S&T

österreichischer IT-Konzern
S&T AG

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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN AT0000A0E9W5
Gründung 2008
Sitz Linz, OsterreichÖsterreich Österreich
Leitung

Claudia Badstöber, Aufsichtsratsvorsitzende

Mitarbeiterzahl 4.934[1]
Umsatz 1.122,9 Mio. Euro (2019)[1]
Branche IT-Dienstleistung
Website www.snt.at
Stand: 16. Juni 2020

Die S&T AG (ehemals Quanmax AG) ist ein IT-Technologiekonzern mit Sitz im oberösterreichischen Linz.

Das Unternehmen ist aus der ehemaligen Gericom AG und dem Systemhaus S&T System Integration & Technology Distribution hervorgegangen und befand sich anfangs mehrheitlich im Besitz der taiwanischen Quanmax Inc.[2]

GeschichteBearbeiten

 
Logo bis 12. Dezember 2012

Im August 2008 wurde der Linzer Computerhersteller Gericom mehrheitlich durch das taiwanische Unternehmen Quanmax Inc. übernommen, das 61,32 % der Aktien übernahm. Gericom hatte zuvor drastische Umsatzeinbrüche zu verzeichnen, der Aktienkurs war von 2003 bis 2008 ebenfalls um 96 % eingebrochen. Gericom wurde daraufhin ein Tochterkonzern von Quanmax Inc. Kurz nach der Übernahme wurde der Firmenname an den neuen Eigentümer angepasst und die Gericom AG in Quanmax AG umbenannt. Der Mutterkonzern Quanmax Inc. wiederum gehört zu Teilen dem Hardwarehersteller Quanta Computer, der deutschen Kontron AG und der China Development Bank.[3]

Quanmax Inc. hatte einige Monate zuvor bereits den österreichischen Notebookhersteller chiliGREEN Computer GmbH, ebenfalls mit Sitz in Linz, übernommen und als eigenes Tochterunternehmen weiterbetrieben.[4] Anfang 2009 wurde chiliGREEN vollständig in die neu entstandene Quanmax AG integriert, die Markennamen „chiliGREEN“ und „PROWORX“ wurden jedoch weiterverwendet.

2008 erwarb Quanmax auch die Markenrechte an der Marke Maxdata, unter der Computerprodukte produziert und vertrieben wurden.[5]

Vorstandsvorsitzender der neuen Quanmax AG wurde Michael Jeske, Aufsichtsratsvorsitzender Hannes Niederhauser, der langjährige Unternehmenschef des deutschen Embedded-Computer-Herstellers Kontron AG. Die Quanmax AG wurde nun von einem Handelsunternehmen zu einem Technologieunternehmen mit eigener Produktentwicklung umgewandelt.[6]

Mit dem Qute PC 1000 wurde im August 2009 die erste Eigenentwicklung des Unternehmens vorgestellt, ein lüfterloser Mini-PC mit Intel-Atom-Prozessor. Alle Produkte werden entweder in Linz oder bei qualifizierten Partnern nach dem sogenannten „Build-to-Order-System“ gefertigt.

Seit Mitte 2010 ist Quanmax, bzw. inzwischen S&T, im Prime Standard der Frankfurter Börse notiert.[7] Ebenfalls 2010 übernahm die Quanmax das insolvente Onlinespiele-Unternehmen „Funworld AG“, im Januar 2011 wurde außerdem der Softwarehersteller „CBC-X GmbH“ übernommen.

Der Stimmrechtsanteil der taiwanischen Quanmax Inc. betrug Anfang 2012 nur noch etwa 46,5 %.[2] Anfang 2013 befanden sich weniger als ein Drittel der Unternehmensanteile im Besitz des ehemaligen Mutterkonzerns.

2012 fusionierte Quanmax mit der S&T System Integration & Technology Distribution.[8] Dabei wurde die S&T System Integration & Technology Distribution AG auf die Quanmax AG verschmolzen, die sich daraufhin in S&T AG umbenannte.[9] 2014 gründete S&T die Maxdata GmbH mit Sitz in Mendig.[10] Zwei Jahre später wurden die Marken Maxdata, PROWORX und chiliGREEN an die Omega Handelsgesellschaft in Wien verkauft.

Mit dem Einstieg bei der Networked Energy Services Corp. („NES“), Kalifornien (USA), der Affair OOO, Russland,und dem Kauf der österreichischen ubitronix system solutions GmbH ist S&T 2014 in den Smart-Energy-Bereich eingestiegen.[11]

Im September 2016 wurde die Aktie der S&T AG von der Deutschen Börse in den Index TecDAX aufgenommen.[12]

Im Oktober 2016 hat S&T das Kundensegment „IT-Markt“ der Raiffeisen-Informatik-Gruppe erworben. Dieses Segment umfasste innerhalb der Raiffeisen-Informatik-Gruppe das Geschäft mit nicht zum Raiffeisen-Konzern zählenden Kunden. Zum Portfolio zählen das Dienstleistungsgeschäft in den Bereichen Rechenzentrumsbetrieb, SAP-Betrieb bzw. SAP-Consulting und Softwareentwicklung im Bereich Collaboration Management Software.[13][14]

Im gleichen Jahr stieg S&T beim deutschen Embedded-Computer-Hersteller Kontron ein. Der Kauf wurde wesentlich finanziert durch den taiwanischen Auftragsfertiger Foxconn, der sich durch eine Kapitalerhöhung mit knapp 30 Prozent an der S&T AG beteiligte.[15] Am 17. August wurde Kontron mit S&T verschmolzen; es wird als Marke weitergeführt.[16]

Das Unternehmen erzielte 2019 einen Umsatz von 1.122,9 Millionen Euro und beschäftigte zum 31. Dezember 2019 weltweit 4.934 Mitarbeiter.[1]

LeistungsportfolioBearbeiten

In der Berichterstattung wird das Leistungsportfolio von S&T in die Bereiche „IT-Dienstleistungen“ (Consulting/Implementierung/Outsourcing), „IoT-Lösungen“ (Hardware, Middleware und Dienstleistungen in den Bereichen „Internet der Dinge“ bzw. „Industrie 4.0“) und „Embedded-Systeme“ (industrielle Hardwareprodukte z. B. für den Transport-, Luftfahrt- und Kommunikationsbereich) unterteilt.[17]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Geschäftsbericht 2019. In: ir.snt.at. Abgerufen am 13. April 2020.
  2. a b Quanmax: Quartalsbericht I/2012. 2012, abgerufen am 14. April 2020.
  3. pressetext.deutschland: Quanmax-Gruppe neuer Mehrheitseigentümer der GERICOM AG. 14. August 2008, abgerufen am 14. April 2020.
  4. Taiwanesische Quanmax übernimmt Linzer Chiligreen. In: derStandard.at. 6. Juni 2008, abgerufen am 6. Dezember 2017.
  5. Marke Maxdata geht nach Taiwan - Brunen IT kauft Belinea - Golem.de. Abgerufen am 19. Juni 2019.
  6. Quanmax Ex-Chef von Kontron wieder da - Ausland - Börsennachrichten - Börse aktuell. Abgerufen am 19. Juni 2019.
  7. Quanmax - neu im Primestandard - 500 Beiträge pro Seite. Abgerufen am 19. Juni 2019.
  8. Computerwelt: Quanmax und S&T werden fusioniert. 12. August 2012, abgerufen am 7. April 2020.Quanmax (ad hoc Meldung): Quanmax AG und S&T AG einigen sich auf Verschmelzungsvertrag und Umtauschverhältnis der Aktien (Memento vom 8. Januar 2013 im Internet Archive)
  9. Computerwelt: S&T-Verschmelzung mit Quanmax vollzogen. 12. Dezember 2012, abgerufen am 7. April 2020.Quanmax (ad hoc Mitteilung): Quanmax AG und S&T AG erfolgreich verschmolzen – Quanmax AG in S&T AG umfirmiert (Memento vom 15. Dezember 2012 im Internet Archive)
  10. Andre Borbe: Maxdata kommt zurück nach Deutschland. Silicon.de, 2. Juni 2014, abgerufen am 10. April 2020.
  11. S&T: Geschäftsbericht 2014. Abgerufen am 13. April 2020.
  12. S&T in TecDAX aufgenommen (Memento vom 23. September 2016 im Internet Archive)
  13. S&T übernimmt einen Teil von Raiffeisen Informatik. In: derstandard.at. STANDARD Verlagsgesellschaft m.b.H., 7. Oktober 2016, abgerufen am 30. Dezember 2016.
  14. S&T: Geschäftsbericht 2016: Services DACH. 6. April 2017, abgerufen am 14. April 2020.
  15. S&T: Geschäftsbericht 2016. 6. April 2017, abgerufen am 14. April 2020.
  16. News: Verschmelzung der Kontron AG auf die S&T Deutschland Holding AG vollzogen. Abgerufen am 19. Juni 2019.
  17. Geschäftsbericht 2017. Abgerufen am 14. April 2020.