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SLM He 2/2 sind elektrische Lokomotiven mit Zahnradantrieb, die von der Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik (SLM) gebaut und mit Drehstrom- oder Gleichstrom-Ausrüstungen verschiedener Hersteller wie Alioth, BBC, CIE, MFO und Rieter versehen wurden. He 2/2 wurden von 1898 bis 1957 in den Spurweiten 800, 1000 und 1435 mm hergestellt. Sie weisen keinen Adhäsionsantrieb auf, können sich also nur in einem mit Zahnstange versehenen Gleis fortbewegen.

Hergestellte LokomotivenBearbeiten

Übersicht
Fabr.-Nr. Baujahr Elektrik Stromart Gesellschaft erste
Betriebsnummer
Spurweite Zahnradsystem Bemerkung
1065 – 1067 1898 BBC Drehstrom GGB 1 – 3 1000 mm Abt Nr. 2 Denkmal in Stalden
1079 1897 BBC Drehstrom JB 1 1000 mm Strub heute im Verkehrshaus der Schweiz
1182 1898 BBC Drehstrom JB 2 1000 mm Strub
1195 – 1196 1899 CIE Gleichstrom BVB 1 – 2 1000 mm Abt Nr. 2 seit 2011 bei Museumsbahn Blonay–Chamby
1207 – 1208 1900 MFO Drehstrom JB 3 - 4 1000 mm Strub
1288 – 1290 1900 CIE Gleichstrom AL 1 – 3 1000 mm Abt
1407 1902 MFO Drehstrom JB 5 1000 mm Strub
1437 1902 BBC Drehstrom GGB 4 1000 mm Abt
1516 1903 CIE Gleichstrom BVB 3 1000 mm Abt
1533 1903 BBC Drehstrom JB 6 1000 mm Strub jetzt im Zahnradbahnmuseum Kořenov
1612 – 1614 1905 Rieter Drehstrom BrMB 1 – 3 1000 mm Strub
1714 1906 CIE Gleichstrom BVB 4 1000 mm Abt
1896 1908 MFO Drehstrom JB 7 1000 mm Strub
1948, 1953 – 1955 1908 Alioth Gleichstrom WAB 51 – 54 800 mm Riggenbach-Pauli
2008 1909 CIE Gleichstrom AL 4 1000 mm Abt
2086 – 2089 1910 Alioth Gleichstrom WAB 55 – 58 800 mm Riggenbach-Pauli Verkauft an BOB für SPB
2169 – 2170 1911 Alioth Gleichstrom WAB 59 – 60 800 mm Riggenbach-Pauli Verkauft an BOB für SPB
2186 1911 MFO Gleichstrom BVB 11 1000 mm Abt
2147 – 2148, 2321 1911 MFO Gleichstrom CEV 1 – 3 1000 mm Strub ursprünglich HGe 2/2, 1950/51 umgebaut
2227 – 2229 1912 BBC Drehstrom JB 8 – 10 1000 mm Strub ursprünglich HGe 2/2, 1950–52 umgebaut
2233 – 2235 1912 BBC Drehstrom CFHMP 1 – 3 1000 mm Strub
2236 – 2238 1912 Alioth Gleichstrom WAB 61 – 63 800 mm Riggenbach-Pauli Verkauft an BOB für SPB
2346 – 2349 1913 BBC Gleichstrom SPB 11 – 14 800 mm Riggenbach-Pauli
2404 1913 MFO Gleichstrom AL 11 1000 mm Abt
2414 1913 MFO Gleichstrom BGVC 12 1000 mm Abt
2428 – 2430 1914 BBC Drehstrom VFDM 1 – 3 1000 mm Strub
2431 1914 BBC Drehstrom CFHMP 4 1000 mm Strub
2432 1914 BBC Drehstrom JB 11 1000 mm Strub ursprünglich HGe 2/2, 1950–52 umgebaut
2516 1915 MFO Gleichstrom AL 12 1000 mm Abt
3135 1926 BBC Gleichstrom WAB 64 800 mm Riggenbach-Pauli
3363 1929 MFO Gleichstrom WAB 65 800 mm Riggenbach-Pauli
3364 1929 BBC Drehstrom JB 12 1000 mm Strub ursprünglich HGe 2/2, 1950–52 umgebaut
3409 1930 BBC Drehstrom GGB 5 1000 mm Abt
3698 1938 BBC Gleichstrom VRB 18 1435 mm Riggenbach
4222 – 4224 1957 MFO Gleichstrom LO 121 – 123 1435 mm Riggenbach

Bergbahn Luchon–SuperbagnèresBearbeiten

Der Bergbahn Luchon–Superbagnères wurden vier Lokomotiven direkt geliefert. Eine weitere Lok wurde 1938 als Nummer 5 von der Chemin de Fer de la Rhune übernommen. Sie wurden mit Drehstrom von 3 kV und 50 Hz mit zweipoliger Oberleitung betrieben.

Brunnen-Morschach-BahnBearbeiten

Die Lokomotiven der Brunnen-Morschach-Bahn (BrMB) waren nach dem Vorbild der Jungfraubahn ausgeführt. Sie wiesen allerdings nur ein Triebzahnrad in der Fahrzeugmitte und ein Bremszahnrad auf der talseitigen Achse auf. Die He 2/2 1 – 3 waren denn auch etwas kleiner als jene Maschinen. Sie wurden später analog jenen der Jungfraubahn verbessert.[1] Die Lokomotiven hatten zwei Drehstrom-Asynchronmotoren mit einer Dauerleistung von je 85 PS. Sie wirkten auf die Blindwelle. Die Kraftübertragung auf das Triebzahnrad (Durchmesser 700 mm) erfolgte über eine doppelte Zahnradübersetzung. Erreicht wurde eine Fahrgeschwindigkeit von 9 km/h. Die Lokomotiven hatten eine Länge von 3910 mm und das Dienstgewicht betrug 10,5 t. Sie blieben bis zur Einstellung der Bahn am 28. Februar 1969 im Einsatz und wurden anschliessend verschrottet.[2]

Bex-Villars-Bretaye-BahnBearbeiten

 
Bex–Villars–Bretaye-Bahn He 2/2 2 bei der Museumsbahn Blonay–Chamby in der Westschweiz

Die Lokomotiven der Bex-Villars-Bretaye-Bahn (BVB) mit den Nummern 1 – 4 waren 5,11 Meter lang und wogen 14,8 Tonnen. Sie hatten eine Höchstgeschwindigkeit von 10 km/h bei einer Leistung von 162 kW. Die für die Martigny-Châtelard-Bahn (MC) gebauten HGe 2/2 2 und 3 wurden 1930 gekauft, wobei gleichzeitig der Adhäsionsantrieb ausgebaut wurde. Die Nr. 2 wurde als VB He 2/2 1 und später als BVB He 2/2 4II geführt, die Nr. 3 wurde zur VB He 2/2 2.

Chemins de fer électriques VeveysansBearbeiten

1911 wurde die Zahnradbahn von Blonay hinauf nach Les Pléiades eröffnet, die zunächst als reine Zahnradbahn nur zwischen Blonay und Les Pléiades verkehrte. Für sie baute die Schweizerische Industrie-Gesellschaft (SIG) zusammen mit der Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik (SLM) und der MFO drei Lokomotiven des Typs He 2/2, die die Betriebsnummern 1 – 3 führten. Sie waren 5,52 Meter lang, wogen 17,4 Tonnen und leisteten 390 kW. Die Höchstgeschwindigkeit betrug 20 km/h.

Chemin de Fer de la RhuneBearbeiten

Die Inbetriebsetzung der 1914 gelieferten Lokomotiven erfolgte erst 1924. Die Lokomotive Nr. 3 kam 1938 zur Bergbahn Luchon–Superbagnères und wurde dort Nummer 5. Sie wurden mit Drehstrom von 3 kV und 50 Hz mit zweipoliger Oberleitung betrieben.

GornergratbahnBearbeiten

Die Gornergratbahn beschaffte 1898 vier Rowanzüge mit den Lokomotiven 1 bis 4. Die Lokomotiven hatten ein Gewicht von 10,5 t und ihre zwei Drehstrommotoren leisteten je 67 kW bei 800/min. Die Stromversorgung erfolgte mit Dreiphasenwechselstrom bei 40 Hz über zwei Fahrleitungen und dem Gleis. 1930 kam die Lokomotive 5 mit einem weiteren Rowanzug hinzu. Gleichzeitig wurde die Stromfrequenz auf 50 Hz erhöht. Die Lokomotiven 1 bis 4 erhielten stärkere Motoren. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 9 km/h. Auch wurde der Holzaufbau durch einen Stahlaufbau ersetzt. Die Lokomotiven 1 und 3 (heute 3001 und 3003) werden noch mit Dienstzügen eingesetzt. Die Lokomotive 2 (zuletzt 3002) steht als Denkmal in Stalden.[3] Die Fahrzeuge 3001-3003 wurden in den Bestand von MGBahn-Historic aufgenommen.

JungfraubahnBearbeiten

 
Modell eines Rowanzuges der Jungfraubahn aus dem Jahr 1906

Die Lokomotiven der Jungfraubahn bildeten mit den Wagen einen Rowanzug. Die Nummern 1 – 7 waren zwischen 4,38 und 4,52 Meter lang und wogen 14 (Nr. 6 = 17) Tonnen. Sie hatten eine Höchstgeschwindigkeit von 9 km/h bei einer Dauerleistung zwischen 162 (Nr. 6) und 184 (Nr. 1 und 2) kW. Die ursprünglich für den Adhäsions- und Zahnradbetrieb eingerichteten Lokomotiven HGe 2/2 8 – 12 (1912, 24, 29) wurden 1950 bis 1952 zu He 2/2 umgebaut.

Von den ehemals sieben Lokomotiven sind die Nummer 1 im Verkehrshaus Luzern und die Nummer 6 im Zahnradbahnmuseum Kořenov[4] erhalten.[5]

Schynige Platte-BahnBearbeiten

Die bei der Schynige Platte-Bahn eingesetzten Lokomotiven weichen nur wenig voneinander ab. Alle Maschinen haben eine Länge von 5,74 Metern und eine Leistung von 220 kW. Die Nummern 11 – 14 haben gegenüber den übrigen Lokomotiven eine um 1 km/h höhere Höchstgeschwindigkeit von 12 km/h und wiegen 16,3 Tonnen statt 16 Tonnen.

Die Lokomotiven mit den Nummern 15 – 20 und 61 – 63 wurden von der Wengernalpbahn übernommen.

Vitznau-Rigi-BahnBearbeiten

 
Die 1938 bei SLM in Winterthur gebaute Nr. 18 (He 2/2) der Vitznau-Rigi-Bahn führt den sogenannten "Sportzug" talwärts, Februar 2011

Die Nummer 18 der Vitznau-Rigi-Bahn ist 6,13 Meter lang und hat eine Höchstgeschwindigkeit von 18 km/h. Ihr Gewicht beträgt 13,6 Tonnen, die Leistung 331 kW.

WengernalpbahnBearbeiten

Die bei der Wengernalpbahn eingesetzten Lokomotiven des Typs He 2/2 weisen, abgesehen von den Nummern 31 und 32 aus dem Jahr 1995, nur geringe Unterschiede auf. So sind alle Maschinen 5,4 Meter lang und besitzen eine Höchstgeschwindigkeit von 11 km/h. Die Nummern 51 – 63 wiegen 16 Tonnen und haben eine Stundenleistung von 220 kW, die Lok 64 wiegt 16,5 Tonnen und hat eine Stundenleistung von 236 kW, ebenso die Lokomotive 65 mit einem Gewicht von 17 Tonnen. Die Lokomotiven mit den Nummern 55 – 63 wurden an die Berner Oberlandbahn verkauft und werden von ihr auf der Schynige Platte-Bahn eingesetzt.

Zahnradbahn Lausanne–OuchyBearbeiten

Die 1958 gebauten Zahnradlokomotiven He 2/2 121 – 123 haben eine Länge von 6,25 Metern und ein Gesamtgewicht von 18,1 Tonnen. Sie hatten eine Stundenleistung von 464 kW und erreichten eine Höchstgeschwindigkeit von 32 km/h. Der mechanische Teil stammt von der Schweizerischen Lokomotivfabrik Winterthur, während der elektrische Teil von der Maschinenfabrik Oerlikon stammt. Zwei dieser Fahrzeuge pendelten, zusammen mit zwei Personenwagen, immer zwischen Flon und Ouchy, während die dritte Lokomotive und ein weiterer Personenwagen in Reserve war.

BilderBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Kaspar Vogel: Die Schweizerische Lokomotiv- und Maschinenfabrik. 2. Auflage. Minirex, Luzern 2003, ISBN 978-3-907014-17-2.
  • Peter Willen: Lokomotiven und Triebwagen der Schweizer Bahnen, Band 2. 2. Auflage. Orell Füssli, Zürich 1984, ISBN 978-3-280-01474-5.
  • Peter Willen: Lokomotiven und Triebwagen der Schweizer Bahnen, Band 3. 2. Auflage. Orell Füssli, Zürich 1985, ISBN 978-3-280-01526-1.
  • Peter Willen: Lokomotiven und Triebwagen der Schweizer Bahnen, Band 4. 2. Auflage. Orell Füssli, Zürich 1985, ISBN 978-3-280-01301-4.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Geschichte der Brunnen-Morschach-Axenstein-Bahn
  2. Hans Bodmer: Eisenbahn Geschichte Heft 79 „Auch die Haushälterin packt an“. DGEG Medien GmbH, Hövelhof 2016.
  3. Hans Bodmer: Eisenbahn Geschichte Heft 78 „Dem Matterhorn zu Füßen“. DGEG Medien GmbH, Hövelhof 2016.
  4. Schweizer Eisenbahn-Revue Heft 6/2017 (Seite 274)
  5. Hans Bodmer: Eisenbahn Geschichte Heft 81 „Auf Europas Spitze“. DGEG Medien GmbH, Hövelhof 2017, S. 74.

WeblinksBearbeiten