Semjon Iwanowitsch Deschnjow

russischer Kosak und Entdecker

Semjon Iwanowitsch Deschnjow (russisch Семён Иванович Дежнёв, wiss. Transliteration Semën Ivanovič Dežnëv; * um 1605 in Weliki Ustjug; † 1673 in Moskau) war ein russischer Kosak und Entdecker.

Semjon Iwanowitsch Deschnjow auf einer russischen Briefmarke (2010)

Seine erste Expedition nach Ostsibirien unternahm Deschnjow 1645, musste sie aber wegen ungünstiger Wetterverhältnisse abbrechen. Erst 1648 umsegelte er gemeinsam mit Fedot Alexejewitsch Popow die Tschuktschen-Halbinsel und entdeckte das später nach ihm benannte Ostkap Asiens sowie das Beringmeer. Mit seiner Fahrt durch die Beringstraße widerlegte er die Auffassung, dass zwischen Amerika und Asien eine Landverbindung besteht; sein Bericht wurde allerdings erst 1736 bekannt: Der deutsch-russische Historiker Gerhard Friedrich Müller entdeckte den von Deschnjow verfassten Reisebericht in den Archiven der Stadt Jakutsk. Der damalige Gouverneur hatte den Bericht nicht weitergeleitet. Deschnjow hatte also 80 Jahre vor Vitus Bering und 130 Jahre vor James Cook die Meerenge zwischen Alaska und Sibirien nachgewiesen.

LiteraturBearbeiten

  • Fernand Salentiny: DuMonts Enzyklopädie der Seefahrer und Entdecker, Köln: Monte von Dumont 2002, ISBN 3-8320-8718-4, S. 144–145.
  • Peter Littke: Vom Zarenadler zum Sternenbanner – Die Geschichte Russisch-Alaskas, Essen 2003, ISBN 3-88400-019-5.
  • Youri Semionov: La conquête de la Sibérie du IXe siècle au XIXe siècle. Payot, Paris 1938. – Deutsch: Jurij N. Semjonow: Die Eroberung Sibiriens. Berlin: Ullstein 1937.
  • Gerhard Friedrich Müller (hrsg. von Evgenij A. Chelimskij): Nachrichten über Völker Sibiriens (1736–1742), Hamburg: Institut für Finnougristik/Uralistik der Universität Hamburg, 2003.
  • Walter Krämer (Hrsg.): Die Entdeckung und Erforschung der Erde, Leipzig: Brockhaus 1949.

Siehe auchBearbeiten