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Sputnik (3)
Phase: E1 / Status: zerstört


Modell des Sputnik (3)

Typ: Forschungssatellit
Land: SowjetunionSowjetunion Sowjetunion
COSPAR-Bezeichnung: 1958-F03
Missionsdaten
Startdatum: 27. April 1958, 09:01 UTC
Startplatz: Baikonur, LC-1
Trägerrakete: Sputnik (8A91)
Missionsdauer: ca. 97 Sekunden
Enddatum: 27. April 1958, 09:02 UTC
Bahndaten
Koordinatenursprung: Erde (geplant)
Allgemeine Raumfahrzeugdaten
Startmasse: 1327 kg
Abmessungen: kegelförmigen Körper (Länge: 3,57 m, Durchmesser: 1,73 m)
Hersteller: OKB 1
Nutzlastdaten
Satellitenbus D-1
Instrumente:

12: Sensoren für Druck, Temperatur und Zusammensetzung der Atmosphäre, Strahlungsmessgeräte, Sensoren für elektrische und magnetische Felder

Sonstiges
Vorherige Mission: Explorer 3
Nachfolgende Mission: Vanguard TV5
 
05. 02. 1958 Start
 
05. 02. 1958 Satellit geht bei Fehlstart verloren

Sputnik (3) (auch bekannt als D1-1) war ein sowjetischer Forschungssatellit aus der Sputnik-Serie. Er sollte der bisher komplexeste seiner Zeit werden, er ging jedoch bei einem Fehlstart verloren. Er sollte ursprünglich Sputnik 3 heißen, jedoch nannten ihn die Sowjets wegen des Fehlschlags um.

TechnikBearbeiten

Mit 1327 kg war er der schwerste bisher gebaute Satellit. Da er für die Sputnik-Trägerraketenversion 8K71PS, mit der Sputnik 1 und Sputnik 2 gestartet worden waren, zu schwer war, entwickelte OKB 1, der Lieferer der Sputnik-Rakete, eine neue Version, die Sputnik 8A91. Die 8A91 war eine Übergangskonstruktion zwischen dem ersten Testmodell der R-7 (8K71) und der operativen R-7A (8K74). Verbesserungen in den Herstellungsprozessen wurden verwendet, um die Dicke der Schwallwände in den Treibstofftanks zu drosseln und damit das Gewicht zu verringern. Die Triebwerke waren etwas leistungsstärker und die Massenänderungen führten zu Änderungen des Flugplans – die vier seitlichen Booster vor dem Abwurf um 25 % gedrosselt. Sputnik (3) bestand aus einem konischen Druckkörper. Die Lebenszeit wurde auf ca. 1 Monat geschätzt, da er mit Batterien betrieben wurde. Es gab keine Stabilisierungssysteme. Ein Kassettenrekorder zeichnete die Daten auf und ermöglichte die Wiedergabe von Daten aus Teilen der Umlaufbahn außerhalb der Reichweite von Bodenstationen. Zu den wissenschaftlichen Instrumenten gehörten ein Magnetometer und ein Feldmühlenelektrometer zur Messung von Feldern im Weltraum, vier Weltraumstrahlungsdetektoren zur Untersuchung der kosmischen und solaren Teilchenstrahlung, ein Massenspektrometer und zwei Druckmesser zur Analyse der verdünnten äußeren Atmosphäre, eine Ionenfalle zur Messung von Plasma und ein piezoelektrisches Mikrofon zum Zählen von Mikrometeoritenschlägen. An Bord befand sich auch eine experimentelle Solarbatterie, die einen der Sender mit Strom versorgte.

Geschichte/FlugverlaufBearbeiten

Sputnik (3) sollte eigentlich der erste künstliche Satellit der Welt werden, doch wegen Verzögerungen in der Produktion wurde kurzerhand ein kleinerer Testsatellit, Sputnik 1, gestartet. Der Start des Sputnik (3) war ursprünglich für den 20. April 1958 geplant, jedoch wurde er auf Grund technischer Verzögerungen um eine Woche, auf den 27. April, verlegt. Am selben Tag hob die Sputnik-Trägerrakete mit Sputnik (3) an Bord vom Kosmodrom Baikonur ab. Es wurde ein niedriger Erdorbit (LEO) angesteuert. Nach ca. einer Minute verlief alles nach Plan, doch nach etwa 90 Sekunden im Flug löste sich ein Booster und prallte in die Kernstufe. Dadurch stürze die Rakete aus einer Höhe von 224 km ab. Techniker, die den Flugverlauf beobachteten, bemerkten die Änderung des Flugbahnwinkels in negative Zahlen, gefolgt von einem vollständigen Signalverlust. Die letzten empfangenen Daten zeigten an, dass die Rakete bei Signalverlust nur 227 Kilometer weit geflogen war. Später ausgewertete Telemetriedaten zeigten an, dass starke Vibrationen, die durch den damals noch nicht bekannten Pogo-Effekt entstanden waren, den Booster bei T +90 Sekunden beeinträchtigten und ein Statikbruch sieben Sekunden später auftrat. Ein Suchtrupp lokalisierte den Aufprallort. Der Satellit hatte sich von der Trägerrakete getrennt und wurde in der Nähe der Absturzstelle weitgehend unversehrt geborgen. Es wurde zur Reparatur nach Baikonur zurückgebracht, jedoch zerstörte ein Feuer im Elektroniksegment, hervorgerufen durch einen Kurzschluss, den Innenteil, und so wurde beschlossen, ihn nicht wiederzuverwenden und einen Ersatzsatelliten, Sputnik 3, zu bauen, dessen Start schließlich am 15. Mai 1958 gelang.

QuellenBearbeiten