Hauptmenü öffnen

Die United Patriots Front (UPF) (deutsch: Vereinigte Patriotische Front) ist eine rechtsextremistische, islamophobe und rassistische Gruppierung in Australien, die sich im Jahr 2015 von der rechtsextremen und islamophoben Reclaim Australia abspaltete. Sie konzentriert sich im Wesentlichen mit ihren Aktionen und Demonstrationen auf den australischen Bundesstaat Victoria. Dies ist der wesentliche Unterschied zur rechtsextremen Reclaim Australia, die versucht, sich australienweit auszubreiten.

Weltweite Aufmerksamkeit erreichte die UPF im Januar 2019, weil Brenton Tarrant, der den Terroranschlag auf zwei Moscheen in Christchurch in Neuseeland beging, mehr als 30 Kommentare auf den Facebook-Seiten der UPF und der rechtsradikalen Organisation True Blue Crew eintrug, wobei er die UPS und den Führer Blair Cotrell als „Emperator“ (deutsch: Kaiser) lobte. Den Gründer der UPF Shermon Burgess und Nail Erikson, ein weiteres führendes UPF-Mitglied, bezeichnete Tarrant als „useful idiots“ (deutsch: „nützliche Idioten“). Die Facebookseite ist inzwischen gelöscht worden.[1]

UPF bekundet offen Solidarität mit ausländischen Faschistenorganisationen wie beispielsweise für die Goldene Morgenröte in Griechenland.[2]

Der australische Geheimdienst beobachtet die United Patriots Front seit 2015 nach ihren Aussagen mit starkem Interesse.[3]

Inhaltsverzeichnis

PolitikBearbeiten

GründungBearbeiten

Shermon Burgess gründete die UPF im Jahr 2015 nach einer Auseinandersetzung mit den sogenannten Organisatoren von Reclaim Australia. Er trat aus der UPF aus und gab anschließend bekannt, dass er dies getan habe, weil Mitglieder der UPF eine Parodie auf einem Video erstellt und veröffentlicht hatten, das ihn beleidigt habe.[4] Nach ihm übernahm Blair Cotrell die UPF. Die UPF setzt sich aus Rechtsradikalen, Antisemiten und fundamentalistischen Christen zusammen. Ihre Politik richtet sich gegen den Islam, gegen die Juden, die Einwanderungspolitik in Australien und den australischen Multikulturalismus.

Politische FührungBearbeiten

Die UPF wird von einem Sprecherteam mit drei Personen geführt: Dominiert wird die Organisation von Blair Cotrell, der wegen Stalking und Brandstiftung vier Monate in Haft saß. Blair Cotrell wurde in der australischen Presse als „anti-women, anti-Muslim, anti-Jew and pro-Nazi“ (deutsch: „frauenfeindlich, antiislamistisch, antisemitistisch und nazistisch“) bezeichnet.[5] Cotrell forderte auch, dass in jeder Schule Australiens ein Porträt von Adolf Hitler hängen müsse und jedem Schüler in Australien sei Hitlers Mein Kampf zum Lesen zu übergeben, damit diese Hitlers Sichtweisen verstehen könnten.[5] Daneben gibt es Neil Erikson, der wegen Stalking eines Rabbiners verurteilt wurde.[2] Die dritte Führungsperson ist Christopher Shortis, der sich selbst als „biblical crusader“ (deutsch: „biblischer Kreuzritter“) bezeichnet und verschiedentlich im Internet mit Waffen posierte.[3]

AktivitätenBearbeiten

Die United Patriots Front, die sich selbst als „patriotic street movement“ (deutsch: „patriotische Straßenbewegung“) bezeichnet, fällt vor allem durch ihr militantes Auftreten auf. Bei ihren Demonstrationen kommt es häufig zu heftigen Auseinandersetzungen mit Gegendemonstranten, in die die Polizei einschreitet.

Im Januar 2019 nahm Fraser Anning, ein parteiloser Senator im australischen Parlament, an einer Demonstration von United Patriots Front teil und hielt dort eine Rede. Anning hatte im Jahr 2018 die Entfernung aller Muslime aus Australien als „Endlösung“ bezeichnet.[6] Er war früher u. a. ein Mitglied mehrerer politischer Parteien, darunter auch die One Nation Australia. An der UPF-Veranstaltung hatten 50 Demonstranten teilgenommen, diese trafen auf 100 Gegendemonstranten.[1]

Nach antiislamistischen Aktivitäten mussten Cotrell, Erikson und Shortis je eine Strafe von AUD 2000 zahlen, weil sie 4. Oktober 2017 gegen den Racidal and Religious Tolerance Act 2001 verstoßen hatten. Es handelt sich um ein Gesetz gegen religiöse Diskriminierung. Sie hatten in einer Aktion, die auf einem Video dokumentiert ist, eine Puppe mit einem Schwert aus Plastik enthauptet. Dies geschah vor einem Gebäude, in dem über den Bau einer Moschee in Bendigo beraten wurde.[5]

Ein weiteres Video dieser drei Personen zeigt einen Mann, der “Allahu Akbar” skandierte und blutige Fußspuren auf dem Fußweg und auf einer Mauer hinterließ.[7][8]

Die drei Führungskräfte der UPF werden für ihre Aktionen gegen den Bau der Bendigo Moschee als „United Patriots Front Trio“ bezeichnet.[9]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Alex Mann et al: Christchurch shooting accused Brenton Tarrant supports Australian far-right figure Blair Cottrell (englisch), vom 23. März 2019, auf Australian Broadcasting Corporation. Abgerufen am 26. April 2019
  2. a b Blanca Hall: Far-right group UPF plans to run for Senate and campaign on right to ’bare arms’ (englisch), vom 15. September 2015, auf The Age. Abgerufen am 26. April 2019
  3. a b Luke McMahon: Gun-toting anti-Muslim 'crusader' at lead of United Patriots Front (englisch), vom 7. November 2015, auf Sydney Morning Herald. Abgerufen am 26. April 2019
  4. Video mocks Shermon Burgess who quit United Patriots Front leadership – video (englisch), vom 15. Oktober 2015, auf The Guardian. Abgerufen am 26. April 2019
  5. a b c Revealed: The vile sexist and racist tirades of anti-Islam leader who beheaded a dummy in a mosque protest and wants portraits of HITLER in every Australian classroom (englisch), vom 15. Oktober 2015, auf Daily News. Abgerufen am 22. April 2019
  6. Paul Karp: Australian senator who called for 'final solution' to immigration expelled from party (englisch), vom 25. Oktober 2018, auf The Guardian. Abgerufen am 14. April 2019
  7. United Patriots Front trio found guilty of inciting serious contempt of Muslims, auf The Guardian
  8. James Oaten: Far-right nationalists found guilty of inciting serious contempt for Muslims after mock beheading video, vom 5. September 2017. Abgerufen am 26. April 2019
  9. United Patriots Front trio found guilty of inciting serious contempt of Muslims, vom 17. September 2017, auf The Guardian. Abgerufen am 26. April 2019