Ursula Renz

Professorin für Philosophie an der Alpen-Adria Universität Klagenfurt

Ursula Renz (* 1968 in Zürich) ist eine Schweizer Philosophin und Professorin für Philosophie an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt (Theoretische Philosophie, Philosophiegeschichte der Neuzeit).[1]

LebenBearbeiten

Ursula Renz studierte Philosophie und Germanistik an der Universität Zürich und wurde dort 2000 promoviert und 2007 habilitiert. Von 1998 bis 2002 war sie Assistentin am Philosophischen Seminar der Universität Zürich. Nach Forschungsaufenthalten an der Yale University (2002–2003) und der École Normale Supérieure in Lyon (2003–2004) war sie von 2004 bis 2009 am Departement Geisteswissenschaften der ETH Zürich tätig. 2008 wurde sie als Associate Professor an die Roskilde Universität (Dänemark) berufen. 2009 nahm sie den Ruf auf eine Professur an der Alpen-Adria Universität Klagenfurt an,[2] wo sie seitdem als Professorin der Philosophie tätig ist. In dieser Zeit nahm sie zudem Forschungsaufenthalte in Harvard (September bis Dezember 2013) und in Konstanz (März 2014 bis August 2015) sowie ein Aufenthalt als Visiting Professor an der ENS Lyon (Mai 2018) wahr.

Renz war Alexander-von-Humboldt-Stipendiatin. Ihr Buch über Spinoza Die Erklärbarkeit von Erfahrung[3] wurde mit dem Journal of the History of Philosophy Book Prize 2011[4] als bestes 2010 im Bereich der Philosophiegeschichte publiziertes Buch ausgezeichnet.

WirkenBearbeiten

In ihrer Forschung verbindet Renz die detailgetreue Rekonstruktion von historischen Positionen mit der Erörterung von Fragen der theoretischen Philosophie[5]. Ihre historischen Schwerpunkte liegen in der Frühen Neuzeit, bei Kant und beim Marburger Neukantianismus. Systematisch arbeitet sie zu Fragen der Erkenntnistheorie (v. a. Selbsterkenntnis), der Metaphysik (Identität und Personenbegriff) sowie der Philosophie des Geistes (Emotionen). 2019 leitete sie ein größeres FWF[6] Forschungsprojekt:[7] Spinoza and the Concept of the Human Life-Form[8].

Renz ist Mit-Initiatorin und Gründungsmitglied der interdisziplinären und interuniversitären Forschungsplattform The Exercise of Judgment in the Early Modern Period.[9]

WerkeBearbeiten

  • Was denn bitte ist kulturelle Identität? Eine Orientierung in Zeiten des Populismus. Schwabe, Basel 2019, ISBN 978-3-7965-3912-1.
  • The Explainability of Experience. Subjectivity and Realism in Spinoza’s Theory of the Human Mind. Oxford University Press, New York 2018, ISBN 978-0-19-935017-9.
  • Die Erklärbarkeit von Erfahrung. Subjektivität und Realismus in Spinozas Theorie des menschlichen Geistes. Klostermann, Frankfurt 2010, ISBN 978-3-465-03643-2.
  • Die Rationalität der Kultur. Zur Kulturphilosophie und ihrer transzendentalen Begründung bei Cohen, Natorp und Cassirer. Meiner, Frankfurt 2002, ISBN 3-7873-1598-5.

HerausgeberschaftenBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Kurzbio bei Literaturkritik.de
  2. Univ.-Prof. Dr. Ursula Renz Ph.D. – Institut für Philosophie der Universität Klagenfurt. In: Universität Klagenfurt. Abgerufen am 15. April 2019 (deutsch).
  3. Renz, Ursula.: Die Erklärbarkeit von Erfahrung : Realismus und Subjektivität in Spinozas Theorie des menschlichen Geistes. Klostermann, Frankfurt 2010, ISBN 978-3-465-03643-2.
  4. JHP - JHP Book and Article Prize Winners. Abgerufen am 15. April 2019.
  5. Most underrated philosopher of the week: Ursula Renz. Abgerufen am 15. April 2019.
  6. FWF Der Wissenschaftsfonds. Abgerufen am 15. April 2019.
  7. Spinozistic Life Form. Abgerufen am 15. April 2019 (amerikanisches Englisch).
  8. Forschungskommunikation: Was menschliches Leben auszeichnet. In: Universität Klagenfurt. 6. Oktober 2016, abgerufen am 15. April 2019 (deutsch).
  9. Forschungsplattform JUDGMENT. In: Universität Klagenfurt. Abgerufen am 15. April 2019 (deutsch).