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Uzun Hasan

Herrscher der Turkmenen
Das Reich der Weißen Hammeln unter Uzun Hasan
Uzun Hasan auf einer Abbildung mit lateinischen und griechischen Texten (Alter unbekannt).

Uzun Hasan (اوزون حسن; deutsch: Langer Hasan; * 1423 in Diyarbakir; † 6. Januar 1478 in Täbris) war ein Herrscher der turkmenischen Aq Qoyunlu. Er herrschte über Teile von Westiran, Irak und Anatolien. Seine Regentschaft dauerte von 1453 bis 1478.

Sein Großvater Qara Yülük Uthman Bey, ein Sohn der Prinzessin Maria von Trapezunt, wurde von Timur als Verwalter in Diyarbakir eingesetzt. Von dort kontrollierte er die Städte Erzincan, Mardin, Urfa und Sivas. 1467 besiegt Hasan den Herrscher der turkmenischen Qara Qoyunlu Dschahan Schah.

Der älteste Sohn Uzun Hasans hieß Oghurlu Mohammed und war der Sohn einer Sklavin (umm walad). Khahil Mirza, Yakub Bey, Yusuf Bey und möglicherweise Masih Bey waren Söhne seiner seldschukischen Hauptfrau (mahd-i ʿulyā) S'h'āh Begum. Die Mutter seines Sohnes Zeynel, der in Hasankeyf begraben liegt, ist unbekannt.

1458 heiratete Hasan Theodora Megale Komnena, die uneheliche Tochter des Herrschers des Kaiserreich Trapezunts Johannes IV. Komnenos. Sie war auch unter dem Namen Despina Hatun bekannt und lebte fernab in Harput. Despina war nicht seine erste Ehefrau. Sie blieb Christin und wurde in einer Kirche in Diyarbakir begraben. Mit ihr hatte Uzun Hasan drei Töchter und einen Sohn namens Jacob, der angeblich nach Hasans Tod durch dessen Brüder erdrosselt wurde. Eine der Töchter, Martha (auch Halime genannt), heiratete Scheich Haidar von Ardabil und wurde so die Mutter von Schah Ismail I. Eine andere Tochter namens Alamschah Begum wurde mit Scheich Haidars Sohn Ali Mirza verheiratet. Uzun Hasans Hauptfrau S'h'āh Begum übernahm eine aktive Rolle in den Regierungsgeschäften.

Uzun Hasan unterhielt gute Kontakte zum Kaiserreich Trapezunt. Als die Osmanen das Kaiserreich annektieren wollten, stand er auf der Seite des Kaisers. Diese Unterstützung half aber nicht, so dass die Osmanen Trapezunt am 26. Oktober 1461 einnahmen. Uzun Hasan selbst unterlag den Osmanen 1471 bei Erzincan und am 11. August 1473 in der Schlacht von Otlukbeli.

Sein ältester Sohn Oghurlu Mohammed Bey rebellierte gegen seinen Vater. Er flüchtete später zum Osmanischen Sultan, wurde aber dann auf Geheiß Uzun Hasans getötet.

Nach einem Zug gegen Georgien erkrankte Uzun Hasan und starb Anfang 1478 in der Hauptstadt Täbris. Hasans Nachfolger wurde sein Sohn Yakup Bey. Etwa 30 Jahre nach seinem Tod wurde sein Reich durch seinen Enkel Ismail, Herrscher der Safawiden, beseitigt.

Der venezianische Diplomat Ambrogio Contarini berichtete von einer Reise, die er 1474 nach Persien unternahm, von Uzun Hasan. Er sollte im Auftrag von Venedig mit den Aq Qoyunlu ein Bündnis gegen die Osmanen zustande bringen. Uzun Hasan empfing ihn im Oktober 1474 in Isfahan freundlich, doch es kam zu keinem Bündnis beider Seiten.

QuelleBearbeiten