Spielgemeinschaft

Zusammenschluss der Abteilungen verschiedener Sportvereine in einer Sportart

Unter einer Spielgemeinschaft (SG, SpG) oder Wettkampfgemeinschaft (WG) versteht man den Zusammenschluss der Abteilungen verschiedener Sportvereine in einer Sportart, um an Wettkämpfen oder einem Ligabetrieb teilzunehmen.

HintergrundBearbeiten

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Die Zusammenlegung der Abteilungen erfolgt meist aus folgenden Gründen:

  • durch Spielermangel in einer oder mehreren Mannschaften wäre der Spielbetrieb in einem Verein alleine nicht gewährleistet oder
  • es soll ein stärkeres Team geformt werden, um den sportlichen Erfolg zu erhöhen oder
  • rein wirtschaftliche Überlegungen (Kostensenkungen).

Während der Endphasen des Ersten und des Zweiten Weltkriegs wurde im Deutschen Reich die Bezeichnung Kriegsspielgemeinschaft (KSG; Beispiel: KSG Speyer) angewandt. In vielen Orten schlossen sie benachbarte Sportvereine ihre Mannschaften zusammen, da sie alleine nicht mehr genug Spieler hatten.

Trotz des Zusammenschlusses wird in den beteiligten Vereinen weiterhin aktive Arbeit für den Sport betrieben und dies nicht allein der Spielgemeinschaft überlassen Die Spieler bleiben weiterhin Mitglieder ihrer Stammvereine.

Spielgemeinschaften haben für die beteiligten Vereine den Nachteil, dass es sich hierbei um eine gewerbliche Tätigkeit handelt, da die Spielgemeinschaft eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts ist. Daher unterliegt die Spielgemeinschaft der Umsatzsteuer. Für die ertragssteuerliche Behandlung werden die Umsätze der Spielgemeinschaft anteilig bei den beteiligten Vereinen zu deren gewerblichen Umsätzen hinzuaddiert, was bei überschreiten der Freigrenze die Pflicht zur Entrichtung von Körperschaft- und Gewerbesteuer beim Verein zur Folge hat. Dies kann verhindert werden, wenn durch entsprechende Gestaltung die Spielgemeinschaft durch das Finanzamt als nicht eingetragener gemeinnütziger Verein anerkannt wird, wie es beispielsweise bei der HSG Rottweil der Fall ist.

FußballBearbeiten

Im Fußballsport entsteht eine Fußballspielgemeinschaft (FSG). Häufig entstehen solche Gemeinschaften zunächst im Jugendsport, bedingt durch Nachwuchsmangel. Diese Gemeinschaften werden dann Jugendspielgemeinschaften (JSG) genannt, um den Gedanken der Unterstützung Jugendlicher hervorzuheben, wird auch die Bezeichnung Juniorenfördergemeinschaft (JFG; Beispiel: JFG Selbitztal 05) verwendet.

In den 1970er Jahren fand man in der österreichischen Fußball-Bundesliga gleich mehrere Spielgemeinschaften, die um den Meistertitel Österreichs spielten:

HandballBearbeiten

Im Handballsport sind in Deutschland folgende Regelungen getroffen:

  • Bei dem Zusammenschluss aller Mannschaften zweier Vereine wird eine Spielgemeinschaft (SG) oder Handballspielgemeinschaft (HSG) gebildet. Beispiele: SG Flensburg-Handewitt, HSG Nordhorn-Lingen.
  • Schließen sich nur die Jugendmannschaften zusammen, so entsteht eine Jugendspielgemeinschaft (JSG).
  • Fusionieren nur aktive Mannschaften eines Geschlechts, so bildet sich entsprechend eine Männerspielgemeinschaft (MSG) oder Frauenspielgemeinschaft (FSG) beziehungsweise Damenspielgemeinschaft (DSG).
  • Weniger häufig anzutreffen sind dagegen Weibliche Jugendspielgemeinschaft (WJSG) oder Männliche Jugendspielgemeinschaft (MJSG).

WeblinksBearbeiten

Wiktionary: Spielgemeinschaft – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen