Ruth Altheim-Stiehl

deutsche Althistorikerin
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Ruth Altheim-Stiehl, geborene Stiehl, (* 13. März 1926 in Forst, Niederlausitz; † 11. Januar 2023 in Münster-Nienberge[1]) war eine deutsche Althistorikerin.

LebenBearbeiten

Ruth Stiehl studierte an der Freien Universität Berlin, wo sie 1951 bei Franz Altheim mit der Dissertation Fünf Gedichte aus dem Diwan des Ka'b Ibn Zuhair promoviert wurde und sich 1955 mit der Arbeit Die Datierung der Kapitolinischen Fasten habilitierte. Von 1953 bis 1962 war sie Assistentin am Institut für Altertumskunde der Freien Universität, von 1962 bis 1964 außerplanmäßige Professorin ebendort. 1964 wurde sie ordentliche Professorin für Alte Geschichte an der Universität Münster.

Der Schwerpunkt ihrer Forschungen lag auf den Sassaniden, den Arabern im Altertum und der Epoche der Spätantike. Zu ihren akademischen Schülern zählen Engelbert Winter und Josef Wiesehöfer. Ihre ersten Publikationen erschienen unter dem Geburtsnamen Ruth Stiehl, teilweise in Gemeinschaft mit ihrem akademischen Lehrer und späteren Adoptivvater Franz Altheim. 1991 ging sie in den Ruhestand, ihr Nachfolger wurde Norbert Ehrhardt.

Ruth Stiehl und Edith Ennen waren die ersten beiden Frauen, die in der Bundesrepublik Deutschland einen Lehrstuhl für Geschichtswissenschaft erhielten.[2] In der DDR war es die Althistorikerin Liselotte Welskopf, die 1961/62 eine vergleichbare Stellung an der HU Berlin erreichte.

SchriftenBearbeiten

  • mit Franz Altheim: Asien und Rom. Neue Urkunden aus sasanidischer Frühzeit. Niemeyer, Tübingen 1952.
  • mit Franz Altheim: Porphyrios und Empedokles. Niemeyer, Tübingen 1954.
  • mit Franz Altheim: Ein asiatischer Staat. Feudalismus unter den Sasaniden und ihren Nachbarn. Limes-Verlag, Wiesbaden 1954.
  • mit Franz Altheim: Die aramäische Sprache unter den Achaimeniden. Vittorio Klostermann, Frankfurt am Main 1959–1963 (in drei Lieferungen).
  • mit Franz Altheim: Die Araber in der alten Welt. de Gruyter, Berlin 1964–1969
    • Bd. 1: Bis zum Beginn der Kaiserzeit. 1964.
    • Bd. 2: Bis zur Reichstrennung. 1965.
    • Bd. 3. Anfänge der Dichtung. 1966.
    • Bd. 4: Neue Funde. 1967.
    • Bd. 5, Teilband 1: Weitere Neufunde. 1968.
    • Bd. 5, Teilband 2: Nachträge. 1969.
  • mit Franz Altheim: Geschichte Mittelasiens im Altertum. de Gruyter, Berlin 1970.
  • mit Franz Altheim: Christentum am Roten Meer. de Gruyter, Berlin 1971 und 1973 (zwei Bände).

LiteraturBearbeiten

  • Ernst Baltrusch: Geschichte der Alten Geschichte an der Freien Universität. In: Karol Kubicki, Siegward Lönnendonker (Hrsg.): Die Geschichtswissenschaften an der Freien Universität Berlin (= Beiträge zur Wissenschaftsgeschichte der Freien Universität Berlin. Bd. 2). V & R unipress, Göttingen 2008, ISBN 978-3-89971-475-3, S. 11–40, S. 15 f. und 39.
  • Sylvia Paletschek: Ermentrude und ihre Schwestern. Die ersten habilitierten Historikerinnen in Deutschland. In: Henning Albrecht et al. (Hrsg.): Politische Gesellschaftsgeschichte im 19. und 20. Jahrhundert. Festgabe für Barbara Vogel. Krämer, Hamburg 2006, ISBN 3-89622-079-9, S. 175–187 (Digitalisat).

WeblinksBearbeiten

AnmerkungenBearbeiten

  1. Traueranzeige, abgerufen am 30. Januar 2023.
  2. Sylvia Paletschek: Ermentrude und ihre Schwestern. Die ersten habilitierten Historikerinnen in Deutschland. In: Henning Albrecht et al. (Hrsg.): Politische Gesellschaftsgeschichte im 19. und 20. Jahrhundert. Festgabe für Barbara Vogel. Krämer, Hamburg 2006, S. 175–187, hier S. 181 (PDF-Datei; 1,4 MB).