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Eine Theologische Hauslehranstalt (auch Philosophisch-theologische Hauslehranstalt) war eine innerhalb eines Klosters organisierte, nicht öffentliche Schule zur theologischen Basisausbildung.

AufgabenBearbeiten

Die auch als schola interior bezeichneten Klosterschulen boten einerseits eine auf die Ordensspiritualität ausgerichtete theologische Grundausbildung für all jene, die später als Seelsorger, oder Religionslehrer tätig wurden oder das Priesteramt anstrebten und stellten andererseits auch eine Vorbereitung auf das an Universitäten angebotene Studium der Theologie dar. Die Ausbildung richtete sich ausschließlich an künftige Mönche und Nonnen und erfolgte durch die Ordensgemeinschaft selbst.

EntwicklungBearbeiten

Ursprünglich oblag es allein den Bischöfen oder Äbten, Hauslehranstalten einzurichten und zu führen. Mit wachsenden Anforderungen wurden die Theologischen Hauslehranstalten aber mit immer mehr Regelwerk bedacht, auch von staatlicher Seite. So waren sie nur mehr an Orten ohne andere Bildungseinrichtungen gestattet und mussten wie öffentliche Lehranstalten geführt werden: Es mussten mit ausgebildeten Lehrern nach einem Lehrplan unterrichtet, Prüfungen abgenommen und die Absolventen den staatlichen Stellen gemeldet werden. Daneben entwickelten sich im 18. und 19. Jahrhundert parallel zu den Hauslehranstalten aus den öffentlichen Klosterschulen des Mittelalters die Stiftsgymnasien, die ebenso auf das Studium an einer Universität vorbereiteten bzw. eine breite theologische Bildung ermöglichten. Die Theologischen Hauslehranstalten wurden teilweise geschlossen, in Gymnasien übergeführt oder man erhob sie zu Theologischen Hochschulen und Priesterseminaren.

Theologische Hauslehranstalten gab es unter anderem in den Stiften Altenburg, Heiligenkreuz, Klosterneuburg, Melk, Lilienfeld, Göttweig und St. Florian,

AuflösungBearbeiten

Spätestens im 20. Jahrhundert wurden die Theologischen Hauslehranstalten aufgelöst oder in andere Schulformen überführt. So entstand aus der Hauslehranstalt der Diözese St. Pölten im Jahr 1971 die Philosophisch-Theologische Hochschule St. Pölten[1] oder im Stift Heiligenkreuz die Philosophisch-Theologische Hochschule Benedikt XVI.

EinzelnachweiseBearbeiten

LiteraturBearbeiten

Joseph Helfert: Von den Rechten und Pflichten der Bischöfe und Pfarrer, Sommer'sche Buchdruckerei, Prag 1832