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Schwarzbach (Elsenz)

Fluss mit Mündung in die Elsenz
Schwarzbach
Schwarzbach Bettweg Eschelbronn 03.jpg
Daten
Gewässerkennzahl DE: 238986
Lage Baden-Württemberg
  Neckar-Odenwald-Kreis
  Rhein-Neckar-Kreis
Flusssystem Rhein
Abfluss über Elsenz → Neckar → Rhein → Nordsee
Quelle Einen Kilometer nordöstlich der Ortsmitte von Neunkirchen
49° 23′ 47″ N, 9° 0′ 58″ O
Quellhöhe ca. 330 m ü. NN[1]
Mündung Am südlichen Ortsausgang von Meckesheim von rechts und Osten in die ElsenzKoordinaten: 49° 18′ 51″ N, 8° 49′ 20″ O
49° 18′ 51″ N, 8° 49′ 20″ O
Mündungshöhe ca. 140 m ü. NN[1]
Höhenunterschied ca. 190 m
Sohlgefälle ca. 6,9 ‰
Länge 27,6 km[2]
Einzugsgebiet 200,903 km²[3]
Abfluss MQ
2,21 m³/s

Der Schwarzbach ist ein rechter Nebenfluss der Elsenz im Norden Baden-Württembergs. Auf seinem etwa 27 Kilometer langen Lauf durchquert er den Kleinen Odenwald und den Kraichgau, dabei berührt er den Neckar-Odenwald-Kreis und den Rhein-Neckar-Kreis.

GeographieBearbeiten

VerlaufBearbeiten

 
Schwarzbach in Neidenstein
 
Schwarzbach in Eschelbronn

Der Schwarzbach entspringt etwa einen Kilometer außerhalb von Neunkirchen. Seine gefasste Quelle befindet sich auf einer Höhe von 336 m ü. NN in der Feldflur abseits der Straße nach Zwingenberg. Danach fließt er in südsüdwestlicher Richtung durch Neunkirchen, die Ortsteile der Gemeinde Schwarzach, deren Name auf eine früher anders lautende Namensform hinweist, sowie durch Aglasterhausen.

Danach überquert der Bach die Grenze zum Rhein-Neckar-Kreis und erreicht den Ort Helmstadt. In seinem fortan eher westwärts gerichteten Lauf erreicht er nach insgesamt etwa 17 km Waibstadt, wo der Schwarzbach einst die östliche und nördliche Begrenzung der Stadtbefestigung bildete. Über Neidenstein und Eschelbronn, vorbei am Naturdenkmal Kastanienallee erreicht er den südlichen Ortsrand von Meckesheim, wo er auf 140 m ü. NN in die Elsenz mündet. Auf einem längeren Abschnitt zwischen Waibstadt und Eschelbronn teilt sich der Wasserlauf in zwei Arme, den eigentlichen Schwarzbach und den so genannten „Kleinen Bach“.

Der Schwarzbach durchläuft zwei verschiedene Bodenlandschaften: im Oberlauf den Buntsandstein-Odenwald und unterhalb von Schwarzach die Kraichgauer Löss-Landschaft. Dabei schneidet das Tal im mittleren und unteren Lauf die Schichten des oberen und unteren Muschelkalks an, während die Kuppen beiderseits der Mündung bei Meckesheim noch vom unteren Keuper bedeckt sind.

EinzugsgebietBearbeiten

Das Einzugsgebiet des Schwarzbachs umfasst ca. 200 Quadratkilometer; es nimmt einen Großteil des Nordbogens ein, den der Neckar zwischen Bad Wimpfen und Neckargemünd beschreibt. Damit ist der Schwarzbach der Hauptabfluss des Kleinen Odenwalds. Sein Einzugsgebiet reicht im Osten teilweise sehr nahe an den dort sehr tief eingeschnittenen Neckar heran, hat im Südosten Anteil am Landkreis Heilbronn und ist im Süden durch den Großen Wald bei Sinsheim begrenzt. Das Einzugsgebiet des Lobbachs grenzt im Nordwesten an, viele kleinere Zuflüsse des Neckars konkurrieren im Norden, Osten und Süden, im Süden läuft die Wasserscheide weiter gegen die Elsenz und ihre Zuflüsse.

Der Schwarzbach entwässert eine überwiegend ländlich geprägte Landschaft; hier gibt es mit Neckarbischofsheim und Waibstadt nur zwei Kleinstädte, daneben aber viele Landdörfer, die auf den Markungen der schon genannten Gemeinden sowie denen von Schönbrunn, Reichartshausen, Epfenbach, Spechbach, Sinsheim, Bad Rappenau, Siegelsbach, Hüffenhardt und Obrigheim liegen.

ZuflüsseBearbeiten

Die größten Zuflüsse des Schwarzbachs sind:

Detailliertere Zuflussliste:

von der Quelle zur Mündung aufgereiht. Gewässerlängen meist nach LUBW-FG10 (Datensatzeinträge), Einzugsgebiet entsprechend nach LUBW-GEZG, Höhen nach dem Höhenlinienbild des Geodatenviewers. Abweichende Quellen für Angaben sind vermerkt.

Ursprung des Schwarzbachs etwa 1,0 km nordöstlich der Ortsmitte von Neunkirchen im Neurott neben der Straße zum Zwingenberger Hof auf etwa 330 m ü. NN.[4]

  • Worzenwiesengraben, von rechts in Neunkirchen, 0,85 km. Im Dorf verdolt.
  • Bach durch die Kalte Klinge, von rechts am Schwarzacher Forsthaus, 2,284 km und 2,618 km².
  • Neuwiesenbach, von rechts in Schwarzach-Unterschwarzach gegenüber der Sporthalle, 1,992 km und 1,633 km².
  • Grundgraben, von rechts wenig unterhalb in Unterschwarzach, 0,709 km und 0,633 km².
  • Asbach, von links an der Aglasterhausener Neumühle, 6,735 km und 20,739 km².
  • Forellenbach, von rechts an der Aglasterhausener Weilermühle, 9,104 km und 12,967 km².
  • Zellerwegbach, von links in Helmstadt am Sportplatz, 3,361 km und 4,581 km².
  • Angeltalgraben, von links in Helmstadt an der Brücke der Asbacher Straße, 0,983 km und 0,455 km².
  • Wollenbach, von links in Helmstadt an der Brücke der Rabanstraße, 10,16 km und 44,334 km².
  • Plotzbacher Klingengraben, von rechts am Ortsende von Helmstadt, 0,995 km und 0,562 km².
  • Wartschaftsbach, auch Viehtriebbach, von rechts in den Helmstadter Jägerswiesen, 4,567 km und 9,990 km².
  • Talgraben, von links im Neckarbischofsheimer Sponsloch, 1,527 km. Parallellaufender Auengraben.
  • Zeilgraben, von links zwischen der Bahnbrücke der Schwarzbachtalbahn und Waibstadt-Bernau, 0,686 km. Entgegenlaufender Auenrandgraben.
  • Storchenäckergraben, von links vor der Bahnbrücke der Krebsbachtalbahn und Bernau, 1,488 km und 1,096 km².
  • Wüstgrundgraben, von rechts am Bahnhof Neckarbischofsheim Nord, 1,539 km und 1,786 km².
  • Michelbach, von links fast gegenüber dem vorigen, 1,217 km. Entwässert den Bruch der flachen Mündungsebene des folgenden.
  • Krebsbach, von links am Beginn einer kleinen Weiherkette, 12,705 km und 34,917 km².
  • Suiegraben, von rechts gegen die Weiherkette, 1,247 km.
  • Gehrengraben, von rechts vor dem Ortsbeginn Waibstadts, 1,102 km.
  • Weiherwiesengraben, von links in Waibstadt vor der Brücke beim Bahnhof, 2,725 km und 6,854 km². Nimmt kurz vor der Mündung den 1,765 km langen Alten Krebsbach auf, einen linken Abzweig des Krebsbachs oben, der am linken Auenrand läuft.
  • Kreggraben, von rechts in Waibstadt nach der Straßenbrücke der Neidensteiner Straße (L 549), 4,451 km und 3,399 km².
  • Erbischgraben, von links an der Alten Mühle von Waibstadt, 1,566 km.
  • Eulsbachgraben, von links an derselben Stelle wie der vorige, 2,462 km und 2,646 km².
  • Abgang der Kleinen Bach, nach rechts in die Aue an der Markungsgrenze von Waibstadt zur Gemeinde Neidenstein.
  • Kautschafgraben, von links in den Schwarzbach selbst, 1,79 km.
  • Dammklinge, von links in den Schwarzbach selbst, 0,876 km.
  • Kalkgraben, von rechts in Neidenstein in die Kleine Bach, 1,503 km.
  • Flohnbach, von rechts in Neidenstein in die Kleine Bach, 2,503 km.
  • Abgang des Neubachs, nach links schon auf Eschelbronner Gemarkung kurz vor dem folgenden in die Aue.
  • Rücklauf der Kleinen Bach, von rechts unterm Wengertsberg, 2,671 km und 4,758 km² (einschließlich der erwähnten Zuflüsse).
  • Bruchklingengraben, von links am Ortsrand von Eschelbronn in den Neubach, 1,183 km.
  • Weihergrundgraben, von links nach Queren der Neubach-Trasse wenig nach der Elsenzbrücke in Eschelbronn in den Schwarzbach selbst, 2,664 km.
  • Epfenbach, von rechts nach dem Eschelbronner Bahnhof in den Schwarzbach selbst, 6,798 km und 15,323 km².
  • Steingmörtgraben, von rechts in den Schwarzbach selbst, 1,169 km.
  • Zufluss aus der Otterklinge, von rechts kurz nach Übertritt des Schwarzbachs auf Meckesheimer Gemarkung im Naturschutzgebiet vor dessen Mündung in den Schwarzbach selbst, 0,835 km. Ist zuvor auf einem Abschnitt Gemeindegrenze zwischen Eschelbronn und Meckesheim.
  • Rücklauf des Neubachs in den Schwarzbach, von links kurz nach dem vorigen, 3,694 km.
  • Kreidelgraben, von links wenige Schritte weiter, 0,881 km.

Mündung des Schwarzbachs am südlichen Ortsausgang von Meckesheim neben der Eschelsbronner Straße auf etwa 140 m ü. NN von rechts und Osten in die Elsenz.

AbflussBearbeiten

Am Pegel Eschelbronn, nach dem Zufluss des Epfenbachs und also bei wenigstens 192 der etwa 201 km² Gesamteinzugsgebiet[5], beträgt der mittlere Abfluss des Schwarzbachs 2,2 Kubikmeter pro Sekunde.

Menschliche EingriffeBearbeiten

Der Bachlauf ist heute stark durch menschliche Eingriffe geprägt. Um die Talauen landwirtschaftlich nutzen und zahlreiche Mühlen betreiben zu können, leitete man den Schwarzbach schon im Mittelalter um. Für den Bau der Odenwaldbahn 1860–1862 wurde der Bach im Eschelbronner Gewann Unteres Meckesheimer Wäldle begradigt.[6] In jüngerer Zeit dienten solche Maßnahmen auch der Erschließung von Neubaugebieten.

So läuft der Schwarzbach im Ortsbereich von Neunkirchen heute verdolt, und die Mündung des Krebsbachs in Waibstadt wurde sogar um zwei Kilometer östlich und talaufwärts zur Kläranlage in seinem Talmündungstrichter verlegt. Der dort abzweigende Alte Krebsbach, der am linken Auenrand des Schwarzbachtals eindreiviertel Kilometer talabwärts zieht, ist ein Überbleibsel der alten Trasse.

Der Gewässerbericht 2004 ordnete das Wasser des Schwarzbachs in die Güteklasse II (mäßig belastet) ein. Im Wasser wurden elf Fischarten gezählt, darunter das Bachneunauge und verschiedene Forellenarten.

Der Schwarzbach schwillt bei starken Regenfällen auf ein Vielfaches seiner normalen Wassermenge an. Der 10-jährliche Hochwasserabfluss erreicht am Pegel Eschelbronn 56 m³/s, also das 25-fache der mittleren Abflusses. Nach besonders starken Überschwemmungen 1993/94 wurde im Jahr 1997 der Zweckverband Hochwasserschutz Einzugsbereich Elsenz-Schwarzbach mit Sitz in Waibstadt gegründet, der einen Schutz gegen ein Hochwasser, wie es im Durchschnitt einmal in 100 Jahren eintritt, gewährleisten soll. Zu seinen Maßnahmen zählen neben Umbauten und Renaturierungen auch der Neubau zahlreicher Hochwasserrückhaltebecken, zwei davon am Lauf des Schwarzbachs selbst, in Aglasterhausen („Bockwiese“) und östlich von Waibstadt („Bernau“), vier Dutzend weitere an den Zuflüssen des Schwarzbachs.[7]

NaturschutzBearbeiten

Der Schwarzbach liegt auf ganzer Länge im Naturpark Neckartal-Odenwald. Drei Naturschutzgebiete schützen einzelne Abschnitte des Tals besonders:

  • Das Naturschutzgebiet Waibstädter Schwarzbachaue nimmt 37 Hektar zwischen der Kläranlage an der Mündung des Krebsbachs und Waibstadt ein. Es wurde 1984 eingerichtet, um die Bestandsentwicklung im Bereich nährstoffreicher Nachklärteiche des Klärwerks wissenschaftlich zu beobachten.
  • Das Naturschutzgebiet Kallenberg und Kaiserberg auf 42 Hektar am Nordrand des Tals zwischen Neidenstein und Eschelbronn ist seit 1989 wegen der großen Vielfalt seines Biotops geschützt, in dem ein weites Artenspektrum anzutreffen ist. Siehe auch Steinbruch Kallenberg.
  • Das Naturschutzgebiet Unteres Schwarzbachtal gibt es seit 1997. Es erstreckt sich als „bedeutsames und typisches Landschaftsbild“ über 40 Hektar von der Eisenbahnbrücke über den Schwarzbach unterhalb des Blosenbergs bis zu dessen Mündung in die Elsenz.[8]

TierweltBearbeiten

Um 2015 breitete sich der unter Artenschutz stehende Biber über die Elsenz kommend auch am Schwarzbach aus.[9][10]

VerkehrBearbeiten

Das Schwarzbachtal ist wichtig für den örtlichen und in Maßen für den regionalen Straßenverkehr. Über seinen unteren Teil und das mündende Krebsbachtal läuft mit der Landesstraße L 549 eine Nordwest-Südost-Verbindung zwischen dem Süden und Osten Heidelbergs und dem Norden Heilbronns, die aber gegenüber der bedeutenderen Verbindung durchs Elsenztal und über Sinsheim zurücksteht. Im Oberlauf zwischen Waibstadt und Aglasterhausen begleitet die B 292 das Tal, die Sinsheim und Mosbach verbindet.

Die Badischen Schwarzbachtalbahn, heute eine Stichbahn, durchzieht das Tal von Meckesheim bis hinauf nach Aglasterhausen. Sie ist Teil der früheren badischen Odenwaldbahn, die ab 1862 den Norden Badens erschloss und seit 1945/49 keine östliche Fortsetzung in Richtung Mosbach mehr hat. Die Krebsbachtalbahn zweigt von ihr in Neckarbischofsheim ab und erschließt das Krebsbachtal. Sie ist jedoch nach Einstellung des Personenverkehrs zum 1. August 2009 ohne regulären Verkehr.

 
Zeichnung des Schwarzbachs auf einer Postkarte von vor 1900

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Schwarzbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

QuellenBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Nach dem Höhenlinienbild des Geodatenviewers.
  2. Nach LUBW-FG10 (Datensatzeintrag).
  3. Summe der Teileinzugsgebiete nach LUBW-GEZG (Datensatzeinträge).
  4. Nach dem Polygonzug der LUBW-FG10. Auf Karten setzt sich der Lauf jenseits des Feldweges durch eine kleine Talung noch etwas 200–300 m bergwärts nach Nordnordosten fort bis auf etwa 339 m ü. NN, durch einen auf Luftphotos gut erkennbaren, breiten Grünstreifen neben Feldern.
  5. Nach LUBW-GEZG liegen unterhalb des Zulaufs nur 8,69 km² des Gesamteinzugsgebiet.
  6. Helmut Schifferdecker: Versorgungs- und Entsorgungseinrichtungen in 1200 Jahre Eschelbronn, 789–1989, Seite 327 ff.
  7. Darstellung der Ziele auf der Website des Zweckverbandes Hochwasserschutz Einzugsbereich Elsenz-Schwarzbach (Memento des Originals vom 18. Juli 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/sslsites.de
  8. Geoportal Baden-Württemberg (Hinweise), Kartenlayer LUBW Naturschutzgebiet.
  9. Der Biber ist immer öfter an der Elsenz unterwegs. (rnz.de [abgerufen am 5. Februar 2017]).
  10. Der Biber nagt sich jetzt den Schwarzbach hoch. (rnz.de [abgerufen am 5. Februar 2017]).