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Beringmeer

Randmeer am nördlichen Ende des Pazifischen Ozeans

Koordinaten: 58° N, 178° W

Beringmeer

Das Beringmeer oder die Beringsee ist ein durchschnittlich rund 1600 Meter tiefes Randmeer am nördlichen Ende des Pazifischen Ozeans zwischen Nordamerika und dem Nordosten Asiens.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Das relativ flache Meer liegt zwischen der Westküste Alaskas (USA) und der Ostküste Sibiriens (Russland). Im Norden ist das Beringmeer über die Beringstraße mit dem Arktischen Ozean verbunden. Im Süden wird seine Abgrenzung gegen den Pazifik durch die Inselkette der Alëuten (USA) und die sich westlich daran anschließenden Kommandeurinseln (Russland) gebildet. Im Westen grenzt das Beringmeer auch an den Nordteil der Halbinsel Kamtschatka.

Während die genannten Inseln des Alëuten-Kommandeur-Inselbogens den Südabschluss des Randmeers bilden, liegen auf dem Kontinentalschelf, das die beiden Kontinente im Beringmeer unter Wasser miteinander verbindet, die Insel Nunivak, die Pribilof-Inseln, die St.-Lawrence-Insel, die St.-Matthew-Insel (alle USA) und die Karagininsel (Russland). In der Mitte der Beringstraße liegen die beiden Diomedes-Inseln, zwischen denen die Staatsgrenze USA-Russland und die Datumsgrenze verläuft. Die vom Beringmeer eingenommene Fläche ist rund 2,3 Millionen km² groß. Seine tiefsten Regionen liegen im südwestlichen Teil, im sogenannten Bering-Becken. Die tiefste Stelle liegt je nach Quelle 4097 m[1], 4773 m[2], 5121 m[3] oder 5500 m[4] unterhalb des Meeresspiegels. Wegen des warmen Alaskastroms (8 bis 11 °C) bleibt auch der nördliche Teil von Juli bis September eisfrei.

Flachmeer als GezeitenbremseBearbeiten

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Die Beringsee ist das flächenmäßig größte Flachmeer der Erde. Infolge der geringen Tiefe – die Hälfte des Ozeanbeckens hat eine Meerestiefe unter 100 Meter – haben die Gezeiten hier eine gewisse bremsende Wirkung auf die Erdrotation. Die Umwälzung des Wassers reicht über weite Flächen fast bis zum Meeresgrund, so dass auf die Beringsee der Großteil der gesamten Gezeitenreibung unseres Planeten entfällt. Die Erdrotation verlangsamt sich dadurch jedes Jahrhundert um 2 Millisekunden.

Siehe auch: Gebundene Rotation des Mondes, Sonnenfinsternis-Verlagerung

GeschichteBearbeiten

Noch vor ungefähr 10.000 Jahren, als die letzte Eiszeit zu Ende ging und der Meeresspiegel um etwa 125 m tiefer lag als heute, befand sich am nördlichen Abschluss des Beringmeers im Bereich der heutigen Beringstraße eine Landbrücke, die Asien und Amerika miteinander verband. Über diese Beringia genannte Verbindung gelangten – nach heute gängiger Lehrmeinung – die ersten Menschen nach Nordamerika.

Das Beringmeer wurde aus Sicht des europäisch geprägten Kulturraums 1648 von Semjon Deschnjow entdeckt. Benannt ist es nach dem dänischen Naturforscher und Kapitän Vitus Bering, der 1741 im Auftrag des Zaren Peter der Große das Gewässer als erster befuhr, um zu erkunden, ob es eine Verbindung von Asien nach Amerika gibt.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, nachdem die Vereinigten Staaten neben den Pribilof-Inseln auch das Kerngebiet des heutigen Bundesstaates Alaska 1867 käuflich von Russland erworben hatte, gab es Streitigkeiten zwischen den USA und dem Vereinigten Königreich über die Jagdrechte im Beringmeer. Russland hatte in den Verträgen mit den genannten Staaten festgelegt, dass es nurmehr seinen Küstenstreifen als Staatsgebiet betrachtete. Die USA sahen daher die Chance, das Beringmeer in ihr Staatsgebiet einzugliedern, und begannen damit, britische und kanadische Fischereischiffe und Robbenjäger fernzuhalten.

Daraufhin legte das Vereinigte Königreich Protest ein, der zu einer Verhandlung mit internationalen Rechtspersönlichkeiten führte. Das Gericht tagte 1892 in Paris und teilte am 15. August sein Urteil mit: Es wurde entschieden, dass die USA ein Anrecht allein auf die Dreimeilenzone hatten. Daneben wurde auch die Robbenjagd auf dem offenen Meer eingeschränkt. Sie durfte von diesem Zeitpunkt an nur noch zwischen dem 1. Mai und dem 31. Juli stattfinden.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Beringmeer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Reader's Digest Lexikon, Meyers Enzyklopädisches Lexikon
  2. Koordinaten: 53° 0′ N, 177° 49′ O
  3. Alle Länder unserer Erde, Reader's Digest, Times Weltatlas
  4. Brockhaus