnhof – Abacus-Platz (Kurze Dieselbusse)
  • 12 Abtwil Zentrumpark – St.Gallen Bahnhof – Abtwil Zentrumpark (Kurze Dieselbusse)

SeebusBearbeiten

Zusätzlich betreiben die VBSG in Rorschach den Seebus:

FahrzeugeBearbeiten

 
Zweiachsiger MAN-Solobus mit Anhänger, im Einsatz seit Dezember 2018

Die Trolleybusse und Autobusse der VBSG tragen die Stadtfarben Weiss-Rot-Schwarz und sind seit 2008 mit dem Schriftzug st. gallerbus versehen. An Festtagen und während Stadtfesten (zum Beispiel der OLMA) werden die Fahrzeuge mit je zwei Fähnchen geschmückt. Das eine ist meist dasjenige von Bund, Kanton oder Stadt, das andere entspricht dem Anlass.

Die Busse des Seebus (Region Rorschach) sind blau-weiss lackiert.

TrolleybusBearbeiten

In St. Gallen sind vier Strecken elektrifiziert. Drei Kurse (1, 2 und 5) folgen diesen Strecken, während der Abschnitt vom Hauptbahnhof ins Heiligkreuz seit Winter 2018 mit Dieselbussen bedient wird, um die neuen Durchmesserstrecken 3 und 4 zu ermöglichen. Bis 2020 ist die Beschaffung von neuen Batterietrolleybussen geplant, die in der Lage sein sollen, Teile ihres Rundlaufs ohne Oberleitung auszukommen. Sie sollen einen grossen Teil der bestehenden Dieselbusflotte ersetzen und gleichzeitig Lärm und Luftbelastung reduzieren. Der Kredit dafür wurde im Herbst 2018 bewilligt.[5] Die Trolleybusflotte umfasst derzeit 17 Gelenkbusse und 7 Doppelgelenkbusse.[6]

BatteriebusBearbeiten

Im April 2019 wurde auf der durch den Stiftsbezirk führenden Linie 11 der erste batteriebetriebene Bus der VBSG in Dienst gestellt. Es handelt sich um einen Solaris Urbino 8.9LE electric des polnischen Herstellers Solaris Bus and Coach. Der Bus bietet Platz für 50 Passagiere und wird ausschliesslich für den Einsatz auf Quartierlinien verwendet. Die Batteriekapazität beträgt 160 kWh und reicht im vorgesehenen für 100 km oder 5 – 6 Stunden Linienbetrieb aus[7]. Danach wird der Bus durch einen Solo-Dieselbus ersetzt, während der Batteriebus zum Aufladen der Batterien für 4 Stunden in das Busdepot gebracht wird. Allfällige Fahrgäste müssen in diesem Fall an der Haltestelle Athletik Zentrum umsteigen. Ziel sei es, mit dem Fahrzeug für die bevorstehende Elektrifizierung von Autobuslinien Erfahrungen zu sammeln.[8]

AutobusBearbeiten

Entwicklung des FahrzeugbestandsBearbeiten

Am 25. September 2005 beschloss das St. Galler Stimmvolk in einer Volksabstimmung mit einem klaren Ja die Ersatzbeschaffung für die damals 32 hochflurigen Autobusse des Unternehmens. Die daraufhin beschafften Fahrzeuge waren die ersten Niederflurbusse der Verkehrsbetriebe St. Gallen. Zuvor besassen diese bereits drei teilweise niederflurige Busse des Herstellers Daimler-Benz, die aber verkauft wurden. Wagen 209 ging dabei an die Appenzeller Bahnen, die zwei neueren Wagen 221 und 222 gelangten zu RTB Rheintal Bus.

 
Dreiachsiger MAN Solobus im Einsatz auf der Linie 8

2007 bestellten die VBSG zwei-, drei- und vierachsige MAN-Dieselbusse. Der erste von ihnen wurde am 9. Januar 2008 auf der Linie 9 in Betrieb genommen. Als erstes VBSG-Fahrzeug trug er statt der Initialen des Unternehmens die Marketingbezeichnung st. gallerbus. In der Folge wurden weitere zwei-, drei- und vierachsige Dieselbusse geliefert. Als weltweit einziges Unternehmen setzen die VBSG einen vierachsigen Gelenkbus des Typs MAN Lion's City GXL ein.[9] (Linie 7 und Extrafahrten). Ursprünglich waren drei Exemplare bestellt, da das Modell aber nicht in Serie ging, wurde nur der ehemalige Vorführwagen an die VBSG ausgeliefert.

Gegenwärtiger BestandBearbeiten

Quelle[10]

  • 10 zweiachsige Midibusse (MAN Lion's City A35)
  • 20 zweiachsige Solobusse (MAN Lion's City A37, A21 u. a.)
  • 5 zweiachsige Personenanhänger (Hess) zu 9 Solobussen (MAN Lion's City A21)
  • 5 dreiachsige Solobusse (MAN Lion's City A36, 2013)
  • 26 dreiachsige Gelenkbusse (MAN Lion's City A23, 2007/09)
  • 1 vierachsiger Gelenkbus (MAN Lion's City A43, 2007)

Ehemaliger Bestand (Auswahl)Bearbeiten

  • 10 Solobusse (Saurer, 1983)
  • 1 Gelenkbus (NAW/Hess, 1987)
  • 21 Gelenkbusse (NAW/Hess, 1988/89)

Einige ausgemusterte Fahrzeuge, auch aus älteren Erneuerungsrunden, befinden sich – zum Teil noch mit Originallackierung – im Ausland im Einsatz. So beispielsweise in Polen, Bulgarien und Rumänien.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. VBSG Verkehrsbetriebe St.Gallen (PDF) auf www.vbsg.ch, abgerufen am 3. Januar 2020
  2. Die Verkehrsbetriebe St.Gallen (VBSG): Geschichte der Verkehrsbetriebe St. Gallen (PDF; 16 Seiten; 0.86 MB), aufgerufen am 5. Oktober 2010
  3. Technische Betriebe der Stadt St. Gallen (Memento des Originals vom 26. Februar 2010 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.stadt.sg.ch
  4. a b Hess AG erhält Zuschlag für 17 Batterietrolleybusse. Abgerufen am 3. Januar 2020.
  5. Ergebnisse der Abstimmung vom 25. November 2018.
  6. Busflotte. VBSG. 12. Januar 2019. Abgerufen am 12. Januar 2019.
  7. Verkehrsbetriebe St. Gallen: Faktenblatt Solaris Urbino 8.9 Batteriebus. (PDF) In: www.stadt.sg.ch. Abgerufen am 17. Mai 2019 (https://www.stadt.sg.ch/news/14/2019/03/mit-dem-e-bus-durch-das-klosterviertel/_jcr_content/Par/downloadlist/DownloadListPar/download_1115743069.ocFile/20190329%20VBSG%20MM%20Faktenblatt%20E-Bus.pdf).
  8. Mit dem E-Bus durch das Klosterviertel. Abgerufen am 20. Mai 2019.
  9. Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven:@1@2Vorlage:Toter Link/www.man-mn.com Erste Lion's City GXL gehen in die Schweiz
  10. Busflotte. VBSG. 12. Januar 2019. Abgerufen am 12. Januar 2019.