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Stefan Plaggenborg

deutscher Historiker

Stefan Plaggenborg (* 18. März 1956 in Löningen) ist ein deutscher Historiker. Er hat seit 2007 den Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte an der Ruhr-Universität Bochum inne.[1]

LebenBearbeiten

Plaggenborg studierte Geschichte und Germanistik an der Universität Freiburg. Er wurde 1986 mit dem Thema Staatsfinanzen und Industrialisierung in Russland 1881–1903. Die Bilanz der Steuerpolitik für Fiskus, Bevölkerung und Wirtschaft promoviert. Danach war er bis 1994 wissenschaftlicher Mitarbeiter und später Assistent in Freiburg. Er habilitierte sich 1993 mit der Schrift Revolutionskultur. Menschenbilder und kulturelle Praxis in Sowjetrußland zwischen Oktoberrevolution und Stalinismus. Zwischen 1994 und 1999 hatte er den Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte in Jena inne, er wechselte danach an die Universität Marburg. Mit Aufhebung der Osteuropäischen Geschichte in Marburg wurde Plaggenborgs Professur 2006 an das neu gegründete Osteuropazentrum der Universität Gießen umgesetzt.[2] Plaggenborg übernahm im Oktober 2007 den Lehrstuhl für osteuropäische Geschichte an der Ruhr-Universität Bochum. Des Weiteren war er als Fellow am „Freiburg Institute for Advanced Studies“ im Zeitraum von Oktober 2009 bis Dezember 2010 tätig.

Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Sozialgeschichte des ausgehenden Zarenreiches, der Geschichte der Sowjetunion, aber auch der Geschichte der Gewalt. Des Weiteren befasst sich Plaggenborg mit vergleichender Geschichte autoritärer Regime im 20. Jahrhundert.

Er hat in der Vergangenheit durch seine Schriften und die Mitarbeit im Stalinismus-Arbeitskreis dazu beigetragen, die Forschung zum Stalinismus um kulturgeschichtliche Aspekte zu erweitern. 2012 veröffentlichte er das Buch Ordnung und Gewalt, das die Regime des Faschismus, des Sozialismus in seiner stalinistischen Spielart und des Kemalismus vergleichend in den Blick nimmt.

SchriftenBearbeiten

Bücher

  • Pravda. Gerechtigkeit, Herrschaft und sakrale Ordnung in Altrussland. Paderborn 2018.
  • Ordnung und Gewalt. Kemalismus – Faschismus – Sozialismus. München 2012.
  • Experiment Moderne. Der sowjetische Weg. Frankfurt a. M., New York 2006.
  • Revoljucija i kul'tura. Kul’turnye orientiry v period meždu Oktjabr’skoj revoljuciej i ėpochoj stalinizma. Sankt Petersburg 2000.
  • Revolutionskultur. Menschenbilder und kulturelle Praxis in Sowjetrussland zwischen Oktoberrevolution und Stalinismus. Köln, Weimar, Wien 1996.
  • Staatsfinanzen und Industrialisierung in Russland 1881-1903. Die Bilanz der Steuerpolitik für Fiskus, Bevölkerung und Wirtschaft. In: Forschungen zur osteuropäischen Geschichte 44 (1991), S. 123–339
  • Sowjetische Geschichte in der Zeitgeschichte Europas, Version: 1.0, in: Docupedia-Zeitgeschichte, veröffentlicht am 30. September 2011

Herausgeberschaften

  • Alexander Bogdanov. Theoretiker für das 20. Jahrhundert. Hrsg. von Stefan Plaggenborg und Maja Soboleva. München 2008.
  • Handbuch der Geschichte Russland. Vol. 5 (2 vol.): 1945-1991 – Vom Ende des Zweiten Weltkrieges bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion. Hrsg. von Stefan Plaggenborg. Stuttgart 2002–2003.
  • Sowjetjugend 1917-1941. Generation zwischen Revolution und Resignation. Hrsg. von Corinna Kuhr-Korolev, Stefan Plaggenborg u. Monica Wellmann. Essen 2001.
  • Stalinismus. Neue Forschungen und Konzepte. Hrsg. von Stefan Plaggenborg. Berlin 1998.
  • Aufbruch der Gesellschaft im verordneten Staat. Russland in der Spätphase des Zarenreiches. Hrsg. von Heiko Haumann u. Stefan Plaggenborg. Frankfurt/M. etc. 1994.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Website der Universität Bochum mit Informationen über Stefan Plaggenborg
  2. Stefan Plaggenborg: Wie ein Studienort zerstört wurde. In: FAZ, 20. November 2007.