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Schönhagen (Trebbin)

Ortsteil der Stadt Trebbin

Schönhagen ist ein Ortsteil der Stadt Trebbin (Landkreis Teltow-Fläming, Brandenburg).

Schönhagen (Trebbin)
Stadt Trebbin
Koordinaten: 52° 12′ 43″ N, 13° 8′ 49″ O
Eingemeindung: 26. Oktober 2003
Postleitzahl: 14959
Vorwahl: 033731
Villa Schönblick
Villa Schönblick

Inhaltsverzeichnis

Geographische LageBearbeiten

 
Dorfstraße in Schönhagen

Schönhagen liegt im westlichen Teil des Gebiets der Stadt Trebbin. Der Ort grenzt im Norden an Glau, im Westen an den Ortsteil Stangenhagen (beide ebenfalls ein Ortsteil der Stadt Trebbin), im Süden an Ahrensdorf der Gemeinde Nuthe-Urstromtal sowie im Osten an den Trebbiner Ortsteil Löwendorf. Nordwestlich des Ortes liegt der Blankensee.

GeschichteBearbeiten

12. bis 18. JahrhundertBearbeiten

Im 12. Jahrhundert muss es in der Gemeinde eine Burg mit einer umgebenden Stadt gegeben haben, denn: Urkunden zufolge verließ 1300 ein Heidenreich von Trebbin ebendiese Besitztümer, um im benachbarten Blankensee eine neue Burg zu errichten. 1340 wurde das Gebiet durch eine amtliche Belehnung eine Enklave im Kurfürstentum Sachsen. 1372 erschien es erstmals in einer Urkunde als Schönhagen. 1388 übernahm die Familie derer von Thymen das Dorf sowie das Schloss und einige angrenzende Gutshöfe, unter anderem im benachbarten Stangenhagen. Sie führten es über mehrere Jahrhunderte in ihrem Besitz. Dabei kam es im Jahr 1615 zu Zerstörungen durch Feuer; im Dreißigjährigen Krieg zu einer erheblichen Verwüstung und Zerstörung. Die Gutshöfe sowie das Schloss blieben verschont, jedoch fiel Schönhagen wüst. Die Familie von Thymen begann jedoch nach dem Ende der Kampfhandlungen mit dem Wiederaufbau im so genannten Thymischen Winkel und konnte den Grundbesitz ihres Rittergutes bis 1745 auf 505 Hektar vergrößern. Dazu kamen 2.500 Hektar Ackerland, 500 Hektar Seen und Flussläufe sowie 10 Hektar Waldfläche. 1815 fiel das Gebiet nach dem Wiener Kongress an Preußen. 1832 lebten dort 136 Einwohner, vornehmlich Bauern, Kötter und Gutsarbeiter. Am 5. Mai 1849 kam es zu einem Großbrand, bei dem weite Teile der Wohngebäude und Scheunen zerstört wurden. 1853 pachtete Steinäcker die Rittergüter von Schönhagen und Ahrensdorf. Die Geschäftsbeziehungen standen jedoch unter keinem guten Stern: Nur drei Jahre später hebt die Gemeinde nach etlichen Rechtsstreitigkeiten die Verträge mit dem ehemaligen Hauptmann wieder auf. Am 28. Oktober 1864 kam es erneut zu einem Feuer, bei dem eine Ziegelei, drei Wohnhäuser und Viehställe zum Opfer der Flammen wurden.

19. bis 21. JahrhundertBearbeiten

1895 errichteten Baumeister am Ritterberg ein neues Schloss, dessen Besitzer jedoch mehrfach wechseln. Andere Quellen geben an, dass das Bauwerk 1902 unmittelbar für den Verleger Rudolf Mosse errichtet wurde[1], bis die Nationalsozialisten ihn enteignen. 1900 baute der Flugpionier Hans Grade an der Chaussee nach Blankensee eine Flugzeugbaracke und nutzt das Gelände für erste Testflüge. Er legte damit den Grundstein für den späteren Flugplatz. Im gleichen Jahr musste die Familie von Thymen den Besitz aus finanziellen Gründen verkaufen. Im Ersten Weltkrieg fielen auch Bewohner aus Schönhagen den Kampfhandlungen zum Opfer. Für sie errichtete die Gemeinde ein Kriegsdenkmal in der Ortsmitte. 1921 erhielt die 180 Einwohner Anschluss an das elektrische Stromnetz. Im Zuge des Zweiten Weltkrieges baute die Luftwaffe der Wehrmacht einen Fliegerhorst zunächst als Notlandeplatz, von 1937 bis 1945 als Schule des Nationalsozialistischen Fliegerkorps aus. Im gleichen Zeitraum wurde das Schloss und Gutsgebäude am Lankenberg zu einer Munitionsfabrik ausgebaut. Nach dem Ende des Krieges nutzte die Gemeinde das Anwesen zur Ausbildung von Gärtnern; ab 1978 zur Unterbringung von Familien. Die DDR-Zeiten gründete sich 1952 die erste LPG, während der Flugplatz von der Fliegerschule „Ernst Schneller“ genutzt wurde, um in der Gesellschaft für Sport und Technik die Grundausbildung von Piloten für die NVA übernahm. Das Schloss am Ritterberg wurde nach Kriegsende zunächst als Kindergarten, später als Weiterbildungsstätte für Pädagogen genutzt. Nach der Wende eröffnete auf dem Flugplatz ein Flugsportzentrum für Segel- und Motorflugzeuge, der 1991 in den Status eines Verkehrslandeplatzes erhoben wurde. Von 1993 bis 1994 erhielt Schönhagen einen Anschluss an eine zentrale Trinkwasserversorgung. 1996 gestalteten die Bewohner den Dorfplatz neu, legten einen Gehweg an und modernisierten die Straßenbeleuchtung.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Hauptgebäude des Flugplatzes Schönhagen
  • An der Dorfstraße befinden sich das Landhaus Villa Schönblick und der Villengarten Villa Schönblick, die beide unter Denkmalschutz stehen.
  • Auf einem Platz nordwestlich der Kreuzung der B 246 und der Blankenseer Allee erinnert ein Denkmal an die Gefallenen des Ersten Weltkrieges. Wenige Meter nördlich befindet sich das Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Durch Schönhagen führt in West-Ost-Richtung die Bundesstraße 246. Darüber hinaus gibt es eine Verbindungsstraße in den Trebbiner Ortsteil Blankensee, in Richtung Süden nach Ahrensdorf (Nuthe-Urstromtal).

Flugplatz SchönhagenBearbeiten

Der größte Arbeitgeber ist der Flugplatz Schönhagen, an dessen Standort mehrere Flugzeugwerften, Flugschulen und Instandhaltungsunternehmen tätig sind.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Schönhagen (Trebbin) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. SchlossGut Schönhagen, abgerufen am 16. Mai 2016.