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Saarbrücker Zeitung Verlag und Druckerei
Rechtsform GmbH
Sitz Saarbrücken
Mitarbeiterzahl 2700
Branche Medien

Der Saarbrücker Zeitung Verlag und Druckerei GmbH (im alltäglichen Sprachgebrauch „Saarbrücker Zeitungsverlag“ oder „Saarbrücker Zeitungsgruppe“) ist ein Verlagskonzern mit Sitz in Saarbrücken. Er ist hervorgegangen aus der namensgebenden Saarbrücker Zeitung und verlegt direkt sowie in Tochtergesellschaften zahlreiche Publikationen. Das Unternehmen erwirtschaftet mit 2.700 Mitarbeitern einen Umsatz von 330 Millionen Euro. Der Gewinn liegt nach eigenen Angaben im zweistelligen Millionenbereich.

Mehrheitseigentümer des Unternehmens ist mit einem Anteil von 56 Prozent die Rheinische Post Mediengruppe, die mit Johannes Werle auch den Vorsitzenden des Aufsichtsrats stellt.[1] Minderheitsgesellschafter sind mit 28 Prozent die Gesellschaft für Staatsbürgerliche Bildung Saar mbh (GSB) und mit 16 Prozent die Beteiligungsgesellschaft der Mitarbeiter der Saarbrücker Zeitung.[2]

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

 
Skulptur eines Zeitungslesers im Innenhof

Die Saarbrücker Zeitung hat durch die wechselhafte Geschichte des Saarlands bis ins Jahr 1761 zurückreichend eine große Zahl Vorgängerinnen unterschiedlicher Namen. Nach der Gleichschaltung in der Zeit des Nationalsozialismus gelangte die Zeitung nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in das Eigentum der Besatzungsmacht Frankreich. Nach dem Beitritt des Saarlands zur Bundesrepublik Deutschland in der Folge der Volksabstimmung vom 23. Oktober 1955 kaufte das neu geschaffene Bundesland 1956 für 1,3 Millionen Mark alle Anteile der Presseverlag Saarbrücker Zeitung GmbH.[3]

Am 5. November 1969 beschloss der Saarländische Landtag die Privatisierung der Saarbrücker Zeitung. Dazu wurde als privatwirtschaftliches Trägerunternehmen die Saarbrücker Zeitung Verlag und Druckerei GmbH gegründet. 49 Prozent der Eigentumsanteile wurden an den Verleger Georg von Holtzbrinck verkauft und 26 Prozent unentgeltlich an die Gemeinnützige Förderergesellschaft Saarbrücker Zeitung übertragen. Die Förderergesellschaft ging im Jahr 2000 in die Gesellschaft für staatsbürgerliche Bildung Saar mbH (GSB) über, deren Anteilseigner die den Parteien CDU, SPD und FDP nahestehenden Stiftungen Union Stiftung, Stiftung Demokratie Saar und Liberale Stiftung Villa Lessing sind.[4]

Bei der Privatisierung der vormaligen SED-Zeitungen verkaufte die Treuhandanstalt im April 1990 die Lausitzer Rundschau an den Saarbrücker Zeitungsverlag, der zu ihrem Betrieb das hundertprozentige Tochterunternehmen Lausitzer Rundschau Verlag und Druckerei GmbH gründete.

Im Mai 2012 gab die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck ihr Regionalzeitungsgeschäft auf und verkaufte ihren Anteil von 52,33 Prozent am Saarbrücker Zeitungsverlag an die GSB.[5] Die GSB wollte dabei nur vorübergehend als Mehrheitsgesellschafter fungieren. Sie bekundete sie suche einen neuen Gesellschafter, der den Willen mitbringe, „die regionalspezifischen Ausprägungen der einzelnen Zeitungstitel zu erhalten und weiterzuentwickeln“.[6] Bereits zum 1. Januar 2013 verkaufte die GSB 56 Prozent des Unternehmens an die Rheinische Post Mediengruppe weiter, die die unternehmerische Leitung übernahm und die Tageszeitungen der Gruppe in ihren Konzern eingliederte. 28 Prozent des Saarbrücker Verlags blieben weiterhin im Eigentum der GSB, 16 Prozent gehören einer Beteiligungsgesellschaft der Mitarbeiter.[7]

2018 verkaufte der Saarbrücker Zeitungsverlag die Lausitzer Rundschau an die Herausgeberin der benachbarten Märkischen Oderzeitung, die Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG. Diese wiederum ist Teil des Medienkonzerns Neue Pressegesellschaft mit Sitz in Ulm, dem zahlreiche Regionalzeitungen in Süd- und Ostdeutschland gehören.[8]

Tochtergesellschaften und BeteiligungenBearbeiten

Saarbrücker ZeitungsgruppeBearbeiten

Berliner Medienservice GmbH (BMS)Bearbeiten

Mit der „Berliner Medienservice GmbH“ (BMS) verfügt die Zeitungsgruppe Saarbrücker Zeitung über ein Berliner Korrespondentenbüro, das neben den Zeitungen der Saarbrücker Zeitungsgruppe mehrere andere Regionalzeitungen mit Artikeln der drei Hauptstadt-Korrespondenten versorgt und einen „News-Pool“, dessen Redaktion in Saarbrücken sitzt. Die Website der BMS zählt als ihre Kunden auf die Aachener Nachrichten, die Pirmasenser Zeitung, das Offenburger Tageblatt, die Ludwigsburger Kreiszeitung, die Nordsee Zeitung, die Pforzheimer Zeitung, die Wetzlarer Neue Zeitung, das Tageblatt in Luxemburg, die Westdeutsche Zeitung mit ihren Kopfblättern Solinger Tageblatt und Remscheider General-Anzeiger, die Hessische/Niedersächsische Allgemeine (Zeitungsgruppe Ippen) und den Hanauer Anzeiger.[11]

Mit Rheinischer Post als PartnerBearbeiten

ProServ – Medien Service Gesellschaft mbHBearbeiten

Die „Saarbrücker Zeitung Verlag und Druckerei“, sowie die Verlage des Trierischen Volksfreund und der Lausitzer Rundschau halten jeweils (abgerundet) 16,6 Prozent der Anteile an der Proserv Medien-Service Gesellschaft mbH, die Rheinische Post Mediengruppe die andern 50 Prozent, die sie Anfang 2013 von der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck übernommen hatte.[12]

Die ProServ wiederum ist zusammen mit der Funke Mediengruppe und der Verlagsgruppe Ippen an dem Online-Anzeigennetzwerk markt.gruppe beteiligt, die Portale wie immowelt.de, stellenanzeigen.de (Arbeitsmarkt/ Stellenportal), motoso.de (Kfz) und markt.de (Kleinanzeigen) betreibt.[12]

circ ITBearbeiten

Die circ.it ist ein IT-Dienstleister für Verlage, der 2007 als Gemeinschaftsunternehmen von Rheinische Post Mediengruppe und der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck gegründet wurde.[13]

Saarbrücker VerlagsService GmbHBearbeiten

Die Saarbrücker VerlagsService GmbH, eine Tochtergesellschaft des Verlages, gab vom 31. März 2005 bis zum 28. Februar 2009 20cent saar heraus.[14] Dieses Regionalblatt im Tabloid-Format, das sich vor allem an junge Leser richtete, kooperierte mit der Zeitung 20cent in Cottbus, die wiederum zur Lausitzer Rundschau, einer Tochter der SZ gehörte. Auch dieser Titel erschien ab März 2009 nicht mehr.[14]

  • Lifestyle Saarland
  • Lifestyle Trier
  • Saar Amateur
  • Familien Magazin
  • www.sol.de
  • www.meinsol.de
  • www.saaramateur.de

MultimediaBearbeiten

Der Verlag hat sich mit seinen verschiedenen Tochtergesellschaften zu einem multimedialen Unternehmen entwickelt: Zum Produktportfolio des Hauses Saarbrücker Zeitung gehören außerdem das Internet-Portal SOL.DE und der Radiosender bigFM Saarland. Bis Ende Februar 2009 erschien das Lifestylemagazin POTATO,[15] dessen Nachfolger im Juni 2009 das kostenlos verteilte Trend- und Szenemagazin Lifestyle wurde.[16] Im Jahr 2015 erwarb der Verlag die Titelrechte an der „SaarZeitung“ und wandelte das im Raum Saarlouis erscheinende Blatt in eine Vereinszeitung um, die seit 2016 saarlandweit publiziert wird. Im September 2016 startete der Verlag mit „allesprofis.de“ einen Mix aus Branchenportal und Fachartikeln. Das Portal ist in den Regionen Saarland, Trier/Eifel und Lausitz aktiv und soll das Thema Online-Branchenbuch für den Verlag neu beleben.

  • Skyline Medien Saarland GmbH mit 30 Prozent
    • bigFM Saarland's neuester Beat

Telefonbücher und mehrBearbeiten

Außerhalb des Zeitungsbereichs gibt das Unternehmen auch Telefonbücher unter dem Namen Blauer Band heraus und ist mit der Marke saarriva als Briefzusteller tätig. International agiert die Saarbrücker Zeitung Verlag und Druckerei GmbH mittels der zugehörigen Amplexor-Gruppe in den Branchen Übersetzungsdienstleistungen und Dokumentenmanagement.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Johannes Werle führt künftig den SZ-Aufsichtsrat. In: www.saarbruecker-zeitung.de. 4. Mai 2018. Abgerufen am 13. August 2018.
  2. SZ Gruppe bekommt neuen Gesellschafter. In: Saarbrücker Zeitung, 8./9. September 2012, S. A7 (Wirtschaft)
  3. Der Bischof bietet mit: In Saarbrücken steht eine Zeitung zum Verkauf. In: Die Zeit. 14. Februar 1969, abgerufen am 13. März 2019.
  4. Gesellschaft für staatsbürgerliche Bildung Saar mbH, Kleine Anfrage der Linksfraktion im Saarländischen Landtag. In: Website von Die Linke. Fraktion im Landtag des Saarlandes. 17. März 2014, abgerufen am 13. März 2019.
  5. Holtzbrinck verkauft Saarbrücker Zeitung. In: Meedia.de. 30. Mai 2012, abgerufen am 13. März 2019.
  6. GSB darf übernehmen: Kartellamt erlaubt Verkauf der „Saarbrücker Zeitung“. In: Kress News. 2. Juli 2012, abgerufen am 13. März 2019.
  7. „Rheinische Post“ kauft „Saarbrücker Zeitung“. In: Handelsblatt. 30. September 2012, abgerufen am 13. März 2019.
  8. „Lausitzer Rundschau“ steht vor Besitzerwechsel. In: Horizont Online. 13. März 2018, abgerufen am 13. März 2019.
  9. Mediendatenbank – Saarbrücker Zeitung Verlag und Druckerei GmbH. In: kek-online.de. 2016. Abgerufen am 19. März 2016.
  10. Unsere Geschichte und Meilensteine – AMPLEXOR
  11. BMS (Berliner Medienservice) Wir über uns. In: berliner-medien-service.de. 2016 [last update]. Archiviert vom Original am 24. März 2016.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.berliner-medien-service.de Abgerufen am 18. März 2016.
  12. a b Rheinische Post Mediengruppe übernimmt Anteile an der ProServ-Medien Service GmbH. In: Pressemitteilung der Rheinische Post Mediengruppe. 6. Februar 2013, abgerufen am 12. März 2019. (Memento im Internet Archive vom 9. August 2016)
  13. IT: Circ.IT. In: rheinischepostmediengruppe.de. 2016 [last update]. Abgerufen am 23. März 2016.
  14. a b 20cent wird eingestellt. In: kress Mediendienst, 12. Februar 2009
  15. Meldung (Memento des Originals vom 18. Februar 2011 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.saarland-lexikon.de auf saarland-lexikon.de, abgerufen am 13. Juli 2010.
  16. Selbstdarstellung auf der Internetpräsenz der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, abgerufen am 13. Juli 2010.