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Neunkirchen (Baden)

Gemeinde in Deutschland, Baden-Württemberg
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Neunkirchen
Neunkirchen (Baden)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Neunkirchen hervorgehoben
Koordinaten: 49° 23′ N, 9° 0′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Neckar-Odenwald-Kreis
Höhe: 316 m ü. NHN
Fläche: 15,95 km2
Einwohner: 1830 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 115 Einwohner je km2
Postleitzahl: 74867
Vorwahl: 06262
Kfz-Kennzeichen: MOS, BCH
Gemeindeschlüssel: 08 2 25 068
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktplatz 1
74867 Neunkirchen
Website: www.neunkirchen-baden.de
Bürgermeister: Bernhard Knörzer
Lage der Gemeinde Neunkirchen im Neckar-Odenwald-Kreis
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Über dieses Bild

Neunkirchen ist eine zum Neckar-Odenwald-Kreis gehörende Gemeinde in Baden-Württemberg, Deutschland. Sie gehört zur europäischen Metropolregion Rhein-Neckar (bis 20. Mai 2003 Region Unterer Neckar und bis 31. Dezember 2005 Region Rhein-Neckar-Odenwald).

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Die Gemeinde Neunkirchen liegt am südwestlichen Rand des Neckar-Odenwald-Kreises im Landschaftsraum des „Kleinen Odenwalds“ an das Neckartal angrenzend zwischen 130 und 430 Meter Höhe. Das Gemeindegebiet liegt im Naturpark Neckartal-Odenwald. Unweit nördlich des Ortes entspringt der Schwarzbach.

Neunkirchen ist etwa 16 km von der großen Kreisstadt Mosbach, ungefähr 20 km von der großen Kreisstadt Sinsheim und 35 km von Heidelberg entfernt.

GemeindegliederungBearbeiten

Zur Gemeinde Neunkirchen gehört die ehemalige Gemeinde Neckarkatzenbach. Zu Neunkirchen in den Grenzen von 1971 (1662 Einwohner) gehört der Weiler Leidenharterhof.[2]

GeschichteBearbeiten

Die Dörfer Neunkirchen und Neckarkatzenbach entstanden als Rodungssiedlungen des Bistums Worms ab dem 11. Jahrhundert. Während Neckarkatzenbach bereits 1080 erstmals urkundlich erwähnt wird, lässt sich Neunkirchen erst mit der Erwähnung seiner Kirche 1298 historisch greifen. Im 13. Jahrhundert gehörten beide Ortschaften und die benachbarten Burgen zum Reichsbesitz um Wimpfen.

Nach dem Ende der staufischen Reichsherrschaft gelangten die Burgen und Orte in den Machtbereich der örtlichen Dienstmannen, bis sie 1349 schließlich durch Kauf in den Besitz der Kurpfalz gelangten. Die Ortsherrschaft über Neckarkatzenbach lag alleinig bei den jeweiligen Burgherren der Minneburg, in Neunkirchen hatten auch die Herren auf der Wasserburg Schwarzach und der Zwingenburg Besitz. Der Anteil der Minneburger und der Zwingenberger war Allodialbesitz, der Schwarzacher Anteil stand unter der Oberlehensherrschaft des Bistums Worms. Mit dem mehrfachen Besitzwechsel der Burgen wechselte jeweils auch der zugehörige Anteil von Neunkirchen den Besitzer. Die jeweiligen Burgherren der Minneburg hatten den größten Anteil am Dorf, wohl auch insbesondere die Ortsmitte mit der Kirche, dem erstmals 1538 erwähnten Rathaus sowie dem 1566 belegten Pfarrhaus.

Mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 und der Auflösung der Kurpfalz wurden Neckarkatzenbach und Neunkirchen dem Großherzogtum Baden zugeschlagen.

 
Einwohnerentwicklung von Neunkirchen (Baden)

1939 wurden in Neunkirchen 907 und in Neckarkatzenbach 169 Einwohner gezählt, Ende 1945 waren es in Neunkirchen 1079 und in Neckarkatzenbach 192.[3] Am 1. April 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Neckarkatzenbach im Zuge der Gebietsreform in Baden-Württemberg zum Ortsteil der Gemeinde Neunkirchen.[4]

ReligionenBearbeiten

Etwa 54 % der Einwohner gehören der evangelischen Konfession an, rund 41 % sind römisch-katholisch. Beide Konfessionen unterhalten jeweils eine Kirchengemeinde im Ort.

PolitikBearbeiten

VerwaltungsverbandBearbeiten

Zusammen mit Aglasterhausen und Schwarzach ist Neunkirchen Mitglied des Gemeindeverwaltungsverband „Kleiner Odenwald“ mit Sitz in Aglasterhausen.

GemeinderatBearbeiten

 
Rathaus in Neunkirchen

Der Gemeinderat setzt sich seit der letzten Kommunalwahl 2009 wie folgt zusammen:[5]

Partei Stimmen +/- Sitze +/-
CDU 39,0 % (+2,9) 4 (±0)
SPD 30,6 % (−1,8) 3 (−1)
FWV 30,4 % (−1,1) 3 (±0)

Die Wahlbeteiligung lag bei 62,5 % und war damit um 2,2 Prozentpunkte geringer als bei der Kommunalwahl 2004. Dem Gemeinderat gehören neun Männer und eine Frau an.

Die Kommunalwahl 2014 ergab diese Sitzverteilung: [6]

  • CDU: 4 Sitze
  • FWV: 4 Sitze
  • SPD: 3 Sitze

BürgermeisterBearbeiten

Wolfgang Schirk wurde am 14. September 2008 in einer Wahl ohne Gegenkandidat als Bürgermeister bestätigt.

Am 11. September 2016 wurde Berhard Knörzer zum neuen Bürgermeister gewählt.[7]

WappenBearbeiten

In Silber (Weiß) auf grünem Schildfuß eine rote Kirche mit rechtsstehendem Turm, auf dem Dach des Turmes und dem First des Schiffes je ein rotes Kreuz.

Das „redende“ Wappen symbolisiert durch die Kirche den Ortsnamen.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Bauwerke und DenkmälerBearbeiten

 
Katholische Kirche in Neunkirchen
 
Rathausbrunnen in Neunkirchen
 
Ortsmitte von Neckarkatzenbach mit Kriegerdenkmal und Dorfbrunnen

In Neunkirchen befinden sich eine katholische Kirche und eine evangelische Kirche. Neben der katholischen Kirche findet sich ein Gedenkstein von 1929 für Auguste Pattberg. Das katholische Schulhaus wurde 1842 errichtet und beherbergt heute das Heimatmuseum. Das Rathaus des Ortes wurde 1906 errichtet, in seinen Treppenaufgang ist der Ortsbrunnen gearbeitet. Im Ort sind mehrere historische Fachwerkgebäude und Gasthöfe erhalten. Außerhalb von Neunkirchen befinden sich die Burgruinen Minneburg und Stolzeneck.

In Neckarkatzenbach gibt es ebenfalls eine katholische und eine evangelische Kirche, beide jeweils auf Anhöhen oberhalb des Ortes gelegen. Die erste Kirche wurde als Wallfahrtskirche geplant. Mit dem Bau des Chores wurde 1511 begonnen. Die Mittel zum Weiterbau sollten durch die Wallfahrt erwirtschaftet werden. Wegen der Einführung der Reformation in der Kurpfalz kam die Wallfahrt nie zustande und die Kirche wurde nicht weitergebaut. Heute ist dies die evangelische Kirche. Die katholische Kirche stammt aus dem Jahr 1749. Das Rat- und Schulhaus wurde 1843 errichtet. In der Ortsmitte befinden sich ein Dorfbrunnen aus dem Jahr 1598 und ein Kriegerdenkmal. Bei örtlichen Bauarbeiten wurde 1998 ein mittelalterliches Sühnekreuz gefunden, das an der Dorfstraße aufgestellt wurde.

MuseenBearbeiten

Das Heimatmuseum Neunkirchen im 1842 erbauten ehemaligen katholischen Schulhaus zeigt auf sechs Ebenen heimatgeschichtliche Exponate mit Schwerpunkt auf dem Einfluss der Industrialisierung auf die Landwirtschaft in Baden.

Neikercher KerweBearbeiten

Seit 1989 findet jährlich in der ersten Septemberwoche die Dorfkirchweih Neikercher Kerwe statt.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Durch Neunkirchen und Neckarkatzenbach verläuft die L 633. Im Nordosten im Neckartal führt die B 37 vorbei, im Süden die B 292.

Neunkirchen gehört zum Verkehrsverbund Rhein-Neckar. In die umliegenden Orte führen Buslinien.

BildungBearbeiten

Neunkirchen verfügt über eine eigene Grundschule. Außerdem gibt es je einen evangelischen und römisch-katholischen Kindergarten.

Ansässige UnternehmenBearbeiten

Zum 1. Februar 2018 ist die Glockengießerei Bachert von Karlsruhe nach Neunkirchen übergesiedelt.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Manfred Biedert: 700 Jahre Neunkirchen, Neckar-Odenwald-Kreis. Neunkirchen 1998, ISBN 3-929295-43-1.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2017 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 260–261
  3. Mitteilungen des Württ. und Bad. Statistischen Landesamtes Nr. 2: Ergebnisse der Einwohnerzählung am 31. Dezember 1945 in Nordbaden
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 477.
  5. Wahlergebnis beim Statistischen Landesamt@1@2Vorlage:Toter Link/www.statistik-bw.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  6. http://www.neunkirchen-baden.de/gemeinderat.html
  7. http://www.neunkirchen-baden.de/wahlen.html

WeblinksBearbeiten

  Commons: Neunkirchen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien