Hauptmenü öffnen

HSG Nordhorn-Lingen

deutsche Handballspielgemeinschaft aus Nordhorn

Die Handballspielgemeinschaft Nordhorn-Lingen ist ein Handballverein aus Nordhorn.

HSG Nordhorn-Lingen
HSG Nordhorn-Lingen Logo.svg
Voller Name Handballspielgemeinschaft Nordhorn-Lingen
Gegründet 1. Juni 1981
Vereinsfarben Rot-Weiß
Halle Euregium, Nordhorn
EmslandArena, Lingen
Plätze 4.100 (Euregium)
4.300 (EmslandArena)
Trainer Heiner Bültmann
Liga Handball-Bundesliga
2018/19
Rang 2. Platz (2. Bundesliga)
DHB-Pokal 1. Runde
Website www.hsgnordhorn-lingen.de
Heim
Auswärts
Größte Erfolge
National Deutscher Vizemeister
2002
International EHF-Pokalsieger
2008
Fans der HSG Nordhorn während eines Bundesligaspiels in der Kölnarena

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Der Verein wurde am 1. Juni 1981 aus einem Zusammenschluss der Handball-Abteilungen von Sparta Nordhorn und von Eintracht Nordhorn als HSG Nordhorn gegründet. Nachdem die HSG 1993 Meister der Regionalliga Nord wurde, stieg sie in die 2. Bundesliga auf. Sechs Jahre später wurde sie auch dort Meister und stieg in die Handball-Bundesliga des DHB auf. Seitdem war sie dort in der oberen Tabellenhälfte zu finden und wurde 2002 deutscher Vizemeister. Die Heimspiele trägt die Mannschaft im Euregium aus.

Seit September 2008 nennt sich die Bundesliga-Mannschaft aufgrund von Etat-Problemen und damit verbundenen finanziellen Zuwendungen aus dem Emsland und der Stadt Lingen (Ems) HSG Nordhorn-Lingen. Durch die Zuwendungen konnte der Spielbetrieb zunächst aufrechterhalten werden. Am 16. Februar 2009 meldete die HSG Sportmarketing GmbH & Co KG beim Amtsgericht Nordhorn wegen drohender Zahlungsunfähigkeit Insolvenz an,[1] am 5. März stellte Insolvenzverwalter Ulrich Zerrath schließlich den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens, wodurch die HSG nach TUSEM Essen als zweiter Zwangsabsteiger aus der Handball-Bundesliga in der Saison 2008/09 feststand.

Seit der Saison 2009/2010 ist die neu gegründete HSG Nordhorn-Lingen GmbH Lizenznehmer der Bundesliga-Mannschaft. Seit Dezember 2013 trägt die Mannschaft einen Teil ihrer Heimspiele in der Emslandarena in Lingen aus.

2008 gab es mit dem Sieg des EHF-Pokals den ersten internationalen Erfolg.[2]

Am drittletzten Spieltag der Saison 2018/2019 sicherte sich die HSG nach einem 33:28-Auswärtssieg beim EHV Aue und der späteren Niederlage des HSC 2000 Coburg den erneuten Aufstieg in die Handball-Bundesliga.[3]

Sportliche BilanzBearbeiten

Nach der Saison 1992/1993, als die HSG die Meisterschaft in der Regionalliga Nord gewann, errang sie in der Relegation den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Dort wurde sie zweimal (1996 und 1998) Vizemeister. 1999 wurde die HSG Nordhorn schließlich Meister der 2. Bundesliga Nord und spielte nach dem Sieg in der Relegation bis 2009 in der 1. Bundesliga.[4] Nach dem Zwangsabstieg 2009 in die 2. Bundesliga, gelang 2019 der Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga.

Größte ErfolgeBearbeiten

 
Die Mannschaft der HSG Nordhorn am 30. Mai 2009 vor dem Rückspiel um den Europapokal der Pokalsieger 2008/2009 gegen BM Valladolid in Valladolid (Polideportivo Pisuerga).
  • Meister der Regionalliga Nord 1992/93 (Aufstieg in die 2. Bundesliga Nord)
  • Meister der 2. Bundesliga Nord 1998/99 (Aufstieg in die Handball-Bundesliga)
  • Teilnahme am Final Four (DHB-Pokal) 2000/01, 2001/02, 2004/05 und 2007/08
  • Deutscher Vizemeister 2001/02
  • Teilnahme am EHF-Pokal 2002/03
  • 3. Platz beim Final Four im DHB-Pokal 2004/05
  • Teilnahme am Europapokal der Pokalsieger 2005/06, Erreichen des Halbfinals
  • Gewinner des EHF-Pokals 2008
  • Erreichen des Finals im Europapokal der Pokalsieger 2008/09
  • Aufstieg in die Handball-Bundesliga 2018/19

2007/2008Bearbeiten

In der Saison 2007/2008 fuhr die HSG in der Bundesliga 23 Siege, 4 Remis und 7 Niederlagen ein. Es wurden 1065 (Ø 31,3; 113 7-Meter) Tore erzielt und 1018 (Ø 28,6) Gegentore kassiert, was zum 5. Tabellenplatz (Hinrunde 4.) führte. Damit erreichte die HSG die Teilnahme am EHF-Pokal 2008/2009.

In eigener Halle verlor die HSG in der gesamten Saison nur ein Mal und zwar gegen die SG Flensburg-Handewitt. Der höchste Sieg war gegen den Wilhelmshavener HV mit 32:17 (Heimspiel), die höchste Niederlage gegen den THW Kiel mit 24:34 (Auswärts). Erfolgreichster Werfer war mit 201 Toren, davon 11 per Siebenmeter, Holger Glandorf, der seinen Vertrag um ein Jahr bis 2010 verlängerte. Durchschnittlich sahen 3537 Zuschauer die Heimspiele.

Im DHB-Pokal kam die HSG Nordhorn bis in das Halbfinale. Der größte Erfolg der Saison war der Gewinn des EHF-Pokals, was die HSG zur international erfolgreichsten deutschen Mannschaft 2008 machte.

Trotz dieses Erfolges war die HSG Nordhorn finanziell nicht gesichert. Viele Monatsgehälter der Spieler standen zum Saisonende noch aus, was unmittelbar zu Konsequenzen führte. Jan Filip, langjähriger Führungsspieler der HSG, verließ den Verein und ging zu den Rhein-Neckar Löwen. Im weiteren Verlauf der Saison verließen weitere Stammkräfte, wie Holger Glandorf und Peter Kukučka, den Verein. Dadurch konnte die HSG den Spielbetrieb bis zum Saisonende finanziell aufrechterhalten. Wiederum erreichte die HSG Nordhorn-Lingen, trotz dezimiertem Kader, das Endspiel in einem europäischen Wettbewerb.

2008/2009Bearbeiten

Nach dem Abstieg in die 2. Liga durch die eingeleitete Insolvenz wurden Maik Machulla und Heiner Bültmann das neue Trainergespann. Ebenfalls unterschrieb Nicky Verjans für diese Spielzeit bei der HSG.[5]

Saisonbilanzen seit 2001Bearbeiten

Saison Spielklasse Platz Sp S U N Tore Diff. Punkte
2001/02 Handball-Bundesliga 02 34 25 3 06 0983:0827 +156 53:13
2002/03 Handball-Bundesliga 05 34 21 1 12 1025:0973 +052 43:25
2003/04 Handball-Bundesliga 10 34 12 3 19 0999:1024 025 27:41
2004/05 Handball-Bundesliga 06 34 19 3 12 1033:0984 +049 41:27
2005/06 Handball-Bundesliga 09 34 18 0 16 1010:0981 +029 36:32
2006/07 Handball-Bundesliga 05 34 23 3 08 1042:0960 +082 49:19
2007/08 Handball-Bundesliga 05 34 23 4 07 1065:0970 +095 50:18
2008/09 Handball-Bundesliga1 08 34 21 3 10 1071:0983 +088 41:23
2009/10 2. Handball-Bundesliga 04 32 19 3 10 0978:0926 +052 41:23
2010/11 2. Handball-Bundesliga 06 32 19 2 11 0926:0889 +037 40:24
2011/12 2. Handball-Bundesliga 10 38 19 0 19 1103:1083 +020 38:38
2012/13 2. Handball-Bundesliga 09 36 18 1 17 1013:1008 +005 37:35
2013/14 2. Handball-Bundesliga 06 36 21 2 13 976:0920 +056 44:28
2014/15 2. Handball-Bundesliga 04 38 24 3 11 1002:0927 +075 51:25
2015/16 2. Handball-Bundesliga 08 40 18 8 14 0964:0956 +008 44:36
2016/17 2. Handball-Bundesliga 08 38 18 4 16 1008:0970 +038 40:36
2017/18 2. Handball-Bundesliga 07 38 20 5 13 0983:0970 +013 45:31
2018/19 2. Handball-Bundesliga 02 38 27 3 8 1083:0947 +136 57:19

1 Zwangsabsteiger und Abzug von 4 Punkten wegen Lizenzverstoßes

Der Kader der Saison 2018/19Bearbeiten

Nummer Name Position Geburtsdatum Größe Nation seit
1 Bart Ravensbergen TW 14.03.1993 1,90 m Niederländer  2018
12 Björn Buhrmester TW 03.11.1984 1,96 m Deutscher  2009
16 Dennis Bartels TW 22.09.1987 1,83 m Deutscher  1999
2 Nicky Verjans RA/RR 27.08.1987 1,86 m Niederländer  2012 (wieder)
4 Levin Zare LA 17.07.1997 1,74 m Deutscher 
5 Lutz Heiny RL 26.06.1995 1,92 m Deutscher  2015
7 Toon Leenders KM 17.04.1986 2,02 m Niederländer  2017
9 Pavel Mičkal LA 31.01.1984 1,84 m Tscheche  2005
10 Patrick Miedema LA/RM 19.11.1990 1,90 m Niederländer  2012
18 Alex Terwolbeck RM 05.08.1991 1,83 m Deutscher  1996
19 Luca de Boer KM 30.10.1992 2,00 m Deutscher  2010
22 Philipp Vorlicek RR 07.05.1995 1,98 m Deutscher  2017
23 Jens Wiese RL 10.12.1987 1,95 m Deutscher  2011
27 Alec Smit RA 15.05.1999 1,82 m Niederländer  2017
28 Lasse Seidel LA 11.05.1993 1,82 m Deutscher  2016
30 Johannes van Lengerich KM 11.05.1994 1,94 m Deutscher 
48 Julian Possehl RR 31.12.1992 1,91 m Deutscher  2018
94 Georg Pöhle RL/RM 28.09.1994 1,93 m Deutscher  2018

Zugänge: Bart Ravensbergen (Sélestat AHB, FRA), Julian Possehl (ASV Hamm-Westfalen), Georg Pöhle (TV Emsdetten)

Abgänge: Fabian Kaleun (Auslandssemester in Singapur), Yannick Fraatz (Bergischer HC), Frank Schumann (Karriereende), Matthias Poll (Karriereende)

TrainerBearbeiten

Trainer ist Heiner Bültmann, der früher Spieler der HSG Nordhorn (5 Spiele, 2 Tore) war und später, zu Trainerzeiten von Ola Lindgren, Co-Trainer wurde. Ralf Lucas, der früher in der Reservemannschaft aktiv war, ist Co-Trainer.

Bekannte ehemalige SpielerBearbeiten

MaskottchenBearbeiten

Das Maskottchen der HSG ist ein in den Vereinsfarben rot-weiß gestreifter Tiger mit dem Namen Tiga. Vor Spielbeginn am 6. Dezember 2006 wurde das Maskottchen vorgestellt, seitdem unterstützt es die 1. Mannschaft bei jedem Spiel.

EuregiumBearbeiten

Das Euregium wurde eigens für die HSG Nordhorn gebaut. Es wird aber auch für andere Kulturveranstaltungen genutzt, so sind dort z. B. schon Atze Schröder und Udo Jürgens aufgetreten. Da das Euregium direkt neben der Kreissporthalle des Landkreises Grafschaft Bentheim liegt, können die drei Sporthallen für Großveranstaltungen der HSG genutzt werden. Das Euregium ist seit neun Jahren der Veranstaltungsort für die Grafschafter Sportgala, welche von Jörg Wontorra moderiert wird.
Der Name ist von der Euregio abgeleitet.

Steuerfahndung/InsolvenzBearbeiten

Die Geschäftsräume der HSG Nordhorn wurden am 2. September 2008 von Steuerfahndern durchsucht. Durchsuchungen wurden auch bei Trainer Ola Lindgren, Spieler Holger Glandorf und weiteren Spielern durchgeführt. Dabei wurden zahlreiche Unterlagen beschlagnahmt.[6]

Bereits Anfang Februar 2009 verkaufte die HSG Erlend Mamelund und Peter Kukučka, um der drohenden Insolvenz entgegenzusteuern. Am 14. Februar 2009 wechselte Holger Glandorf mit sofortiger Wirkung zum TBV Lemgo und nannte diesen Schritt „das Beste, was ich für den Verein noch tun konnte“.[7] Am 16. Februar 2009 meldete die HSG Sportmarketing GmbH & Co KG beim Amtsgericht Nordhorn Insolvenz an,[8] denn aufgrund von Liquiditätsengpässen wurden keine Spielergehälter mehr gezahlt.

WeblinksBearbeiten

  Commons: HSG Nordhorn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Nordhorn meldet Insolvenz an – Keine Gehälter. (Memento vom 11. September 2012 im Webarchiv archive.is), FTD-Online vom 14. Februar 2009
  2. Nordhorn gewinnt den EHF-Pokal. In: www.handball-world.news. 11. Mai 2008, abgerufen am 28. Mai 2019.
  3. Uli Mentrup: Nordhorn-Lingen hat die Rückkehr in die Bundesliga geschafft. In: www.noz.de. Neue Osnabrücker Zeitung GmbH & Co. KG, 26. Mai 2019, abgerufen am 28. Mai 2019.
  4. Beckedahl S, in Die Welt vom 28. September 1999, Ein Spitzenreiter wie aus dem Ikea-Katalog – Handball-Aufsteiger Nordhorn führt die Tabelle an – Erfolg mit skandinavischen Nationalspielern
  5. HSG verpflichtet Trainer-Duo
  6. focus.deSteuer-Razzia bei HSG Nordhorn
  7. Europacup für Nordhorn Nebensache – Lemgoer froh – Kieler Kantersieg
  8. Insolvenz wird beantragt