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Senden (Westfalen)

Gemeinde in Nordrhein-Westfalen

GeographieBearbeiten

Die Gemeinde Senden liegt im Osten des Kreises Coesfeld südwestlich der Stadt Münster und wird von der Stever durchflossen. Außerdem liegt sie am Dortmund-Ems-Kanal. Der niedrigste Punkt der Gemeinde beträgt 54 m ü. NN, der höchste 91 m ü. NN, der Ortskern befindet sich auf 59 m ü. NN.

NachbargemeindenBearbeiten

Nottuln Havixbeck Münster
Buldern, Dülmen   Münster
Lüdinghausen Nordkirchen Ascheberg

GemeindegliederungBearbeiten

Die Gemeinde besteht aus den Gemeindebezirken:

 
Ortsteile von Senden

Die ehemalige Gemeinde Venne gehört zum Gemeindebezirk Senden.[2]

GeschichteBearbeiten

Senden wird erstmals um 890 in einem Heberegister des Klosters Werden an der Ruhr urkundlich als Sendiaon erwähnt, im selben Register werden auch Basinseli (Bösensell) und Bredenbeki erwähnt.

Archäologische Funde weisen auf eine kontinuierliche Besiedlung um 700 n. Chr. hin. Weitere Funde datieren aus der Alt- und Mittelsteinzeit. Ottmarsbocholt wird um 980, Venne 1230 erstmals urkundlich erwähnt.

Das Schloss Senden (eher Haus Senden) ging um 1350 an die Herren von Senden, um 1400 an die von Droste zu Kakesbeck.

1952 gründeten aus Böhmen vertriebene Klarissen ein Kloster in Senden.[3]

Die ehemals selbstständigen Gemeinden Bösensell, Ottmarsbocholt, Senden und Venne wurden im Rahmen der kommunalen Neugliederung am 1. Januar 1975 zur Gemeinde Senden vereinigt.[4]

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Sitzverteilung seit der Kommunalwahl 2014:

CDU SPD Grüne UWG FDP Gesamt
18 7 4 3 2 34

Ergebnisse der Kommunalwahlen ab 1975 In der Liste[5][6][7][8][9] werden nur Parteien und Wählergemeinschaften aufgeführt, die mindestens 1,95 Prozent der Stimmen bei der jeweiligen Wahl erhalten haben.

Jahr CDU SPD Grüne1 UWG FDP Linke UWGS
1975 55,6 21,5 02,9 18,6
1979 53,9 26,0 04,1 16,0
1984 60,0 23,0 11,7 05,3
1989 53,3 25,7 13,1 07,9
1994 54,5 26,0 15,0 04,5
1999 60,1 23,8 11,0 05,0
2004 55,1 23,1 13,8 08,0
2009 52,3 19,5 15,0 10,7 2,5
2014 51,4 19,6 13,1 9,8 06,1

1 Grüne: 1984 und 1989: Grüne, ab 1994: B’90/Grüne

BürgermeisterBearbeiten

  • 1975–1999: Franz Böckenholt, CDU
  • 1999–2015: Alfred Holz, parteilos
  • ab Herbst 2015: Sebastian Täger, parteilos

Wappen und BannerBearbeiten

Das Wappen von Senden: „In Silber eine wachsende, stilisierte, grüne Linde, überdeckt mit einem schräg gelegten, durchgehenden, roten, vierlätzigen Turnierkragen.“

Das Wappen und das Banner (Flagge) wurden am 3. Oktober 1966 genehmigt und nach der kommunalen Neugliederung am 15. September 1975 bestätigt.

Die Linde soll daran erinnern, dass es sich bei Senden um einen alten Gerichtsort handelt; mit ihr wird gleichzeitig auf das Siegel eines Sendener Frei- und Gografen aus dem Jahre 1652 zurückgegriffen, das einen Baum zeigt. Der Turnierkragen ist dem Siegel der Herren von Senden, genannt Benekamp, entnommen. Rot und Silber sind ihre Farben sowie des Geschlechts Droste zu Senden, das bis 1957 über 550 Jahre auf Haus Senden saß.[10][11]

Beschreibung der Flagge (beschrieben wird ein Banner): „Weiß-Rot-Weiß im Verhältnis 1:3:1 längsgestreift mit dem Gemeindewappen in der oberen Hälfte des Mittelstreifens.“[2]

StädtepartnerschaftBearbeiten

Im Mai 2010 wurde eine Partnerschaft zwischen Senden und der polnischen Stadt Koronowo besiegelt, im Jahre 1990 bereits mit Jessen (Elster).

SehenswertesBearbeiten

Im nordöstlichen Ortsteil Venne in unmittelbarer Nähe des Dortmund-Ems-Kanals befindet sich das Naturschutzgebiet Venner Moor, ein ehemals trockengelegtes Moor, das erfolgreich renaturiert wurde. Besonders im Frühjahr und Herbst zeigt sich seine ganze Vielfalt.

VfL Senden 38 e. V.Bearbeiten

Der VfL Senden ist der größte Fußballverein der vier Gemeindeteile Senden, Ottmarsbocholt, Bösensell und Venne. Mit über 750 Mitgliedern zählt der Verein auch im zugehörigen Fußballkreis Münster zu den mitgliederstärksten Vereinen. Neben der ersten Herrenmannschaft (Landesliga 4) stellen sich drei weitere Herrenteams (Kreisligen B und C Münster) sowie zwei Frauenmannschaften (Bezirksliga/Kreisliga A) dem Seniorenspielbetrieb.

Im Jugendbereich ist der VfL seit Jahren ein erfolgreicher Garant für gute Entwicklung. Die A-Junioren schafften 2018 den erneuten Aufstieg in die Bezirksliga und überzeugten bereits zum Ende der Hinrunde mit einem respektablen zweiten Tabellenplatz. Weitere Mannschaften spielen in der Leistungsliga (U17, U15 und U13).

Im Juniorinnenbereich kooperiert der VfL Senden seit 2017 mit BW Ottmarsbocholt. Seit 2018 spielen Mädchen als JSG Ottmarsbocholt/Senden von der U11 bis zur U17 gemeinsam Fußball.

Insgesamt stellt der VfL Senden aktuelle 21 Jugendteams, die von 3 B-Lizenz, 12 C-Lizenz-Trainern und zahlreichen, weiteren Übungsleitern ausgebildet werden.

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

 
Lichtinstallationen beim Sendener Lichterabend 2006
  • Karnevalsumzug in Ottmarsbocholt: Sonntag vor Weiberfastnacht Veranstalter: KG Otti-Botti e.V.
  • Maifest im Sendener Ortskern: 1. Samstag und Sonntag im Mai
  • Schützenfest der St.-Johanni-Bruderschaft 1602 Senden. e. V. im Juni
  • Sendener Lichterabend: Letzter Samstag im August (im Wechsel mit Street Live)
  • Street Live: Letzter Samstag im August (im Wechsel mit dem Sendener Lichterabend)
  • Sendener Herbst
  • Weihnachtsmarkt in Senden: Samstag vor dem 2. Advent

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Die Gemeinde Senden ist in Richtung Münster/Norddeutschland mit einer Ausfahrt an die Bundesautobahn 43 angebunden. In Richtung Ruhrgebiet/Süddeutschland sorgen die Anschlussstellen Nottuln der Bundesautobahn 43 und die Anschlussstelle Münster-Hiltrup der Bundesautobahn 1 (jeweils weniger als 10 km entfernt) für eine Anbindung. Die Bundesstraße 235 beginnt im Ortsteil Bösensell und durchquert das Gemeindegebiet von Norden nach Süden.

Der Ortsteil Senden ist über eine Schnellbuslinie (S90/92) an die Nachbarstadt Lüdinghausen und an das Oberzentrum Münster angebunden. Diese Linie wurde 1990 als Vorzeigeprojekt des ÖPNV im Münsterland eingerichtet und ersetzte eine reguläre Buslinie. Das gute Angebot, bei dem die Busse auf einer Teilstrecke beschleunigt über die Autobahn geführt wurden, führte in der Folgezeit zu erheblichem Ansteigen der Fahrgastzahlen und weiteren Taktverdichtungen. Ebenso verkehrt die Linie 611, die den Sendener Busbahnhof mit Senden-West verbindet. Die Linie wird von der Regionalverkehr Münsterland betrieben. Am späten Abend sowie Samstags fährt die Linie T612, die von der EVG Euregio betrieben wird, zwischen Ottmarsbocholt und Bösensell. Diese Linie verkehrt als Taxibus.

Der Ortsteil Bösensell besitzt einen Bahnhof an der Bahnstrecke Wanne-Eickel–Hamburg, welcher im Halbstundentakt bedient wird. Von Ottmarsbocholt nach Münster verkehrt die Linie R41.

Durch das Gemeindegebiet von Senden verlaufen mehrere Fernradwege:[12]

Ansässige UnternehmenBearbeiten

Der Ortsteil Senden besitzt ein Gewerbegebiet im Süden in der Nähe des Dortmund-Ems-Kanals. Zu den größeren Unternehmen zählen u. a.:

  • DEGAFOL-Folien GmbH (Stretchfolienproduktion)
  • Degener GmbH Verpackungssysteme (Stretchmaschinen und Folienvertrieb)
  • GEUER International GmbH (Umzug-Service-Logistik-Lagerung)
  • Langguth KG (Etikettiermaschinen)

Im Ortsteil Bösensell hat sich in den letzten Jahren eine Reihe von Einrichtungshäusern in direkter Nachbarschaft angesiedelt und damit den Spitznamen „Möbelsell“ geprägt.

Im Gewerbegebiet am Dorn eröffnete am 28. April 2006 Beresa mit seinem neu gebauten Nutzfahrzeug-Zentrum Westmünsterland.

Medizinische VersorgungBearbeiten

In Senden gibt es kein Krankenhaus. Die Versorgung wird von Krankenhäusern im nahe gelegenen Münster oder Lüdinghausen gesichert. Seit 1980 verfügt Senden über eine Rettungswache mit einem Rettungswagen (RTW). Seit 2002 ist die Wache rund um die Uhr besetzt. Die Mitarbeiter werden vom DRK K. V. Coesfeld gestellt.

BildungBearbeiten

GrundschulenBearbeiten

Die Gemeinde Senden hat vier Grundschulen,[14] wovon eine im Ortsteil Bösensell, eine im Ortsteil Ottmarsbocholt und zwei im Ortsteil Senden liegen.

Weiterführende SchulenBearbeiten

In der Gemeinde Senden liegen die folgenden weiterführenden Schulen:[14]

Sonstige BildungseinrichtungenBearbeiten

Eine Volkshochschule, eine Musikschule, die Kunstschule sowie die Kunst- und Kulturinitiative Senden (KuKIS) bieten Kurse an.

Weiter gibt es drei Büchereien, die Pfarrbücherei Bösensell, die Katholische Öffentliche Bücherei St. Urban und die Pfarrbücherei Senden.[15]

SchwimmbäderBearbeiten

 
Das Allwetterbad „Cabrio“

Die Gemeinde Senden beherbergt zwei Schwimmbäder:

  • In Senden liegt das Allwetterbad „Cabrio“.[16]
  • Im Ortsteil Bösensell war ein Lehrschwimmbecken vorhanden.[16]

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

Weitere Persönlichkeiten, die mit der Gemeinde in Verbindung stehenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Gemeinde Senden (Hrsg.): Senden. Eine Geschichte der Gemeinde Senden mit Bösensell, Ottmarsbocholt, Venne., Senden 1992, ISBN 978-3-9802977-0-7.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Senden (Westfalen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  Wikivoyage: Senden (Westfalen) – Reiseführer

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bevölkerung der Gemeinden Nordrhein-Westfalens am 31. Dezember 2018 – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 21. September 2018. (Hilfe dazu)
  2. a b Hauptsatzung der Gemeinde Senden (Westf.). (PDF; 1,4 MB) Abgerufen am 23. April 2013.
  3. Kurt Augustinus Huber: Die sudetendeutschen Ordensgemeinschaften und Klöster nach der Vertreibung. In: Stifter-Jahrbuch. Jahrbuch des Adalbert-Stifter-Vereins, Bd. 5. Edmund Gans Verlag, München 1957, S. 264–272, hier S. 272.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 314.
  5. Verzeichnisse der Kommunalwahlergebnisse des Landes Nordrhein-Westfalen (LDS NRW) von 1975 bis 2009
  6. Wahlprofil des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik NW (Memento des Originals vom 19. August 2009 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.it.nrw.de
  7. Wahlergebnisse 1999@1@2Vorlage:Toter Link/webshop.it.nrw.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF; 5,9 MB)
  8. Wahlergebnisse 2004@1@2Vorlage:Toter Link/webshop.it.nrw.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF; 7,0 MB)
  9. Wahlergebnisse 2009@1@2Vorlage:Toter Link/webshop.it.nrw.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF; 3,5 MB)
  10. Wappen im Kreis Coesfeld (Memento vom 14. April 2015 im Webarchiv archive.today)
  11. Initiative Schloss Senden e. V.: Die Geschichte des Schlosses Senden (Memento vom 26. November 2013 im Internet Archive)
  12. Münsterland e.V.: Radfahren in Senden | Münsterland e.V. Tourismus. Abgerufen am 17. Juni 2017.
  13. Münsterland e.V.: Burg und Schloss Tour | Münsterland e.V. Tourismus. Abgerufen am 17. Juni 2017.
  14. a b Schulen in der Gemeinde Senden. Abgerufen am 11. März 2012 (Darstellung auf der Website der Gemeinde Senden).
  15. http://www.gemeinde-senden.de/freizeit-bildungbr-und-kultur/buechereien/?C=syaypicae
  16. a b Sport-, Kultur- und Freizeitangebote in Senden. Abgerufen am 11. März 2012 (Darstellung auf der Website der Gemeinde Senden).