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Tatort: Kressin und der Mann mit dem gelben Koffer

Episode der Fernsehserie Tatort

Kressin und der Mann mit dem gelben Koffer ist der 20. Fernsehfilm der Krimireihe Tatort. Er wurde vom WDR produziert und zeigt Sieghardt Rupp zum fünften Mal in der Rolle des Zolloberinspektors Kressin. Die deutsche Erstausstrahlung fand am 9. Juli 1972 statt.

Folge der Reihe Tatort
OriginaltitelKressin und der Mann mit dem gelben Koffer
Tatort 0020 Kressin und der Mann mit dem gelben Koffer.jpeg
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Produktions-
unternehmen
WDR
Länge85 Minuten
EinordnungFolge 20 (Liste)
Erstausstrahlung9. Juli 1972 auf Deutsches Fernsehen
Stab
RegieMichael Verhoeven
DrehbuchWolfgang Menge
ProduktionWilli Christophori
MusikKlaus Doldinger
KameraWerner Kurz
SchnittManfred Lütz
Besetzung

HandlungBearbeiten

Kressin bringt seine Freundin Ines zum Flughafen, und kaum hat er sich verabschiedet, gelangt ihm schon die nächste Dame ins Visier. Als er sie auf dem Parkplatz aus dem Rolls-Royce von Sievers in einen Sportwagen umsteigen sieht, fährt er ihr kurz entschlossen nach.

Versteckt wartet ein Attentäter mit einem Scharfschützengewehr in einem Nachbargebäude des Bonner Bundeshauses. Als ein Mann mit einem gelben Koffer aus einem Taxi steigt und auf das Gebäude zugeht, wird er tödlich getroffen und bricht zusammen. Im Gedränge der Passanten entwendet ein Komplize des Attentäters den Koffer und verstaut ihn in einem bereitstehenden Pkw, geht dann aber weiter und verschwindet zu Fuß. Der Attentäter geht seelenruhig zu dem Auto, steigt ein und entkommt unerkannt, während Polizei und Spurensicherung sich um den Toten kümmert.

Inzwischen folgt Kressin der Dame vom Flughafen bis zur Mondorfer Fähre und muss warten. Der Attentäter benutzt dieselbe Fähre, betritt sie zu Fuß, versteckt den gelben Koffer auf der Fähre und verlässt sie, während sie schon ablegt, im letzten Augenblick wieder. Die von Kressin verfolgte Dame geht in die Toilette und kommt mit dem Koffer wieder heraus. So verfolgt er sie weiter durch die Stadt bis zu einem luxuriösen Anwesen, der Villa eines kürzlich verstorbenen Schrotthändlers namens Lamprecht. Kressin steigt aus dem Auto aus und sieht sich um, während sie drinnen auf Sievers trifft und ihm den Koffer übergibt. Darin befinden sich Fotos und brisante Unterlagen, die Sievers illegalen Waffengeschäften überführen würden. Der Ermordete wollte damit an die Öffentlichkeit, deshalb ließ Sievers ihn aus dem Weg räumen.

Der Polizei gelingt es, den Taxifahrer ausfindig zu machen, der das Opfer vom Bonner Hauptbahnhof bis zum Bundeshaus gefahren hat, und er weiß von einem auffallend gelben Koffer, der nun aber nicht mehr da ist. Kressin erscheint bei Kommissar Holbein, weil er von dem Mord erfahren hatte und will ihm sagen, dass er weiß, wo der Koffer womöglich abgeblieben ist. Die Identität des Toten steht inzwischen ebenfalls fest und führt nach Wien. Dort kontaktiert Kressin den dortigen Inspektor Marek und erfährt, dass die Akte „Wild“, so hieß der Tote, dort bereits zum Staatsfall geworden ist und es sich um Waffengeschäfte handele. So schließt sich der Kreis, denn Wild wollte sich mit dem Abgeordneten Dr. Huppenhauer treffen. Dieser sitzt im Verteidigungsausschuss und hatte festgestellt, dass es wirtschaftlich sinnvoller ist, ausgediente Militärfahrzeuge und Waffen nicht zu verschrotten, sondern an „bedürftige“ Länder weiterzuverkaufen. Für die Abwicklung dieser halblegalen Geschäfte war der Waffenhändler Nobiling zuständig. Schon länger ärgerte es ihn, dass ihm Sievers immer wieder die Geschäfte verdarb.

Da die Offenlegung von Sievers’ Verstrickung in den Waffenhandel misslungen war, geht Nobiling notgedrungen auf ihn zu, um sich mit ihm zu einigen. Kressin fährt noch einmal zur Villa Lamprecht und erscheint unvermittelt bei diesem Gespräch. Er stellt klar, dass Nobiling Wild geschickt hatte, um Sievers auffliegen zu lassen – damit wäre er als Konkurrent ausgeschaltet worden. Da Sievers das mitbekommen hatte, hat er wiederum den Informanten beseitigen lassen, bevor der die Unterlagen weiterreichen konnte. Die Polizei trifft ein und nimmt alle fest – diesmal auch Sievers. Aber während die Polizisten ihn zum Auto bringen, wird dieses vor ihren Augen in die Luft gesprengt, und Sievers kann wieder entkommen.

HintergrundBearbeiten

Auch in dieser Episode hat wieder ein Ermittler aus einem anderen Tatort einen Gastauftritt: Fritz Eckhardt tritt als Inspektor Marek auf. Weiterhin sind die beiden Journalisten Friedrich Nowottny und Ernst-Dieter Lueg zu sehen. Paul Verhoeven, der Vater des Regisseurs, selber Filmemacher und Schauspieler, ist hier in einer seiner letzten Rollen zu sehen.[1] Bei seiner Erstausstrahlung erreichte der Film einen Marktanteil von 56 %.[2] Der spätere Tatortkommissar Eberhard Feik hatte hier seinen ersten Fernsehauftritt, und zwar als Polizeiwachtmeister am Bundeshaus.

Nobiling, gespielt von Paul Verhoeven, ist auch der Nachname des zweiten "Kaiserattentäters" auf Wilhelm I. im Jahr 1878, Karl Eduard Nobiling, der im gleichen Jahr nach einem Selbstmordversuch im Gefängnis verstarb.

DrehorteBearbeiten

Die Drehorte erstrecken sich über Köln, Bonn und die Eifel. Das Büro von Nobiling ist in einem Gebäude am Gustav-Heinemann-Ufer in Köln. Als Nobiling an seinem Fenster vorbeigeht, ist im Hintergrund schräg gegenüber die Kölner Südbrücke zu sehen. In Bonn verschafft sich Kressin Zutritt zu einem Restaurant, in dem er ein Mordopfer auffindet, das sich im Haus Am Boeselagerhof 15 befindet. Hier befand sich zuletzt der gastronomische Betrieb "3 Raum Wohnung". Derzeit (August 2016) steht die gastronomische Fläche jedoch leer. Die Oper Bonns, die sich schräg gegenüber davon befindet, dient in einer Einstellung als Hintergrund. Zudem dient das Bonner Ernst-Moritz-Arndt-Haus in der Adenauerallee 79 als die Botschaft des fiktiven Staates Abanda. Die Villa Lamprecht, in der Sievers residiert, befindet sich in Kommern. Außenaufnahmen wurden in Kommern auch auf der Kölner Strasse / Ecke Gielsgasse gedreht.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Tatort - Kressin und der Mann mit dem gelben Koffer auf prisma.de, abgerufen am 7. Januar 2014.
  2. Einschaltquoten (Memento vom 6. November 2009 im Internet Archive) auf tatort-fundus.de, abgerufen am 7. Januar 2014.

WeblinksBearbeiten