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Uwe Henrik Peters

deutscher Psychiater und Neurologe

Uwe Henrik Peters (* 21. Juni 1930 in Kiel) ist ein deutscher Psychiater und Neurologe.

Inhaltsverzeichnis

HerkunftBearbeiten

Uwe Henrik Peters ist der Sohn des Arztes Maximilian Peters und seiner Ehefrau Erna Friederike Sass und ist der Spross einer Schleswig-Holsteinisch-Dänischen Ärzte- und Apothekerfamilie mit langer Geschichte. Er wuchs in Preetz/Holstein auf. Als 17-jähriger Schüler las er auf Anregung seines Vaters Das Diktat der Menschenverachtung. Eine Dokumentation; von Alexander Mitscherlich und Fred Mielke. Dies wurde für seine Berufswahl und seinen Berufsweg bestimmend.[1]

WerdegangBearbeiten

Peters studierte 1951 bis 1956 Medizin in Kiel, Freiburg/Br., Straßburg und Heidelberg. Er wurde 1957 an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel promoviert und habilitierte sich 1965 für die Fächer Neurologie und Psychiatrie. 1969 wurde er ordentlicher Professor an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz und war von 1979 bis 1996 Direktor der Nervenklinik an der Universität Köln. Von 1991 bis 1994 amtierte er als Präsident und Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde. Peters war Adjunct Professor for German Literature an der Cornell University in Ithaca, New York. In seinen zahlreichen Veröffentlichungen hat er auch im Grenzbereich von Medizin und Geisteswissenschaften gearbeitet, so in Werken über den Wahnsinn Hölderlins und den Robert Schumanns.

Von 1957 bis 1958 war er Medizinalassistent u. a. am Institut für Physiologische Chemie der Christian-Albrechts-Universität in Kiel. 1959–1969 war er als wissenschaftlicher Assistent und Oberarzt an der Psychiatrischen und Nervenklinik der Universität Kiel tätig. 1965 habilitierte er sich für die Fächer Neurologie und Psychiatrie[2]. 1969 wurde er auf den Lehrstuhl für Neurologie und Psychiatrie der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz berufen und war dort 1970–1979 zugleich Direktor der Neuropsychiatrischen Universitätsklinik. 1976–1978 war er Prodekan der Medizinischen Fakultät der Johannis-Gutenberg-Universität Mainz. Ab 1979 war er ordentlicher Professor der Neurologie und Psychiatrie und zugleich Direktor der Universitätsnervenklinik der Universität zu Köln. Dies blieb er bis zu seiner Emeritierung 1996. Er lebt in Köln und ist verheiratet mit Anna Martini (1988-). 4 Kinder, darunter die 1971 geborenen Schauspielerin Caroline Peters.

1991 war er Stipendiat der Taniguchi Foundation (Geschichte der Medizin) in Kyoto (Japan).[3] Von 1991 bis 1994 amtierte er als Präsident und Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde. Als solcher leitete er 1992 in Köln den Jubiläumskongress zum 150jährigen Bestehen der Gesellschaft. 1992 war er Initiator und Vorsitzender der ersten deutsch-israelischen Psychiaterkonferenz nach dem 2. Weltkrieg in Jerusalem. 1992 wurde auf sein Betreiben hin das Fach „Psychiatrie“ in „Psychiatrie und Psychotherapie“ unbenannt und vom Deutschen Ärztetag in Köln in die Weiterbildungsordnung aufgenommen. Peters war Adjunct Professor for German Literature an der Cornell University in Ithaca, New York. 1995 wurde er zum External Examiner an der University of Malay in Kuala Lumpur (Malaysia) berufen. Als langjähriger Sachverständiger und Mitglied der Kontrollkommission am Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen (IMPP) (1974–1995) war Peters für die Gebiete Medizinische Psychologie und Nervenheilkundliches Stoffgebiet verantwortlich. Als langjähriges Mitglied des Deutschen Epilepsiekuratoriums (1976–1992) hat er an mehreren Denkschriften zur Lage der Epileptiker in Deutschland mitgewirkt.

Im Weltverband für Psychiatrie (WPA) arbeitete er 1973–1996 als Vorsitzender der Sektion Humanities in Psychiatry und als Mitglied des Comitees weiterer Sektionen (Clinical Psychopathology, Mass Media and Mental Health, Conflict Management and Conflict Resolution, Preventive Psychiatry, Mental Health and Ecology, Psychotherapy). 1993 war er Präsident des Regional Symposiums (Europe) des Weltverbandes Psychiatrie in Köln. 1991–1996 war er Mitglied des Councils des Weltverbandes (Vertreter für Europa). 1993 und 1996 wurde er vom Nominierungskomitee der WPA als Präsident des Weltverbandes der Psychiatrie nominiert.

Viele seiner Arbeiten wurden in andere Sprachen übersetzt, u. a. ins Französische[4], Englische[5], Italienische,[6] Ungarische[7], Russische[8], Spanische[9], Japanische[10].

EhrungenBearbeiten

  • Peters ist Ehrenmitglied zahlreicher psychiatrischer Fachgesellschaften u. a. in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Ägypten, Chile, Argentinien (APSA), wie auch des Weltverbandes der Psychiatrie und der Fédération Française de psychiatrie.
  • Er ist Fellow der American Psychiatric Association und Ehrenmitglied des Istituto Internazionale di Psichiatria e Psicoterapia Sanremo. Ehrenmitglied auch des Sozialwerks Afrika e.V.
  • Peters ist Mitglied der American Association for the Advancement of Science.
  • Die Universidad Ricardo Palma in Lima (Peru) verlieh ihm 2004 die Ehrendoktorwürde.[11]

Veröffentlichungen (Auswahl)Bearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Uwe Henrik Peters - ANA Publishers. Abgerufen am 28. März 2019.
  2. Uwe Henrik Peters: Das exogene paranoid-halluzinatorische Syndrom. Basel 1967, ISBN 978-3-8055-0316-7.
  3. Uwe Henrik Peters: The Diagnostic "Picture" in Psychiatry - As Contrasted with a List of Criteria. In: Yosio Kawakita, Shizu Sakai, Yasuo Otsura (Hrsg.): History of Psychiatric Diagnoses. Ishiyaku EuroAmerica, Tokio 1997, S. 1–26.
  4. Uwe Henrik Peters: Anna Freud. Traduit de l'allemand par Jeanne Étoré. Édition Balland, Paris 1987, ISBN 2-7158-0618-3.
  5. Uwe Henrik Peters: Studies in German Romantic Psychiatry. Justinus Kerner as Psychiatric Practitioner, E. T. A. Hoffmann as a Psychiatric Theorist. London 1990, ISBN 0-85457-149-3.
  6. Uwe Henrik Peters: Robert Schumann e i tredici giorni prima del manicomio. Mailand 2007, ISBN 978-88-7770-790-1.
  7. Uwe Henrik Peters: Ferenczi Sándor és a magyar pszichoanalitikus iskola emigrációja. In: Psychiatria Hungarica. Band 8, 1993, S. 243–258.
  8. Peters, Uve Gendrich: Nemeckja Psichiatria. Proshloe i Nastojashhee. Associacija psichiatrov Ukrainy: Kiew 1996. ISBN 90-72657-10-1
  9. Peters, U. H.: La psiquiatría alemana: pasado y presente (I). Revista de Psiquiatría del Uruguay. 60 (1996) 63-69; (II) 61 (1997) 49-56, (III) 121-128
  10. Peters, U. H.: Insanity, the malingering as the Hel darling - posture or disease -? translated by Seiichi Hanamura. Japanese Bulletin of Pathography (43): 2 -12 1992
  11. Clio y Psiqe. Universidad Ricardo Palma, Lima 2004.