Tom Mannewitz

deutscher Politikwissenschaftler und Hochschullehrer

Tom Mannewitz (* 2. Oktober 1987 in Wurzen) ist ein deutscher Politikwissenschaftler und seit 2014 Inhaber der Juniorprofessur „Politikwissenschaftliche Forschungsmethoden“ an der Technischen Universität Chemnitz.

Leben und WirkenBearbeiten

Mannewitz studierte von 2006 bis 2009 Politikwissenschaft und Kommunikationswissenschaft (Bachelor) an der TU Dresden. 2012 wurde er von Eckhard Jesse an der TU Chemnitz als Stipendiat der FAZIT-Stiftung zum Thema „Linksextremistische Parteien in Europa nach 1990. Ursachen für Wahlerfolge und -misserfolge“ promoviert. Anschließend war er für ein Jahr als wissenschaftlicher Mitarbeiter an Jesses Lehrstuhl tätig, ehe er ein Postdoc-Stipendium der Fritz Thyssen Stiftung annahm. 2014 folgten die Habilitation zum Dr. phil. habil. (Thema: „Politische Kultur und demokratischer Verfassungsstaat. Ein subnationaler Vergleich zwei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung“) und der Ruf auf die Juniorprofessur „Politikwissenschaftliche Forschungsmethoden“ an der TU Chemnitz. Im Wintersemester 2016/17 war er Gastdozent an der Universidad Francisco de Vitoria in Madrid.[1][2]

ForschungsschwerpunkteBearbeiten

Mannewitz‘ Forschungsschwerpunkte liegen in der Demokratie-, Extremismus- und Populismusforschung sowie den politikwissenschaftlichen Forschungsmethoden. Er publizierte mehrere Bücher, Buchbeiträge und Zeitschriftenaufsätze (darunter im Jahrbuch Extremismus & Demokratie) und meldet sich regelmäßig zu seinen Forschungsthemen in den Medien (u. a. Frankfurter Allgemeine Zeitung, ZDFinfo, Deutschlandfunk) zu Wort. Mannewitz erhielt für seine Forschung mehrere Preise, darunter 2014 den Stiftungspreis der Demokratie-Stiftung der Universität zu Köln für die Habilitationsschrift und 2017 den Sonderpreis der Erich-Glowatzky-Stiftung.[3] 2019 war er einer der vier Nachwuchswissenschaftler, die den „Call for Papers“ des Bundespräsidenten zur „Demokratie der Zukunft“, ausgelobt auf dem DVPW-Jahreskongress 2018, gewannen. Mannewitz ist Mitglied unter anderem in der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW), der Deutschen Gesellschaft für Politikwissenschaft (DGfP) und seit Juni 2017 Sachverständiger in der Enquete-Kommission des Thüringer Landtags „Ursachen und Formen von Rassismus und Diskriminierungen in Thüringen sowie ihre Auswirkungen auf das gesellschaftliche Zusammenleben und die freiheitliche Demokratie“.[2]

Schriften (Auswahl)Bearbeiten

MonografienBearbeiten

  • Postkommunistische Parteien in mittelosteuropäischen Demokratien. Bedingungen ihrer Parlamentseinzüge, München 2011.
  • Linksextremistische Parteien in Europa nach 1990. Ursachen für Wahlerfolge und -misserfolge, Baden-Baden 2012.
  • Politische Kultur und demokratischer Verfassungsstaat. Ein subnationaler Vergleich zwei Jahrzehnte nach der deutschen Wiedervereinigung, Baden-Baden 2015.
  • Mit Herman Ruch/Tom Thieme/Thorsten Winkelmann: Was ist politischer Extremismus? Grundlagen, Erscheinungsformen, Interventionsansätze, Frankfurt a. M. 2018.

HerausgeberschaftenBearbeiten

  • Politische Kultur in der »Stadt der Moderne«. Chemnitzer Einstellungen zu Demokratie, Politikern und Teilhabe, Chemnitz 2017.
  • Die Demokratie und ihre Defekte. Analysen und Reformvorschläge, Wiesbaden 2018.
  • Mit Eckhard Jesse: Extremismusforschung. Handbuch für Wissenschaft und Praxis, Baden-Baden 2018.
  • Mit Sebastian Liebold/Madeleine Petschke/Tom Thieme: Demokratie in unruhigen Zeiten. Festschrift für Eckhard Jesse, Baden-Baden 2018.
  • Mit Adriaan Kühn: Protest on the Rise? Political Aftershocks of the Financial and the Migrant Crisis in Germany and Spain, Madrid 2018.
  • Mit Eckhard Jesse/Isabelle-Christine Panreck: Populismus und Demokratie. Interdisziplinäre Perspektiven, Baden-Baden 2019

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Mario Steinebach: Der Werkzeugkasten des Politikwissenschaftlers. Pressestelle der TU Chemnitz, 28. Oktober 2014, abgerufen am 12. Dezember 2019.
  2. a b Vita, tu-chemnitz.de, abgerufen am 12. Dezember 2019.
  3. Mario Steinebach: Ausgezeichnete Habilitationsschrift. Pressestelle der TU Chemnitz, 15. Oktober 2016, abgerufen am 12. Dezember 2019.