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Slim Whitman

US-amerikanischer Countrysänger

Slim Whitman (* 20. Januar 1924 in Tampa, Florida; † 19. Juni 2013 in Orange Park, Florida[1]; richtiger Name Ottis Dewey Whitman, Jr.) war ein US-amerikanischer Country-Sänger, der vor allem in den 1950er- und 1960er-Jahren mit romantischen Balladen erfolgreich war.

WerdegangBearbeiten

Geboren als der erste Sohn und zweites Kind von Dora und Ottis Dewey Whitman sr. war er einer der erfolgreichsten, einflussreichsten, jedoch auch unbekanntesten Sänger in der Geschichte der Country-Musik. Whitman war ein exzellenter Jodler. Jodeln erlernte er von alten Jimmie-Rodgers-Platten. Sein Hauptinteresse aber galt nicht der Musik, sondern dem Sport. Als talentierter Baseball-Spieler liebäugelte er mit einer Profi-Karriere. Bei einem Arbeitsunfall in einer Fleischverpackungsfabrik verlor er jedoch den Mittelfinger seiner linken Hand. In dieser Zeit, um 1938, lernte er auch seine spätere Ehefrau Geraldine (Jerry) Crist kennen, die er 1941 heiratete. Das Handicap an seiner Hand hielt ihn nicht davon ab, während seines Dienstes bei der US-Navy Gitarre spielen zu lernen.

Nach Ende seiner Militärzeit fand er in einer Werft Anstellung und hatte gleichzeitig erste öffentliche Auftritte als Sänger. Entdeckt wurde er 1948 von Colonel Tom Parker, dem späteren Manager von Elvis Presley. Parker vermittelte einen Schallplattenvertrag mit dem RCA-Label, wo er 1949 als Slim Whitman mit dem Cowboy-Jodel-Lied I’m Casting My Lasso Towards the Sky auf sich aufmerksam machen konnte, jedoch noch sehr erfolglose Singles einspielte.

KarriereBearbeiten

Einem größeren Publikum wurde Slim Whitman durch regelmäßige Auftritte in der Louisiana-Hayride-Show bekannt. Da sich seine Schallplatten aber weiterhin schlecht verkauften, verlor er 1950 seinen RCA-Vertrag. Er wechselte zu dem unabhängigen Label Imperial Records, wo ihm wenig später mit Love Song of the Waterfall sein erster Top-10-Hit gelang. Den endgültigen Durchbruch schaffte er 1952 mit Indian Love Call. Der in hoher Tonlage vorgetragene und mit Jodeleinlagen angereicherte Song platzierte sich sowohl in der Country- als auch in der Pophitparade.

Auch die nächsten Platten waren erfolgreich. Die Popularität seiner Balladen war zum guten Teil seiner Nähe zur Pop-Musik zu verdanken. Durch seinen Hit von 1955, Rose-Marie, der sich in England elf Wochen lang an der Spitze der Top-10 halten konnte und einen Rekord aufstellte, wurde er auch in Europa bekannt. Dieser Rekord wurde erst Jahrzehnte später von Bryan Adams und seinem Lied „Everything I Do, I Do for You“ gebrochen. In den 1960er- und 1970er-Jahren war er in England erfolgreicher als in seiner amerikanischen Heimat. Mehrfach wurde er zum besten ausländischen Star gewählt. Die größten Hits in diesen Jahren waren More Than Yesterday (1966), Happy Streets (1968), Guess Who (1970) und Something Beautiful (To Remember) (1971).

DiskografieBearbeiten

AlbenBearbeiten

Jahr Titel Chartplatzierungen[2][3] Anmerkungen
Vereinigtes Konigreich  UK Vereinigte Staaten  US Vereinigte Staaten  Country
1965 Love Song Of The Waterfall
300! 300! 20
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1965
1966 More Than Yesterday (More Country Songs & City Hits)
300! 300! 28
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1966
1967 15th Anniversary Album
300! 300! 25
(9 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1967
Country Memories
300! 300! 42
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1967
1968 In Love The Whitman Way
300! 300! 16
(10 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1968
1969 Happy Street
300! 300! 34
(7 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1969
1971 Guess Who
300! 300! 31
(7 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1971
It’s A Sin To Tell A Lie
300! 300! 23
(11 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1971
1973 The Slim Whitman Story
300!
 Gold
300! 300!
Erstveröffentlichung: 1973
25 Anniversary Concert
300!
 Silber
300! 300!
Erstveröffentlichung: 1973
1974 Happy Anniversary
44
 Silber

(2 Wo.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: 1974
1976 The Very Best Of Slim Whitman
1
 Gold

(17 Wo.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: 1976
Everything Leads Back To You
300! 300! 42
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1976
1977 Red River Valley
1
 Gold

(14 Wo.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: 1977
Home On The Range
2
 Gold

(13 Wo.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: 1977
1979 Ghost Riders In The Sky
27
 Gold

(6 Wo.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: 1979
Slim Whitman’s 20 Greatest Love Songs
18
 Gold

(7 Wo.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: 1979
1980 Songs I Love To Sing
300! 175
(3 Wo.)
25
(18 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1980
Christmas With Slim Whitman
300! 184
(4 Wo.)
47
(9 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1980
1997 The Very Best Of – 50th Anniversary
54
(2 Wo.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: 1997

SinglesBearbeiten

Jahr Titel
Album
Chartplatzierungen[2] Anmerkungen
Vereinigtes Konigreich  UK Vereinigte Staaten  US Vereinigte Staaten  Country
1955 Rose Marie
1
(19 Wo.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: 1955
Indian Love Call
7
(12 Wo.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: 1955
China Doll
15
(2 Wo.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: 1955
1956 Tumbling Tumbleweeds
19
(2 Wo.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: 1956
I’m A Fool
16
(4 Wo.)
300! 61
(6 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1956
Serenade
8
(15 Wo.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: 1956
1957 I’ll Take You Home Again Kathleen
7
(13 Wo.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: 1957
1961 The Bells That Broke My Heart
300! 300! 30
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1961
1964 Tell Me Pretty Words
300! 300! 48
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1964
1965 More Than Yesterday
300! 300! 8
(17 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1965
1966 The Twelfth of Never
300! 300! 17
(12 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1966
One Dream
300! 300! 54
(6 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1966
1967 What’s This World A–Comin’ To
300! 300! 56
(8 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1967
The Keeper Of The Key
300! 300! 65
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1967
1968 Rainbows Are Back In Style
300! 300! 17
(14 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1968
Happy Street
300! 300! 22
(11 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1968
Livin’ on Lovin’ (And Lovin’ Livin’ With You)
300! 300! 43
(8 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1968
1969 My Happiness
300! 300! 43
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1969
Irresistible
300! 300! 61
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1969
1970 Tomorrow Never Comes
300! 300! 27
(12 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1970
Shutters And Boards
300! 300! 26
(12 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1970
1971 Guess Who
300! 300! 7
(14 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1971
Something Beautiful (To Remember)
300! 300! 6
(15 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1971
It’s A Sin To Tell A Lie
300! 300! 21
(13 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1971
Loveliest Night Of The Year
300! 300! 56
(7 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1971
1972 (It’s No) Sin
300! 300! 51
(7 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1972
1973 Hold Me
300! 300! 73
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1973
Where The Lilacs Grow
300! 300! 88
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1973
1974 It’s All In The Game
300! 300! 82
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1974
Happy Anniversary
14
(10 Wo.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: 1974
1980 When
300! 300! 15
(12 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1980
That Silver Haired Daddy Of Mine
300! 300! 69
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1980
1981 I Can’t Help Falling In Love With You
300! 300! 54
(7 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1981
I Remember You
300! 300! 44
(10 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1981

Weitere HitsBearbeiten

  • Love Song of the Waterfall
  • Cattle Call
  • I’m Casting My Lasso Towards The Sky (Seine Erkennungsmelodie und -lied)
  • Una Paloma Blanca
  • Peggy O’Neil

Lieder, die in Filmen verwendet wurdenBearbeiten

WissenswertesBearbeiten

  • Anfang der 1980er-Jahre erzielte sein Best-of-Album spektakuläre Verkaufszahlen.
  • Im Laufe seiner vier Jahrzehnte umfassenden Karriere verkaufte er mehr als 60 Millionen Schallplatten und besitzt einen Stern auf dem berühmten Hollywood Walk of Fame.
  • Er lebte zuletzt auf einem großen Grundstück namens „Woodpecker Paradise“ in der Nähe von Middleburg, Florida.
  • 1996 wurde die Originalaufnahme von Indian Love Call in dem Film Mars Attacks! verwendet, in dem Marsianer die Erde terrorisieren. Eine eher zweifelhafte Ehre, denn das Abspielen dieses Songs wird darin als einziges Mittel dargestellt, die Invasoren akustisch zu bekämpfen: In dem Science-Fiction-Film lassen die hohe Stimmlage und die schrillen Jodeleinlagen die Köpfe der Außerirdischen explodieren.
  • Slim Whitman war der erste Country-&-Western-Sänger, der im London Palladium auftrat.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Country singer Slim Whitman, 90, dies overnight (Memento des Originals vom 21. Juni 2013 im Webarchiv archive.today)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.firstcoastnews.com
  2. a b Chartquellen: UK US
  3. Auszeichnungen für Musikverkäufe: UK