St. Peter und Paul (Berlin-Wannsee)

Kirche in Berlin-Wannsee
St. Peter und Paul um 1850

St. Peter und Paul auf Nikolskoe (russ.: Никольское/Nikolskoje) ist eine evangelische Kirche nördlich des Glienicker Parks von Berlin am Rand der Stolper Berge.

GeschichteBearbeiten

 
Frontseite der Kirche

Der Name Nikolskoe kommt vom russischen Wort Никольское/Nikolskoje, wörtlich ‚das Nikolai Gehörende‘, wobei das dazugehörende sächliche Substantiv im russischen Sprachgebrauch zur Vereinfachung weggelassen wird.

Das Kirchengebäude soll mit seinem Zwiebelturm an russisch-orthodoxe Kirchen erinnern, ist im Übrigen aber typisch protestantisch und hat nicht die Struktur orthodoxer Kirchenbauten wie der Alexander-Newski-Gedächtniskirche im benachbarten Potsdam.

König Friedrich Wilhelm III. ließ sie auf Anregung seiner Tochter, der Zarin Alexandra Fjodorowna, Ehefrau von Nikolaus I., für die Bewohner Klein Glienickes und der Pfaueninsel weitab von Klein Glienicke, an einem Steilufer der Havel, nahe der Pfaueninsel und dem Blockhaus Nikolskoe durch die Architekten Friedrich August Stüler und Albert Dietrich Schadow errichten. Eine Entwurfsskizze von 1833 belegt die Mitarbeit von Karl Friedrich Schinkel an der Planung der Kirche. Er entwarf Teile der Schauseite und fügte die von Auftraggeber König Friedrich Wilhelm III. geforderten russischen Motive dazu.[1]

Am 13. August 1837 wurde die Kirche eingeweiht. Die Entwürfe wurden im Architektonischen Album [2] veröffentlicht – auch eine Variante ohne den russischen Zwiebelturm.

Die Kirche gehört zum Evangelischen Kirchenkreis Teltow-Zehlendorf in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, hat aber keine Kirchengemeinde.

AusstattungBearbeiten

In der Kirche befindet sich die Gruft des Prinzen Carl von Preußen, in der auch Prinz Friedrich Karl bestattet ist. Ihr heutiges Glockenspiel wurde am 1. Dezember 1985 im Gottesdienst des 1. Advent eingeweiht und ist an das der Potsdamer Garnisonkirche angelehnt.

OrgelBearbeiten

Die Orgel wurde 1837 von dem Orgelbauer Friedrich Turley erbaut. Das Schleifladen-Instrument hat 19 Register auf zwei Manualen und Pedal. Die Spieltrakturen sind mechanisch, die Registertrakturen sind elektrisch.[3]

I Hauptwerk C–f3
1. Principal 8′
2. Koppelflöte 8′
3. Salizional 8′
4. Oktave 4′
5. Rohrflöte 4′
6. Oktave 2′
7. Mixtur IV
II Nebenwerk C–f3
08. Quintadena 8′
09. Gedackt 8′
10. Blockflöte 4′
11. Waldflöte 2′
12. Sesquialtera II
13. Sifflöte 1′
14. Cymbel III
15. Krummhorn 8′
Tremulant
Pedalwerk C–f1
16. Subbass 16′
17. Flöte 08′
18. Nachthorn 04′
19. Posaune 16′

LiteraturBearbeiten

  • Theodor Fontane: Wanderungen durch die Mark Brandenburg. Band 5. Fünf Schlösser (1. Auflage 1889).
  • Fritz Schmidt (Hrsg.): 100 Jahre Peter und Paul auf Nikolskoe. Paul Koch-Verlag: Berlin 1937.
  • Horst Behrend: St. Peter und Paul auf Nikolskoe; Christlicher Zeitschriftenverlag: Berlin 1976; ISBN 3-7674-0129-0.
  • Wilfried Martin Heidemann (Hrsg.): Evangelische Kirche St. Peter und Paul auf Nikolskoe 1837–1987. Festschrift zur 150-Jahr-Feier. Wichern-Verlag: Berlin 1987, ISBN 3-9801405-0-4.

WeblinksBearbeiten

Commons: St. Peter und Paul (Berlin-Wannsee) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Martin Wörner, Doris Mollenschott: Architekturführer Berlin. Dietrich Reimer Verlag Berlin, Berlin 1989, ISBN 3-496-00951-9, S. 246.
  2. Heft 8, 1842
  3. Informationen zur Orgel

Koordinaten: 52° 25′ 28″ N, 13° 7′ 9″ O