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SM U 111
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Deutsches ReichDeutsches Reich (Reichskriegsflagge)
USS U-111
Vereinigte Staaten (Marine-Gösch)
U 111 at sea 1919.jpg
Die frühere SM U 111 im Dienst der US Marine, 1919
Baudaten
U-Boot-Typ: Zweihüllen-Hochsee-Boot
Amtsentwurf aus MS-Typ
Kriegsauftrag K
Serie: U 111 – U 114
Bauwerft: Germaniawerft, Kiel
Baunummer: 280
Bauauftrag: 5. Mai 1916
Stapellauf: 5. September 1917
Indienststellung: 30. Dezember 1917
Technische Daten
Verdrängung: 798 Tonnen (über Wasser)
996 Tonnen (unter Wasser)
Länge: 71,55 m
Breite: 6,30 m
Tiefgang: 3,76 m
Druckkörper ø: 4,15 m
max. Tauchtiefe: 50 m
Tauchzeit: 45–66 s
Antrieb: Dieselmotoren 2300 PS
E-Maschinen 1200 PS
Geschwindigkeit: 16,4 Knoten (über Wasser)
8,4 Knoten (unter Wasser)
Bewaffnung: 4 × 50 cm-Bugtorpedorohr
2 × 50 cm-Hecktorpedorohr
(12–16 Torpedos)
1 × 10,5-cm-Deckgeschütz
1 × 8,8-cm-Deckgeschütz
Einsatzdaten
Kommandanten:
  • Hans Beyersdorff
  • Freeland A. Daubin
Besatzung (Sollstärke): 4 Offiziere
32 Mannschaften
Einsätze: 4
Erfolge: 3 versenkte Handelsschiffe
Verbleib: am 20. November 1918 an die Siegermächte ausgeliefert; 1919–1921 als USS U-111 Teil der US Navy; 1921 bei Sprengung vor Virginia gesunken

SM U 111 war ein diesel-elektrisches U-Boot der deutschen Kaiserlichen Marine, das im Ersten Weltkrieg zum Einsatz kam. Nach dem Krieg wurde das Boot unter dem Namen USS U-111 von der US Marine in Ausstellungen und Versuchen eingesetzt.

Inhaltsverzeichnis

BauBearbeiten

U 111 wurde am 5. Mai 1916 in Auftrag gegeben. Die Herstellung des Bootskörpers übernahm die Bremer Vulkanwerft in Vegesack. Die Fertigstellung erfolgte bei der Germaniawerft in Kiel, wo das Boot am 5. September 1917 vom Stapel lief.

EinsätzeBearbeiten

U 111 wurde am 30. Dezember 1917 in Dienst gestellt. Nach der Testfahrt am 17. März 1918 wurde es der IV. U-Flottille in Emden und Borkum zugeordnet.[1] Erster und einziger deutscher Kommandant war Kapitänleutnant Hans Beyersdorff (30. Dezember 1917 bis 11. November 1918). U 111 war das einzige U-Boot, das einen Geistlichen an Bord hatte (Wilhelm Meinhold, Marinepfarrer).

U 111 führte während des Ersten Weltkriegs vier Unternehmungen um die britischen Inseln durch.[2] Dabei wurden drei Handelsschiffe – ein britisches, ein dänisches und ein norwegisches – mit einer Gesamttonnage von 3.011 BRT versenkt.[3][4]

Das größte von U 111 versenkte Schiff war das britische Frachtschiff Boscastle (2.346 BRT). Das Schiff wurde am 7. April 1918 auf seiner Fahrt von Barry nach Scapa Flow etwa 14 Seemeilen nordnordwestlich von Strumble Head im St.-Georgs-Kanal torpediert.[5] Dabei verloren 18 Personen ihr Leben.[6]

VerbleibBearbeiten

Am 20. November 1918 wurde U 111 durch die Siegermächte zunächst nach Harwich überführt, um später an die Vereinigten Staaten ausgeliefert zu werden. Ab März 1919 stand das Boot im Dienst der US Marine. Das Kommando erhielt Lt. Comdr. Freeland A. Daubin. Im April 1919 überquerte U-111 den Nordatlantik und traf rechtzeitig zu einer Werbeveranstaltung in New York ein. In den folgenden Monaten wurde es für Ausstellungen an der Küste Neuenglands genutzt. Später kam es in militärischen Versuchen zum Einsatz. Im Juli 1921 sank es bei einer Sprengung vor Cape Charles (Virginia).[7][8]

 
U-111 im Hafen von New York City, April 1919

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Karl Müller, Erlangen, 1993, S. 139.
  2. Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Karl Müller, Erlangen, 1993, S. 124.
  3. Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Karl Müller, Erlangen, 1993, S. 69.
  4. www.uboat.net: WWI U-boat Successes – Ships hit by U 111 (engl.)
  5. www.wrecksite.eu: D/S Boscastle
  6. www.uboat.net: Ships hit during WWI – Boscastle (engl.)
  7. Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Karl Müller, Erlangen, 1993, S. 91.
  8. Deutsches U-Boot-Museum: Verteilung der U-Boot der Kaiserlichen Marine (u. a. SM U 111) (Memento des Originals vom 10. März 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.dubm.de

LiteraturBearbeiten

  • Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Karl Müller, Erlangen, 1993, ISBN 3-86070-036-7.

WeblinksBearbeiten