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U-Bahnhof Rotes Rathaus

U-Bahnhof in Berlin
Rohbau der U5-Ebene mit Pilzstützen, Juni 2017

Der U-Bahnhof Rotes Rathaus ist ein im Bau befindlicher U-Bahnhof im Berliner Ortsteil Mitte. Er ist Teil der Verlängerung der U-Bahn-Linie U5 vom Alexanderplatz zum Brandenburger Tor, mit deren Bau 2010 (erster Spatenstich)[1] begonnen wurde und der im Jahr 2020 eröffnet werden soll.[2]

PlanungBearbeiten

 
Baukörper der U-Bahn-Linien U3/U10 und U5 am Alexanderplatz

Die 120 Meter lange Station entsteht unter der Rathausstraße unmittelbar vor dem Roten Rathaus. Für die Gestaltung der Station ist das Berliner Büro Collignon Architektur verantwortlich. Markant sind die sieben mittig angeordneten, 7 Meter × 9 Meter großen „Pilzkopfstützen“, auf denen die Stationsdecke ruht. Ihre Form soll an das Deckengewölbe des mittelalterlichen Berliner Rathauses erinnern, das sich in ähnlicher Lage befand. Boden und Wände der Station werden mit schwarzem und weißem Terrazzo gestaltet.[3] Die Brutto-Grundfläche beträgt 8000 m².[4] Der Planungsname lautete U-Bahnhof Berliner Rathaus.

Der Bahnhof wird zwei Ebenen umfassen: Im oberen Bereich wird die Linie U5 an zwei rund vier Meter breiten Außenbahnsteigen verkehren, diese befinden sich in sieben Meter Tiefe unter Straßenoberkante. Auf der unteren Ebene entsteht eine Abstellanlage mit vier Gleisen, die später auf zwei Gleise mit Außenbahnsteigen (in zwölf Meter Tiefe) zurückgebaut werden kann, falls die U3 bzw. U10 zum Potsdamer Platz realisiert werden sollte.

An beiden Enden werden Zugangsbauwerke mit einer Verteilerebene unter der Straßenoberfläche errichtet. Ein Zugang entsteht an der Spandauer Straße nördlich der Rathausstraße im Westen, zwei weitere an der Jüdenstraße im Osten. Die Seitenbahnsteige werden über die Verteilerebenen verbunden, von hier führen Treppen und Fahrtreppen an die Oberfläche. Weiterhin verbinden am östlichen Ende zwei Aufzüge die Bahnsteige mit der Oberfläche.

Die bestehende Linie U5 endet derzeit in einem viergleisigen Streckentunnel in Höhe der Jüdenstraße. Dieser wird zurzeit als Abstell- und Kehranlage genutzt und muss im Zuge der Streckenverlängerung umgebaut werden. Die Station Berliner Rathaus wird unmittelbar an diesen bestehenden Tunnel anschließen.

Der Bahnhof entsteht in Deckelbauweise. Nach Herstellung der bis zu 32 Meter tiefen Schlitzwände, der HDI-Sohle und des Deckels wird unter deren Schutz dann der neue Bahnhof errichtet.

Westlich der Station schließt sich die Startbaugrube für die Tunnelbohrmaschine an, in dieser entsteht nach Abschluss des Tunnelvortriebs eine Gleiswechselanlage sowie eine Wehrkammer zum Schutz der sich anschließenden Unterfahrung von Spree und Spreekanal. Alle Anlagen zur betriebstechnischen Ausrüstung, wie Stromversorgung, Fernmeldeanlagen und Klimatechnik werden im unterirdischen Bahnhofsgebäude installiert.

Die Fertigstellung und Inbetriebnahme sind zusammen mit der Streckenverlängerung für 2020 geplant.

Bis zum 31. August 2016 trug die Station den Arbeitstitel Berliner Rathaus. Seit dem 1. September 2016 ist der offizielle und zukünftige Stationsname Rotes Rathaus.

BauBearbeiten

 
Archäologische Ausgrabungen und Freilegung des alten Rathauses, 2011
 
Rohbau der U3-Ebene, Juni 2017

Im Jahr 2009 begannen im Bereich der Startbaugrube und der späteren Station archäologische Ausgrabungen, die unter anderem zum Berliner Skulpturenfund führten. Parallel dazu erfolgten bis Ende 2011 umfangreiche Leitungsumverlegungen im späteren Baustellenbereich.

Der Baubeginn verzögerte sich, da Archäologen bei Grabungen vor dem Roten Rathaus unerwartet gut erhaltene Reste des mittelalterlichen Berliner Rathauses fanden. In der Folge wurde der Bahnhof umgeplant und ein Ausgang verlegt, sodass nun Teile dieser Relikte erhalten bleiben und ggf. durch ein „archäologisches Fenster“ präsentiert werden können.[5][6] Aus technischen und finanziellen Gründen wird dieses Fenster jedoch zur Eröffnung noch geschlossen bleiben, sodass die Relikte für die Öffentlichkeit noch nicht zugänglich und sichtbar sind.

Während die sich anschließende Tunnelstrecke bereits seit Frühjahr 2012 realisiert wird,[2] begannen die Bauarbeiten für den Bahnhof Anfang 2013.

Für den Rohbau des Bahnhofs werden 62 Millionen Euro veranschlagt.[7]

Mit dem Beginn der Arbeiten zum Lückenschluss der Linie U5 seit 2010 wurde mit der Station Rotes Rathaus ein weiterer Umsteigebahnhof konzeptionell errichtet. In dem doppelgeschossigen Bauwerk befindet sich die Linie U3/U10 in der unteren Ebene. Da mit einer baldigen Umsetzung der U3 oder der U10 nicht zu rechnen ist, wird diese Ebene zunächst als viergleisige Abstellanlage für Züge der U5 verwendet. Ein eventueller Umbau zu einem späteren Bahnhof mit Seitenbahnsteigen wird baulich berücksichtigt.

Am 7. September 2016 wurde Richtfest gefeiert, rund 3000 Interessierte nutzten an diesem Tag die Möglichkeit zur Besichtigung der Baustelle.[8] Im Januar 2017 konnte der Rohbau fertiggestellt werden, anschließend begann der Innenausbau.[9] Bis April 2019 waren die Gleise auf beiden Bahnhofsebenen sowie in der angrenzenden Gleiswechselanlage und im sanierten Bestandstunnel bis zum U-Bahnhof Alexanderplatz verlegt.[10]

Linie Verlauf
  Hauptbahnhof – Bundestag – Brandenburger Tor Unter den Linden – Museumsinsel – Rotes Rathaus – Alexanderplatz – Schillingstraße – Strausberger Platz – Weberwiese – Frankfurter Tor – Samariterstraße – Frankfurter Allee – Magdalenenstraße – Lichtenberg – Friedrichsfelde – Tierpark – Biesdorf-Süd – Elsterwerdaer Platz – Wuhletal – Kaulsdorf-Nord – Neue Grottkauer Straße – Cottbusser Platz – Hellersdorf – Louis-Lewin-Straße – Hönow

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hinter den Kulissen des U5-Weiterbaus. In: bvg.de. 30. April 2010, archiviert vom Original am 4. Mai 2010; abgerufen am 8. Oktober 2012.
  2. a b Lückenschluss. (PDF) Newsletter Juni 2011. In: bvg.de. Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), abgerufen am 30. September 2011.
  3. Projektrealisierungs GmbH U5 (Hrsg.): U5 verbindet (Flyer). September 2018.
  4. Projekte. Bei: CollignonArchitektur
  5. Lückenschluss – die neue U5 – Berliner Rathaus. Bei: bvg.de.
  6. Altes Berliner Rathaus im U-Bahnhof zu sehen. Bei: berlin.de, 5. Februar 2013, abgerufen am 26. Mai 2013.
  7. Drucksache 17/13562. (PDF) Abgeordnetenhaus Berlin, 16. April 2014, abgerufen am 2. Mai 2014.
  8. Kurzmeldungen – U-Bahn. In: Berliner Verkehrsblätter. Nr. 10, 2016, S. 204.
  9. Kurzmeldungen – U-Bahn. In: Berliner Verkehrsblätter. Nr. 4, 2017, S. 72.
  10. Kurzmeldungen – U-Bahn. In: Berliner Verkehrsblätter. Nr. 7, 2019, S. 141.

Koordinaten: 52° 31′ 8″ N, 13° 24′ 29″ O