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Das Ethnonym Turkmenen bezeichnet vorderasiatische Volksgruppen, die in den Ländern Syrien, Irak und Jordanien leben und die eine Turksprache sprechen. Dabei stehen sie sprachlich-kulturell den anatolischen Türken nahe. Es wird vermutet, dass diese Volksgruppen teils schon unter der Seldschukenherrschaft nach Mesopotamien einwanderten, aber auch durch die jahrhundertelange Herrschaft der Osmanen und den turksprachigen Verwaltungsapparat in diesen Ländern mitgeformt wurden. Eine veraltete Namensform ist Turkomanen.

Inhaltsverzeichnis

BegriffsunterscheidungBearbeiten

Die Namen Turkmenen und Turkomanen sind seit dem Mittelalter eine Sammelbezeichnung für diverse Turkvölker, die in Zentralasien und Vorderasien leben. Dieser Artikel beschäftigt sich nur mit den Turkmenen des Irak, Syriens und Jordaniens. Für das turksprachige Volk, das Titularnation der Republik Turkmenistan ist, aber auch in den angrenzenden Ländern Iran, Afghanistan, Usbekistan usw. vertreten ist, siehe Turkmenen (Mittelasien).

SpracheBearbeiten

Die Sprache der Turkmenen wird vielfach als südaserbaidschanischer Dialekt eingestuft, aber auch dem Türkei-Türkischen zugeordnet, wobei eine genaue Definition durch die großen Gemeinsamkeiten aller Turksprachen erschwert wird. Als Schriftsprache verwenden die syrischen und irakischen Gemeinden heute das Türkei-Türkische.

Anzahl und SiedlungsgebietBearbeiten

Hauptartikel: Turkmenen (Irak) und Turkmenen (Syrien)

Als Minderheiten sind die Turkmenen mit zwei Millionen im Irak vor allem in den Provinzen Ninive, Erbil, Kirkuk, Salah ad-Din und Diyala ansässig, wobei speziell Kirkuk als „turkmenische Stadt“ beansprucht wird. In Syrien wird ihre Anzahl auf etwa 500.000 geschätzt, wobei vor allem in der Gegend um Hama, Homs, Idlib und Aleppo turkmenische Dörfer liegen sowie in der „Bayir-Bucak“ genannten Gegend nordöstlich der Hafenstadt Latakia.

Eine kleine turkmenische Minderheit (6.100) ist auch in Jordanien beheimatet.

TürkeiBearbeiten

Bestimmte Volksgruppen in der Türkei bezeichnen sich als „Turkmenen“, wobei nicht klar ist, worauf genau dieser Name zurückgeht. Als Eigenart werden vor allem Musik und Volkstänze genannt. Ein sprachlicher Unterschied zu Bevölkerung der Umgebung ist nicht belegt.

Rund 150.000 „anatolische Turkmenen“ leben in der Provinz Gaziantep in den Landkreisen Oğuzeli, Nizip und Karkamış sowie in der Provinz Şanlıurfa in den Landkreisen Birecik und Halfeti. Diese Gegend wird Barak Ovası (dt. Barak-Ebene) genannt, und die Turkmenen werden dort als Barak Türkmenleri bezeichnet. Des Weiteren gibt es eine große turkmenische Gemeinde in der Provinz Çorum in den Dörfern zwischen den Landkreisen Iskilip und Çorum. Im türkischen Sprachgebrauch wird die Gegend Dedesli Ovası (dt. Dedesli-Ebene) genannt.

ReligionBearbeiten

Turkmenen sind überwiegend sunnitische oder alevitische Muslime. In Syrien gibt es auch schiitische Gemeinden.

Im 15. Jahrhundert gründeten die turkmenischen Stammesverbände der Akkoyunlu und der Karakoyunlu sowohl ein sunnitisch und als auch ein schiitisch geprägtes Nomadenreich.